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International Krisengipfel zur Jugendarbeitslosigkeit in Europa

Fast jeder zweite Jugendliche in Griechenland, Spanien und Portugal ist ohne Job. In anderen Ländern sieht es ähnlich trüb aus. Aus diesem Grund haben sich heute mehrere EU-Staats- und Regierungschefs getroffen.

Jugendliche in Spanien protestieren gegen die Jugendarbeitslosigkeit.
Legende: Eine Jugend ohne Zukunft – dagegen protestierten Jugendliche in Spanien schon des Öfteren. Keystone/Arhiv

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre Arbeitsministerin Ursula von der Leyen haben gerufen. Der Einladung folgten mehr als 20 EU-Staats- und Regierungschefs sowie die Arbeitsministern und Chefs der Arbeitsagenturen der 28 EU-Staaten. Das Thema war brisant: Jugendarbeitslosigkeit in Europa. Derzeit sind rund 5,6 Millionen junge Menschen ohne Arbeit, die meisten davon in den südlichen EU-Ländern. Nun sei die Stunde der Praktiker gekommen, sagte Merkel.

Legende: Video EU-Staaten wollen mehr Jobs für junge Leute abspielen. Laufzeit 2:13 Minuten.
Aus Tagesschau vom 03.07.2013.

8 Milliarden Euro

Beim Treffen ging es um die Förderung der Jugendbeschäftigung in Europa. Ziel der Konferenz war der Erfahrungsaustausch über schon erfolgreiche Konzepte («best practice») zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit. Dafür sollen bis Ende 2015 rund acht Milliarden Euro aus EU-Töpfen zur Verfügung stehen. Gefördert werden sollen dabei vor allem kleine und mittlere Unternehmen.

«Es ist so, dass ja sehr viel über die Geldsummen diskutiert wird», sagte Merkel. «Ich glaube, das Geld ist im Augenblick einmal nicht das Problem.» Es gehe darum, wie man jungen Menschen eine Chance geben könne.

Keine konkreten Massnahmen

Litauens Präsidentin Dalia Grybauskaite nahm teil, deren Land seit dem 1. Juli die EU-Ratspräsidentschaft innehat, sowie der französische Präsident François Hollande. Ebenfalls anwesend waren EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy, EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, Kommissionspräsident José Manuel Barroso und der Präsident der Europäischen Investitionsbank, Werner Hoyer.

Auf konkrete Sofortmassnahmen und neues Geld verständigten sich die Arbeits- und Sozialminister aller EU-Staaten in Berlin nicht. Bei einer Konferenz, die dem Treffen im Kanzleramt voranging, verabschiedeten sie vielmehr eine 17 Seiten umfassende Erklärung, in der sie Beispiele für erfolgreiche Programme auf nationaler Ebene nannten. Über konkrete Massnahmen sollen dann die Einzelstaaten entscheiden.

