Letztes TV-Duell Macron und Le Pen kreuzen die Klingen

Vier Tage vor der entscheidenden Runde in der französischen Präsidentenwahl liefern sich die beiden verbliebenen Kandidaten Emmanuel Macron und Marine Le Pen ein letztes TV-Duell.

Le Pen und Macron im TV-Studio Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wer überzeugt die Franzosen mehr? Le Pens und Macrons letzte Chance. Reuters

  • Der parteilose Linksliberale Emmanuel Macron und die Kandidatin des rechtspopulistischen Front National Marine Le Pen ringen im letzten TV-Duell vor der Stichwahl am Sonntag um die unentschlossenen Wähler.
  • In den jüngsten Umfragen von Cevipof/Ipsos/Sopra Steria kommt Macron auf 59 Prozent der Stimmen, Le Pen auf 41 Prozent.
  • Rund 47 Millionen Bürger sind zur Wahl aufgerufen, in der ersten Runde lag die Beteiligung bei rund 80 Prozent.

Marine Le Pen hat zu Beginn der Redeschlacht Emmanuel Macron vorgeworfen, Kandidat einer «wilden Globalisierung» zu sein. Er stehe für «soziale Brutalität» und den «Kampf jeder gegen jeden». Sie selbst sei hingegen «die Kandidatin des Volkes».

Macron wirft der Rechtsextremen seinerseits vor, keine Vorschläge zu machen, um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Sie trage nicht nur den Namen ihres Vaters, sondern führe auch das Erbe dessen Partei 'Front National' weiter. Es sei nun nach 40 Jahren an der Zeit, ein neues Kapitel aufzuschlagen.

Macron gilt als Favorit

In der ersten Runde vor fast zwei Wochen hatte Macron 24 Prozent geholt, knapp drei Punkte mehr als Le Pen. Noch ist das Duell am Sonntag aber nicht entschieden. Zwar haben der unterlegene konservative Kandidat François Fillon und der ebenfalls ausgeschiedene Sozialist Benoit Hamon ihre Anhänger aufgerufen, für Macron zu stimmen. Einer Umfrage zufolge kann er auch auf die Stimmen von einem Drittel der Anhänger des radikalen Linken Jean-Luc Mélenchon zählen, der in der ersten Runde wie Fillon knapp 20 Prozent holte.

Doch zwei Drittel der Mélenchon-Anhänger wollen ungültig oder gar nicht wählen. Auch im Fillon-Lager wissen viele Wähler nicht, wem sie ihre Stimme geben. Insgesamt seien mindestens 15 Prozent der Wahlberechtigten noch unentschieden, schätzen Meinungsforscher.

Angesichts der Unsicherheiten sind die Finanzmärkte nervös. Für den Fall einer Niederlage Macrons fürchten viele Anleger den Anfang vom Ende der Euro-Zone – im Falle seines Sieges dagegen eine Bestätigung der Währungsunion und des gerade beginnenden konjunkturellen Aufschwungs.