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Krise in Spanien Regierungs-Vertreter entschuldigt sich vor laufenden Kameras

Legende: Video «Die Fronten in Spanien erhärten sich» abspielen. Laufzeit 1:24 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 06.10.2017.
  • Der Regierungsvertreter Josep Enric Millo hat sich für die Gewalt der Polizei am Abstimmungstag entschuldigt.
  • Im Konflikt um die Unabhängigkeit Kataloniens will die spanische Justiz den katalanischen Polizeichef vernehmen.
  • Der Vorwurf: Unterstützung eines Aufstandes. Er wird zu den Vorfällen vom 20. und 21. September befragt.
  • Konkret hätten Hunderte Demonstranten die Polizei nach einer Hausdurchsuchung am Verlassen des Gebäudes behindert. Die Regionalpolizei «Mossos d'Esquadra» habe dabei nicht eingegriffen.

Neben dem Chef der Regionalpolizei, Josep Lluís Trapero, mussten auch die Polizeivertreterin Teresa Laplana und die zwei Anführer der stärksten Unabhängigkeitsbewegungen Kataloniens, Jordi Sanchez und Jordi Cuixart, in der spanischen Hauptstadt vor Gericht erscheinen. Spanischen Medienberichten zufolge drohen Trapero wegen seines Ungehorsams acht bis 15 Jahre Haft.

Erst am Donnerstag hatte Spaniens Verfassungsgericht dem katalanischen Regionalparlament untersagt, am Montag zusammenzukommen, um die Unabhängigkeit der Region zu verkünden.

Der Vertreter der spanischen Regierung, Josep Enric Millo, entschuldigte sich nun im Regionalfernsehen TV3 für die am Abstimmungstag angewendete Gewalt der Guardia Civil.

Endergebnis erst am Dienstag

Der katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont will sich erst am Dienstag vor dem Regionalparlament über die Folgen des Unabhängigkeits- Referendums äussern und das Endergebnis der Abstimmung präsentieren. Er könnte anschliessend die Unabhängigkeit Kataloniens ausrufen.

Neuwahl in Katalonien?

Die Zentralregierung in Madrid hat sich für eine Neuwahl der Regionalregierung in Barcelona ausgesprochen. Es müsse ein «Bruch» gekittet werden, sagte Regierungssprecher Íñigo Méndez de Vigo nach einer Kabinettssitzung. Dies könne über Regionalwahlen in Katalonien geschehen.

22 Kommentare

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  • Kommentar von M. Berger (Mila)
    Nicht sauber recherchiert und berichtet! In den Medien wird leider diese - sowie viele andere Halbwahrheiten - berichtet und wird damit meinungsbildend. Josep Enric Millo ist ein KATALONISCHER Politiker, der erst seit Nov,16 Delegierter der spanischen Zentralregierung in Katalonien ist. Er spricht für sich und nicht im Namen der spanischen Regierung. Die "blutigen", scheinbar echten Fotos und Videos vom 1. Okt. wurden inzwischen widerlegt und die damit verbundenen Täuschungen bewiesen.
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  • Kommentar von Daniel Frei (daniel.frei9)
    1937 - 1939 herrschte ein brutaler Bürgerkrieg in Spanien unter der Führung von Franco. Der Bevölkerung ist dieser Krieg natürlich immer noch in den Köpfen. Die spanische Regierung sollte die Unabhängigkeit von Katalonien akzeptieren, da ja das Volk am vergangenen Sonntag diesen Wunsch bestätigte. Einen 2. Bürgerkrieg wünscht sich keine der 2 Parteien. Nun müssen Gespräche Lösungen finden. Falls dies nicht gelingen sollte, dann gute Nacht.
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    1. Antwort von Reto Camenisch (Horatio)
      Es waren 36% (Stimmbeteiligung 40%) die das `Volk' in einer nicht rechtmässigen, zwängerischen Abstimmung zustimmten, ohne Zustimmung des restlichen Spanien, welche natürlich auch was zu sagen hätten. Bei einer Scheidung braucht es immer zwei.
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    2. Antwort von M. Berger (Mila)
      @D. Frei - Das Volk, sagen Sie, bestätigte den Wusch zur Unabhängigkeit. Niemand kann diese "Wahlen" ernst nehmen. Teils wurden Urnen auf der Strasse aufgestellt und Leute warfen die Zettel da rein, ohne sich legitimieren zu müssen. Laut elpais.es wurden in 71 Gemeinden massiv mehr Stimmen gezählt als Einwohner leben. Z.B. In Tavertet wurden 309 % mehr Stimmen abgegeben als Stimmber. wohnen. in L'Estany, wo 340 Stimmberechtigte leben, wurden 1004 Ja-Stimmen gezählt, 26 nein und 11 leere.
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  • Kommentar von Richard Limahcer (Limi)
    Spanien sollte seinen Regionen eine einheitliche Autonomie gewähren. Die Bevorzugung einzelner Regionen weckt den Widerstand der Anderen und behindert das Entgegenkommen gegenüber Katalonien. Hoffentlich raufen sich alle Beteiligten zu einer friedlichen Lösung zusammen. Gewalt würde nur einzelnen Profiteuren nutzen. Die Allgemeinheit würde massiv verlieren.
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Spanien soll den Zentralismus über Bord werfen und einen Bundesstaat nach Schweizer Vorbild gründen
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