Lionel Messi legt Rekurs gegen Steuerhinterziehungs-Urteil ein

Ein spanisches Gericht hat Barcelona-Stürmer Lionel Messi und seinen Vater Jorge Messi zu je 21 Monaten Haft und einer Busse von 3,7 Millionen Euro verurteilt. Dass die beiden die Gefängnisstrafe tatsächlich absitzen müssen, ist unwahrscheinlich.

Vater und Sohn Messi vor Gericht. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Anfang Juni mussten sich Lionel Messi und sein Vater in Barcelona vor Gericht verantworten. Keystone/Archiv

Der Fussballspieler Lionel Messi vom FC Barcelona und sein Vater Jorge Messi haben Berufung gegen das Gerichtsurteil angekündigt. Den beiden wurde eine 21-monatige Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung angekündigt. Lionel Messi wurde zudem zu einer Geldstrafe von rund 2,09 Millionen Euro verurteilt. Sein Vater Jorge Messi muss 1,6 Millionen Euro zahlen.

Geforderte Steuern wurden bezahlt

In einem Communiqué an verschiedene spanische Medien bezeichneten die Anwälte der Messis das Urteil des Landgerichts in Barcelona als «nicht korrekt». Man werde deshalb vor dem Obersten Gericht Spaniens Berufung einlegen. Man sei zuversichtlich, dass es für beide Mandanten am Ende einen Freispruch geben werde.

Die Anwälte betonten, Messi habe der Steuerbehörde alle geforderten Beträge zurückgezahlt. Deshalb sei die «Hartnäckigkeit», die Anklage gegen den Spieler und dessen Vater aufrechtzuerhalten, «überhaupt nicht zu verstehen». Die Messis seien «beispielhafte Bürger». Lionel Messi beweise das als öffentliche Person ständig, «sowohl auf den Fussballplätzen wie auch ausserhalb der Stadien», hiess es.

Allerdings ist es wahrscheinlich, dass der 29-jährige Fussballspieler des FC Barcelona und sein Vater die Haft nicht antreten müssen. Dies ist in Spanien üblich, wenn gegen Personen, die zuvor nicht mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind, eine Haftstrafe unter zwei Jahren verhängt wird.

Laut der Anklage sollen Vater und Sohn über Scheinfirmen in Belize und Uruguay zwischen 2007 und 2009 Steuern in Höhe von insgesamt 4,16 Millionen Euro hinterzogen haben.

Volles Vertrauen in den Vater

Messi hatte ausgesagt, sich nicht um die Steuerangelegenheiten gekümmert, sondern diese seinem Vater überlassen zu haben. «Ich habe Dinge unterschrieben, aber ich schaue nie auf die Verträge. Ich weiss nicht, was ich unterschreibe», soll Messi laut der Zeitung «El Periodico» im September 2013 ausgesagt haben.

Offenbar waren Messi im Zuge der Ermittlungen verschiedene von ihm unterzeichnete Sponsorenverträge vorgelegt worden, doch Messi habe sich laut Medienberichten nicht an sie erinnern können. «Das ist etwas, das mein Vater managt. Und ich vertraue ihm», wurde der fünfmalige Weltfussballer zitiert. Er selbst konzentriere sich aufs Fussballspielen: «Ich mache, was er mir sagt.»

Erst im Dezember hatte die spanische Justiz Ermittlungen gegen Messi wegen angeblicher finanzieller Unregelmässigkeiten bei Wohltätigkeitsspielen in den Jahren 2012 und 2013 eingestellt. Ein Gericht befand, dass Messi den Steuerbehörden keine Einnahmen aus den betroffenen Spielen vorenthalten habe.