Macht Nordkorea Fortschritte bei der Atombombe?

US-Regierungsbeamte fürchten, dass Nordkorea Fortschritte beim Bau von Atombomben macht. Wie die Zeitung «Washington Post» berichtet, könnte Pjöngjang bei seinem jüngsten Nuklearversuch im Februar eine Atombombe mit hoch-angereichertem Uran gezündet haben.

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Südkorea ist bereit für einen Gegenangriff (Tagesschau, 1.04.2...

1:22 min, vom 1.4.2013
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Neuer Ministerpräsident

Der nordkoreanische Ministerpräsident Choe Yong Rim ist seines Postens enthoben worden. Sein Nachfolger soll Pak Pong Ju sein, der das Amt bereits von 2003 bis 2007 innehatte. Er wurde jedoch abgesetzt, weil seine Rezepte als zu marktwirtschaftlich galten. Der Wechsel kommt inmitten erhöhter Spannungen auf der koreanischen Halbinsel.

US-Experten vermuten, dass das Regime zur Urananreicherung fähig ist. Es könne zudem auf eine Zusammenarbeit mit dem Iran hindeuten, berichtete das Blatt «Washington Post». Allerdings handle es sich zunächst lediglich um Mutmassungen von Experten, eindeutige Hinweise gebe es nicht. Bei bisherigen Versuchen habe das kommunistische Land dagegen vermutlich Plutonium aus alten Beständen verwendet, hiess es.

Die Vermutung, dass diesmal hoch-angereichertes Uran genutzt wurde, würde durch aussergewöhnliche Massnahmen Nordkoreas genährt, die Auswirkungen des jüngsten Tests zu verschleiern. So gebe es etwa nur sehr geringe radioaktive Spuren in der Atmosphäre.

Schärfere Töne aus Seoul

Pjöngjang verschärft seit Wochen seine militärischen Drohungen gegen Südkorea und die USA. Dies hat nun zu Reaktionen auf der Gegenseite geführt. Die südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye hat Nordkorea mit einer massiven und raschen militärischen Reaktion gedroht.

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Reaktion auf Nordkoreas Kriegsankündigung

1:21 min, aus Tagesschau am Mittag vom 1.4.2013

Wenn es eine Provokation gegen Südkorea und sein Volk gebe, dann solle es darauf eine entschlossene Antwort geben – ohne politische Abwägungen, sagte Park.

US-Tarnkappenbomber in Südkorea gelandet

Inmitten der angespannten Lage auf der koreanischen Halbinsel haben die USA Kampfjets nach Südkorea zu einem gemeinsamen Manöver mit dem Verbündeten geschickt. Die US-Kampfflugzeuge vom Typ F-22 Raptor, die vom Radar nicht erfasst werden können, seien auf dem Luftwaffenstützpunkt Osan stationiert worden, teilte das US-Militär mit.

Ein Kampfjet feuert hell aufblitzende Flugkörper ab Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die nach Südkorea entsandten F-22-Kampfjets verfügen auch über sogenannte «Täuschkörper» gegen Infrarot-Waffen. Keystone/Archiv

Nordkorea werde mit seinen Drohungen und Provokationen nichts erreichen. Das Land werde sich nur weiter isolieren und die internationalen Bemühungen um Stabilität und Frieden in der Region untergraben, erklärte das US-Militär. Wie viele F-22 von ihrem Stützpunkt Kadena in Japan nach Südkorea flogen, teilte das US-Militär nicht mit.

Kernwaffen «nicht verhandelbar»

Nordkorea steuert unterdessen weiter auf Konfrontationskurs gegen die USA und den Rest der Welt. Der kommunistische Staat will sein Arsenal an Atomwaffen vergrössern und parallel dazu auch seine marode Wirtschaft auf Vordermann bringen.

Einen Tag nach der Erklärung des «Kriegszustands» mit Südkorea bekräftigte das Regime in Pjöngjang am Sonntag, seine Atomwaffen seien nicht verhandelbar – auch nicht gegen «Milliarden von Dollars».