Kurze Verschnaufpause in der Ostukraine

Tausende ukrainische Soldaten sollen in der ostukrainischen Stadt Debalzewo von pro-russischen Separatisten umzingelt sein und mittendrin sind Zivilisten eingeschlossen. Damit sie evakuiert werden konnten, haben die Konfliktparteien die Waffen für acht Stunden ruhen lassen.

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Hunderte Zivilisten aus Debalzewo evakuiert

1:23 min, aus Tagesschau Nacht vom 6.2.2015

Zwischen 8 und 16 Uhr haben die ukrainische Armee und die pro-russischen Separatisten die Kämpfe in Debalzewo eingestellt, um den eingekesselten Zivilisten eine Ausreise aus der umkämpften Stadt zu ermöglichen.

Hunderte verliessen umkämpfte Stadt

Das von Regierungstruppen gehaltene Debalzewo war in den vergangenen Wochen eines der Hauptziele der Separatisten gewesen. Mehrere hundert Zivilisten verliessen die Stadt über den humanitären Korridor, wie die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) mitteilte.

Insgesamt seien am Freitagmorgen 50 Busse aus Donezk und Kramatorsk nach Debalzewo gekommen, um die Ausreisewilligen entweder in die von Separatisten kontrollierten oder in die von Regierungstruppen kontrollierten Gebiete zu transportieren, erklärte der Alexander Hug von der OSZE-Spezialmission im «Echo der Zeit» von Radio SRF.

Von internationalen Beobachtern begleitet

Die OSZE-Mission folgte dann den Bussen in ihre jeweiligen Zielorte, wie die OSZE am späten Abend mitteilte. Die Stadt sei durch die Kämpfe stark in Mitleidenschaft gezogen worden, sagte Hug weiter. Die Versorgung mit Strom und Wasser sei in den meisten Gebieten nicht mehr gewährleistet.

In Debalzewo sollen Tausende ukrainische Soldaten nahezu eingekesselt sein. Kiew weist dies zurück.

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