Ein Folgetreffen will Frankreich ausrichten, dessen Präsident François Hollande ebenfalls teilnahm. Die Folgekonferenz wird noch für dieses Jahr erwartet.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von T. Blaser, Basel
    Tja, die EU hat wohl zu viele Dragoners von Drachenstein; dann kann es mit der EU ja nur noch bergab gehen!....:-) :-)
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    1. Antwort von Hansi Dragoner, Drachenstein
      ......... würde mal sagen, dass es mit der Schweiz, was gewisse Geschäftsmodelle betrifft, bergab gehen wird. Ihr Bankgeheimnis beispielsweise können Sie sich schon so gut wie an den Hut stecken. Man wird auch in der Schweiz lernen müssen, dass man nur das ernten kann, was man selbst gesät hat, also nicht mehr die Früchte der Arbeit anderer genießen kann.
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    2. Antwort von T, Blaser, Basel
      @Dragoner, Drachenstein: ...dann würde ich an Ihrer Stelle mal anfangen zu säen, anstatt nur töibele und zwingele :-)
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  • Kommentar von Hansi Dragoner, Drachenstein
    Abgesehen davon,dass diese Zahl aus der CH wohl nicht der EU-Zählweise entspricht, profitiert sie, nachdem sie sich europäischer Standards verweigert, durch Rosinenpickerei und Abocke, oder kurz gesagt Beutelschneiderei. Ein paar Beispiele: Anlocken von reichen ausl. Steuerflüchtlingen und Firmen durch exzessive Steuermodelle, Schwarzgeld, Agrar- Rohstoffspekulationen usw. Alles Gelder,die anderswo erwirtschaftet wurden. Die CH muss wohl geduldet werden, aber nicht deren Geschäftsmodelle
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    1. Antwort von Dominique Schurtenberger, Bern
      Sie und Ihr vergnügliches "Töibele". Rosinenpickerei (Stichworte: Agrarsubventionen z.G. FRA / Finanzausnahmen für GB), Steueroasen (Stichworte: Jersey, Guernsey) und unlautere Methoden (Bilanzfälschung in GRE, Billiglohnpraktiken in GER) gibt es ja alles nicht in der EU. Es ist ja schliesslich nicht so, dass Mensch und Kapital wegen der unbetrittenen Finanzstabilität und Rechtssicherheit zu uns kommen, gell? Ach wie herrlich die Naivität der EU-Verteidiger doch immer wieder ist...
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    2. Antwort von Hansi Dragoner, Drachenstein
      Verehrte Schurtenberger, Sie halten die Leser wohl auch für naiv. Schwarzgeld-Kapital und ausländische Steuerflüchtlinge und Firmen werden durch Steuerdumping in die Schweiz gelockt. Steuerprivilegien, die eigenen Bürgern vorenthalten werden. Damit schöpft Ihr nettes Land in großem Stil denjenigen Ländern den Rahm ab, wo die Arbeit getan wurde. Würde dieses Verhalten als parasitär bezeichnen. Was Jersey etc. betrifft, das sollen ja die CH-Banken als Geschäftsmodell auch weidlich nutzen.
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    3. Antwort von Hansi Dragoner, Drachenstein
      @Schurtenberger: Sie versuchen wieder mal eine große Sauerei mit dem Vorhandensein anderer Sauereien zu rechtfertigen.Sind suspekte Moralvorstellungen. Dann lassen Sie bei Ihren Aufzählungen noch das Maß der Relationen und den Umstand, ob andere Länder durch raffgieriges Verhalten geschädigt werden oder nicht, außer Acht. Sie können allerdings davon ausgehen, dass man allen Umtrieben und Geschäftsmodellen, die Gemeinwesen die Steuern abdrücken, künftig sehr entschlossen auf die Pelle rückt.
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    4. Antwort von Hansi Dragoner, Drachenstein
      @Schurtenb.: Kommen Sie wieder runter.Hier geht es doch um die Arbeitslosenquoten. Kennen Sie Euro-Länder, die wirtschaftlich nicht gerade auf Rosen gebettet sind, die solche suspekten Geschäftsmodelle wie die CH betreiben? Um noch eins draufzusetzen: Die CH leistet doch unbestritten einen nicht unerheblichen Beitrag zur Finanzinstabilität Europas. Man schätzt 1 Billion Steuerausfälle durch Steuerflucht in der EU. Und daraus schöpft die CH in erheblichem Umfang durch ihre Praktiken Kapital
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    5. Antwort von Dominique Schurtenberger, Bern
      Hören Sie auf zu weinen. Das Bankgeheimnis liegt brach und dennoch zieht der Grossteil des Kapitals und Manpower in die Schweiz. Und unsere Steuerpraktiken sind nicht unlauter. Sie nennen es Steuerdumping, wir Steuerwettbewerb. Unser Steuersystem ist demokratisch abgesegnet, jede neue Steuer braucht eine Verfassungsgrundlage (sei es im Kanton oder im Bund). Dieses System kennen die undemokratischen Raubvögelstaaten (Bsp.: GER) halt nicht. Selber Schuld, wenn man Demokratie nicht respektiert...
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    6. Antwort von Hansi Dragoner, Drachenstein
      @Schurtenb:Verwunderliche und abstoßende "demokratische" Absegnung! "Raubvögelstaaten" nenne ich solche, die z.B. gezielt,um reiche Ausländer und ausländische Unternehmen eigener Vorteile willen,zu Lasten anderer Staaten anlocken, nur für diese Gruppe Steuerdumping gewähren und eigenen CH- Bürgern diese Steuerprivilegien vorenthalten. Die steuerliche Gleichbehandlung aller Bürger gibt es in der CH, im Gegensatz zu D also nicht.In D gilt ein verfassungsmäßig garantiertes Willkürverbot.
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    7. Antwort von Hansi Dragoner, Drachenstein
      @Schurtenberger: Bei Ihren Schweizer Paradebeispielen über "gelebte Demokratie" kann man nun wirklich diesbezüglich vom Glauben abfallen! AnderenLändern Geld aus der Tasche zu ziehen mit der Begründung, dass dies durch ein Mehrheitsentscheid des CH-Volkes oder sonst eines kantonalen Winzlings "abgesegnet" sei ist eine Verhöhnung dieser Armen. Vielleicht begreifen auch Sie mal, dass die Länder, die man so gebeutelschneidert hat über diese Segnungen der Schweiz alles andere als erfreut sind.
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  • Kommentar von Alex Bauert, Bern
    Jugendarbeitslosigkeit senkt man nicht mit Pseudo-Massnahmen. Wo sie 1 oder 2 Jahre gedauert haben, dauerte es 1 oder 2 Jahre bis die Zahlen wieder gleich waren. Bedeutet, die Jugendlichen sind aus Arbeitslosenstatistiken raus für 1,2 Jahre. Es braucht Arbeitsplätze. Weg mit der Finanzaristokratie, her mit Realwirtschaft! Banken für die Wirtschaft, nicht als Selbstzweck: <http://www.nzz.ch/meinung/debatte/der-liberalismus-und-die-logik-des-finanzsektors-1.18108480>.
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