Zum Inhalt springen

International Mali: Frankreich schickt mehr Truppen ins Feld

Schritt für Schritt verstärkt Frankreich seine Truppen im Kampf gegen die Islamisten in Mali. Bis zu 2500 Soldaten sollen eingeflogen werden. Bislang sind 750 in dem westafrikanischen Land im Einsatz. Auch andere Staaten haben Unterstützung zugesagt.

Legende: Video Frankreich verstärkt Truppen in Mali abspielen. Laufzeit 2:01 Minuten.
Aus Tagesschau vom 15.01.2013.

Die malische Regierung rief, und Frankreich folgte dem Ruf. Dies war die Geburtstunde der Operation «Serval»: Den Anfang machten 200 Soldaten – vermutlich Fremdenlegionäre. Sie wurden aus dem Tschad nach Mali eingeflogen.

Die wüstenkampferprobten Legionäre unterstützten die malische Armee im Gefecht um die strategisch wichtige Stadt Konna. Schon bald wurde ein Marine-Infanterie-Regiment aus Frankreich eingeflogen.

Mittlerweile sind es 750 Soldaten. Eine Einheit mit 40 französischen Panzern aus der Elfenbeinküste soll einem Bericht der Zeitung «Le Monde» zufolge am Dienstagmorgen die malische Hauptstadt Bamako erreicht haben.

Hinzu kommen Kampfhelikopter, die zum 4. Helikopter-Regiment der Spezialkräfte gehören. Das Regiment, das in Frankreich stationiert ist, hat insgesamt 12 Kampfhelikopter. Weiter setzt Frankreich 8 Mirage-Kampfjets, drei Tankflugzeuge sowie drei Transportflugzeuge ein. Diese sind im benachbarten Tschad stationiert. Am Wochenende verlegte die französische Armee zudem 4 Rafale Kampfjets von Frankreich nach Mali.

Legende: Video Frankreichs Truppen abspielen. Laufzeit 0:33 Minuten.
Vom 15.01.2013.

Grossbritannien hat zugesagt, zwei Truppentransporter zur Verfügung zu stellen. Eine Maschine befindet sich zurzeit in Frankreich, die andere in Grossbritannien. Die britische Armee stellt keine Truppen zur Verfügung. Doch Afrikaminister Mark Simmons betonte, dass Grossbritannien bereit wäre, Soldaten zu Trainingszwecken nach Mali zu entsenden.

Die USA wollen mit Drohnen, Kommunikation, Logistik und nachrichtendienstlicher Aufklärung zur Verfügung stellen.

Deutschland leistet logistische, medizinische und humanitäre Unterstützung.

Die EU will 200 Militärausbildner nach Mali schicken. Ein direktes Engagement an den Kampfhandlungen ist nicht geplant.

Belgien leistet Hilfe bei der Unterstützung und stellt zudem 80 Soldaten, zwei Transportflugzeuge sowie einen Rettungshelikopter zur Verfügung.

Dänemark will Frankreich logistisch unterstützen.

Algerien hat sich monatelang gegen eine Intervention in Mali gesträubt. Das Land hat aber das Vorgehen Frankreichs gebilligt. Algerien gewährt Frankreich Überflugrechte für Kampfjets, die im Norden Malis Ziele angreifen. Zudem hat die Regierung die Zahl der Truppen an der Grenze zu Mali in der Sahara erhöht. Die Soldaten dürfen nach einer Warnung auf Fahrzeuge, die illegal die Grenze überqueren, das Feuer eröffnen.

Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas will insgesamt 3300 Soldaten nach Mali entsenden. Bislang haben folgende Mitgliedstaaten Zusagen gemacht:

Benin entsendet 300 Soldaten.

Burkina Faso stellt 500 Soldaten zur Verfügung. Zusätzlich verstärkt das Land die gemeinsame Grenze im Norden des Landes mit 500 zusätzlichen Soldaten.

Niger wird 500 Soldaten nach Mali schicken. Wann die Truppen in Mali eintreffen werden, ist nicht bekannt.

Nigeria wird nach Angaben des nigerianischen Verteidigungsministeriums 900 Soldaten in den Kampf schicken.

Senegal und Togo entsenden je 500 Mann nach Mali.

Mauretanien ist nicht Mitglied der Ecowas. Das westafrikanische Land hat seine Streitkräfte an der Grenze zu Mali in Alarmbereitschaft versetzt. Mauretanien wird sich nicht am Kampf gegen die Islamisten beteiligen. Die mauretanische Armee bekämpfte 2010 und 2011 Lager der Al-Kaida im islamischen Maghreb (Aqim) im Norden Malis.

5 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von W. Wilhelm, Kassel
    Die Franzosen kämpfen und wir Deutsche sind plötzlich kleinlaut. ABER DIE KAVALLERIE ZU SEINEM NACHBARN SCHICKEN, DAS KÖNNEN WIR.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von O. Obrecht, Balsthal
    Tja, in Syrien werden die Rebellen unterstützt und in Mali werden sie bekämpft. Was für eine verrückte Welt. Tja, man muß sich wohl seine Argumentation nur zurecht stricken und schon hat man seinen Grund Krieg für die "richtigen" Gründe zu führen. Das dahinter natürlich etwas ganz anderes steckt wissen die hier gut aufgeklärten Leser eh schon. Zum Glück wachen immer mehr auf.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Otto Würz, Winterthur
      In Syrien kämpfen die Rebellen gegen einen Verbrecher, in Mali sind die Rebellen selber die Verbrecher.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von O. Obrecht, Balsthal
      O. Würz: De Facto heisst das, dass die Rebellen Verbrecher sind, darüber sind wir uns ja einig. Das heisst wiederum, in Syrien kämpfen Verbrecher gegen Verbrecher. Wen will man da unterstützen? Gibt es den "besseren" Verbrecher? In Syrien ja, in Mali nein? Entweder man einigt sich den/die Verbrecher konsequent zur Rechenschaft zu ziehen, egal wo sie sich gerade aufhalten, oder man lässt es sein. Man kann nicht auswählen und bei gewissen Taten zusehen, sonst macht man sich selbst zum Verbre...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Otto Würz, Winterthur
      @O. Obrecht, da sind wir uns keineswegs einig. Gegen einen kriminellen Despoten vorzugehen sehe ich als legitimen Freiheitskampf, nicht als Verbrechen. Ich plädiere dafür, klar zu differenzieren, und die Beweggründe von Aufständischen unter die Lupe nehmen, statt sie alle in einen Topf zu werfen. Die Situation in Mali ist eine ganz andere als in Syrien.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen