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International Landtagswahlen in Deutschland: Wie schneidet die AfD ab?

In drei deutschen Bundesländern wurden heute die Landesparlamente neu bestellt. Aus dem Stand dürfte die rechtspopulistische Protestpartei AfD in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt den Sprung in die Landtage schaffen. In Baden-Württemberg könnten die Grünen stärkste Kraft werden.

Legende: Video Landtagswahlen: Merkels CDU unter Druck abspielen. Laufzeit 00:48 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 13.03.2016.

Eigentlich werden in den drei Bundesländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt heute lediglich die Landesparlamente neu gewählt. Tatsächlich sind die Landtagswahlen jedoch auch und wohl hauptsächlich ein Votum über die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung von Angela Merkel. Selbst wenn in Baden-Württemberg die Grünen sensationell erstmals stärkste Kraft werden sollten.

Deutschland-Karte
Legende: In den drei Bundesländern leben über 20 Prozent der deutschen Bevölkerung. srf

Nachdem die Rechtspopulisten der AfD bereits in Thüringen, Brandenburg, Sachsen, Hamburg und Bremen die Fünf-Prozent-Hürde übersprangen, dürfte dies auch heute in allen drei Wahlen problemlos gelingen.

Hier die Übersicht über die Ausgangslagen und die letzten Umfragewerte in den drei Bundesländern, in denen mehr als ein Fünftel der deutschen Bevölkerung lebt.

Baden-Württemberg: Grüne Sensation?

Im an die Schweiz grenzenden Baden-Württemberg könnten die Grünen zum ersten Mal stärkste Partei werden. Umfragen sehen sie derzeit fast acht Prozentpunkte über ihrem Wahlergebnis von 2011. Ministerpräsident Winfried Kretschmann erhielte bei einer Direktwahl gar fast zwei Drittel der Stimmen. Dennoch scheint seine Regierungskoalition angesichts der schwachen Umfragewerte der SPD gefährdet.

Das könnte der CDU in die Hände spielen. Obwohl diese laut den jüngsten Umfragen im Vergleich zum Wahlergebnis 2011 satte zehn Prozentpunkte verliert, könnte sie als Juniorpartner einer grün-schwarzen Koalition in die Regierung zurückkehren.

Die AfD kommt in den jüngsten Umfragen auf eine Zustimmung von rund 11 Prozent und dürfte die Fünf-Prozent-Hürde damit problemlos schaffen. Angesichts der unzufriedenheit vieler Wähler mit der Flüchtlingspolitik der grossen Koalition in Berlin käme dies wenig überraschend.

Legende:
Baden-Württemberg Bei den Werten handelt es sich nicht um Wahlprognosen, sondern um politische Zustimmung im Zeitraum vom 7. bis 10. März. In Klammern die gerundete Veränderung zum Wahlergebnis 2011. ZDF Politbarometer

Sachsen-Anhalt: Wird die AfD drittstärkste Partei?

Geradezu eine Sensation könnte den Rechtspopulisten dagegen in Sachsen-Anhalt gelingen. Gestützt auf die letzten Umfragen könnte die AfD in Magdeburg aus dem Stand rund 18 Prozent erreichen und damit drittstärkste Kraft werden. Ein solcher Erfolg der Rechtspopulisten dürfte die Regierungsbildung erheblich erschweren

Die derzeit mitregierende SPD verliert in den jüngsten Umfragen gegenüber der Wahl von 2011 rund sechs Prozent. Die CDU von Ministerpräsident Reiner Haseloff vermag ihren Stimmenanteil laut dem ZDF-Politbarometer vom Donnerstag in etwa zu halten.

Für die Grünen und die FDP könnte schon das Erreichen der Fünf-Prozent-Hürde für den Einzug in den Landtag zu einer Zitterpartie werden.

Legende:
Sachsen-Anhalt Bei den Werten handelt es sich nicht um Wahlprognosen, sondern um politische Zustimmung im Zeitraum vom 7. bis 10. März. In Klammern die gerundete Veränderung zum Wahlergebnis 2011. ZDF Politbarometer

Rheinland-Pfalz: Rot-Grüne Regierungskoalition wackelt

Eng wird es möglicherweise auch für die Rot-Grüne Regierung von Ministerpräsidentin Malu Dreyer in Rheinland-Pfalz. Zwar vermögen die Genossen dem bundesweiten Abwärtstrend laut den Umfragen zu trotzen und ihre Wähleranteile ungefähr zu halten. Die Grünen dagegen drohen zwei Drittel des Wähleranteils von 2011 zu verlieren.

Neu stärkste Partei könnte die CDU werden, die ihren Wähleranteil gemäss den Umfragen in etwa halten könnte. Für die AfD stellt die Fünf-Prozent-Hürde voraussichtlich auch in Rheinland-Pfalz kein Hindernis dar. Für Linke und FDP dagegen könnte es eng werden.

Legende:
Rheinland-Pfalz Bei den Werten handelt es sich nicht um Wahlprognosen, sondern um politische Zustimmung im Zeitraum vom 7. bis 10. März. In Klammern die gerundete Veränderung zum Wahlergebnis 2011. ZDF Politbarometer

Das ZDF-Politbarometer

Das Politbarometer wurde von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF erhoben und am Donnerstag veröffentlicht. Die Werte bilden aktuelle Zustimmungswerte ab, sind jedoch keine Prognosen. Der Fehlerbereich beträgt +/- zwei bis drei Prozentpunkte.

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Simon Suter (Simi)
    Dass man aus Frust und Enttäuschung mit den etablierten Parteien protestierend etwas anderes wählt, ist ja durchaus verständlich. Warum genau jene Rechtspopulisten, die gar nicht erst versuchen, irgendeine Lösung zu irgendeinem Problem anzubieten, sondern einfach nur auf Kosten unschuldiger Menschen Hetze betreiben, solchen Zulauf erhalten, ist nicht nur unverständlich, die Demokratie und der Wohlstand des Westens gräbt sich so sein eigenes Grab.
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  • Kommentar von Lucas Frank (Lucas)
    Ein bisschen AFD ist gesund, wie die SVP in der Schweiz, jedoch sollten sie genau wie hier höchstens 30% bekommen, SPD auch ! Grüne kann man sowieso vergessen, und bitte keine Kommunistische Die Linke, welche ihren ursprung in der DDR/UdSSR hat. Das wichtigste ist eine Politische Mitte, welche teils Rechts seien kann, mir wäre eine CSU orientierte CDU lieber !
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  • Kommentar von Stanic Drago (Putinversteher)
    Angeblich in Wahlhreis 46 (Freiburg Stadt) würden schon am Freitag Wahlergebnisse durch eine Panne veroffentlicht. Laut Wahlergebnissen von Freitag über Wahl welche am Sontag stattfindet hat CDU 34% stimme und Grüne 31%. Ich habe immer bewundert Deutsche Efektivität?
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