Kurz vor Waffenruhe: Kämpfe in Syrien dauern an

Stunden vor einer vereinbarten Waffenruhe gehen die Kämpfe in Syrien unvermindert weiter. Besonders um die nordsyrische Metropole Aleppo habe es heftige Gefechte gegeben, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Mann versucht Feuer zu löschen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Nach Luftangriffen auf Rebellen-Gebiete in Douma kam es zu Bränden und Zerstörung. Keystone

Die Kämpfe in Syrien gehen unvermindert weiter. Kampfflugzeuge flogen zahlreiche Angriffe auf die nordsyrische Metropole Aleppo. Dies teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Auch in der Provinz Idlib und nahe der Hauptstadt Damaskus hätten Kampfjets Angriffe geflogen.

Die Feuerpause soll zur Zeit des Sonnenuntergangs am Montagabend (etwa 17.45 Uhr MESZ) in Kraft treten. US-Aussenminister John Kerry und der russische Chefdiplomat Sergej Lawrow hatten einen entsprechenden Plan in der Nacht zum Samstag in Genf vorgestellt. Russland ist mit der syrischen Regierung verbündet, die USA unterstützen gemässigte Rebellengruppen.

Einhaltung nicht gesichert

Mehrere syrische Rebellengruppen haben ihre Bereitschaft zur Einhaltung der Waffenruhe signalisiert. Die Freie Syrische Armee, die diverse Gruppierungen der Aufständischen unter ihrem Dach bündelt, erklärte in einem Brief an die USA am Sonntag, sie werde «positiv kooperieren».

Allerdings wird in dem Schreiben auch die Sorge geäussert, dass die Regierung in Damaskus in erster Linie von dem Abkommen profitieren könnte.

Aus dem Text ging nicht explizit hervor, dass die Rebellen sich an die Abmachung halten werden. Zwei Aufständische sagten aber der Nachrichtenagentur Reuters, sie würden die Waffenruhe respektieren, wenn diese am Montagabend in Kraft tritt.

Eine der grössten islamistischen Rebellengruppen, Ahrar al-Sham, hat die Waffenruhe dagegen indirekt abgelehnt. Die Feuerpause würde die Regierung von Präsident Assad nur stärken und das Leiden der Menschen erhöhen.

Sendung zu diesem Artikel

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Syrien: Land im Koma

    Aus Kontext vom 26.8.2016

    Der syrische Dramatiker Mohammad al Attar beschreibt in «While I Was Waiting» den Zustand seiner Heimat als einen Patienten im Koma. Das Spitalzimmer wird zur Grauzone zwischen Leben und Tod, das Dasein pendelt zwischen Hoffnung und Verzweiflung.

    Im Gespräch berichtet der Dramatiker über die Entstehung des neuen Stückes und erzählt, inwiefern die Arbeit mit dem Ensemble zur Bewältigung der aktuellen Lage beiträgt.

    Hinweis:«While I Was Waiting» von Omar Abusaada und Mohammad Al Attar: diverse Vorstellungen an Theaterfestivals in der Schweiz.

    Kaa Linder