Loveparade: Duisburger Behörden klagen 10 Personen an

Die Massenpanik an der Loveparade in Duisburg kostete 21 Menschen das Leben. Das war vor dreieinhalb Jahren. Nun will die Staatsanwaltschaft 10 Personen anklagen.

Holzkreuze, Blumen und Kerzen auf Treppe, Nachthimmel Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Bei der Massenpanik an der Loveparade in Duisburg kamen 21 junge Menschen um Leben. Keystone

Die Staatsanwaltschaft Duisburg will nach der Loveparade-Katastrophe zehn mutmasslich Verantwortliche vor Gericht stellen. Sie wirft ihnen unter anderem fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vor. Dies sagte Behördenleiter Horst Bien in Duisburg.

Massenpanik an der Loveparade fordert 15 Tote

1:04 min, aus Tagesschau vom 24.7.2010

Über 500 Verletzte

Zu den Angeklagten zählen auf Seiten des Veranstalters Lopavent vier Mitarbeiter, auf Seiten der Stadt Duisburg sechs Mitarbeiter. Bei der Loveparade im Juli 2010 war eine Massenpanik ausgebrochen. 19 junge Menschen wurden erdrückt oder zu Tode getrampelt. Zwei weitere starben später im Spital. Mehr als 500 wurden verletzt.

Den Ermittlungen zufolge waren die Zu- und Abgänge zum Loveparade-Gelände für solche Menschenmengen ungeeignet. Die Planer der Veranstalter hätten erkennen müssen, dass das Sicherheitssystem versagen und lebensgefährliche Situationen entstehen würden, sagte der Staatsanwalt.

Menschenmasse, umkippender Zaun, fliehende Menschen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Für die Staatsanwaltschaft Duisburg ist klar: Das Sicherheitskonzept der Loveparade-Veranstalter war mangelhaft. Keystone

Damaliger Bürgermeister entlastet

Nicht angeklagt werden der damaligen Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland sowie der Geschäftsführer der Veranstalterfirma Lopavent Rainer Schaller. Sie werden aber als Zeugen vorgeladen.

Die Staatsanwaltschaft hattte zuvor betont, dass kein Grund bestehe, Ermittlungen gegen die beiden einzuleiten. «Es liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass sie selbst Einfluss auf die feherhafte Planung oder die Erteilung der rechtswidrigen Genehmigung haben. Sie durften auch darauf vertrauen, dass die für die Planung und Genehmigung Verantwortlichen das Vorhaben aufgrund ihrer Fachtkenntnisse ordnungsgemäss prüfen würden», hiess es in einer Mitteilung.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Anklage im Fall Duisburg

    Aus Tagesschau vom 12.2.2014

    An der Loveparade in Duisburg wurden vor mehr als drei Jahren 21 junge Menschen erdrückt oder zu Tode getrampelt, als eine Massenpanik ausbrach. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben: sie will zehn Personen vor Gericht stellen.

  • Staatsanwaltschaft Duisburg erhebt Anklage

    Aus Tagesschau vom 12.2.2014

    Vor fast drei Jahren brach bei der Loveparade in Duisburg eine Massenpanik aus, wobei 21 junge Menschen erdrückt oder zu Tode getrampelt wurden. Die Staatsan-waltschaft Duisburg hat nun Anklage erhoben. Sie will zehn Personen wegen fahr-lässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung vor Gericht stellen.