Mandelas Familie meldet sich zu Wort

Zwei Tage nach dem Tod Nelson Mandelas hat sich dessen Familie zum ersten Mal öffentlich geäussert. «Die Säule der Familie» sei gegangen, so ein Sprecher der Familie. Das Land bereitet sich derweil auf die grösste Trauerfeier in seiner Geschichte vor.

Zwei Tage sind vergangen, seit dem Tod Nelson Mandela. Nun hat sich zum ersten Mal dessen Familie öffentlich zu Wort gemeldet. «Ja Tata (Papa) ist gegangen. Die Säule der Familie ist gegangen. So, wie während der 27 Jahre seiner Gefangenschaft», sagte der Sprecher der Familie, Temba Matanzima, in Johannesburg.

Die Familie sei tief traurig, so Matanzima. «Aber in unseren Herzen und unseren Seelen wird er stets bei uns sein.»

Südafrika bereitet Feierlichkeiten vor

In Südafrika sind derweil die Planungen für die Trauerfeierlichkeiten in vollem Gang. An drei Tagen soll eine Prozession durch die Strassen der Hauptstadt Pretoria stattfinden, bei welcher die Südafrikaner von ihrem ehemaligen Präsidenten und Volkshelden Nelson Mandela Abschied nehmen können.

Die Route des Trauerzuges bei welchem der Sarg mit den sterblichen Überresten Mandelas durch die Strassen geleitet wird, werde jeweils am Morgen angekündigt, so der Regierungssprecher Neo Momodu. Die Leute seien aufgerufen die «Strassen zu säumen». Nach den Prozessionen wird der Sarg Mandelas am Sitz der Regierung, den Union Buildings, aufbewahrt.

Im ganzen Land lagen in öffentlichen Gebäuden Kondolenzbücher auf, damit die Bevölkerung dem «grössten Sohn der Nation», wie Mandela von Präsident Jacob Zuma genannt wurde, ihre letzte Ehre erweisen konnten.

Weltweite Trauer

Der Tod des 95-jährigen Anti-Apartheid-Kämpfers hat weltweite Trauer verursacht. In den USA und auch am EU-Hauptsitz in Brüssel wehten die Flaggen auf Halbmast. Mehrere afrikanische Staaten haben eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen.

In seinem Heimatland wird Mandela mit besonderen Ehren verabschiedet. Am Montag werden die beiden Parlamentskammern zu einer Sondersitzung zusammenkommen. Am Tag darauf findet dann im Stadion von Soweto eine Trauerfeier statt. Das Stadion bietet Platz für 90'000 Menschen.

Beisetzung im Heimatdorf

An der grossen Feier werden Staats- und Regierungschefs aus aller Welt erwartet. US-Präsident Obama, sein Vorgänger George W. Bush und auch Bill Clinton haben ihr Kommen angekündigt. Auch der französische Präsident François Hollande wird an der Trauerfeier teilnehmen.

Die Beisetzung Mandelas wurde für den 15. Dezember festgelegt. Dann soll Mandela in seinem Heimatdorf Qunu im privaten Rahmen beerdigt werden. Nelson Mandela war am Donnerstag im Alter von 95 Jahren verstorben.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Nelson Mandelas Leben

    Aus 10vor10 vom 6.12.2013

    Nelson Mandela hat geschafft, was das Apartheidregime mit allen Mitteln verhindern wollte. Aus dem Gefängnis heraus hat er seine Idee eines gerechteren Südafrikas in den Köpfen und Herzen der Menschen verbreitet. Und dabei weltweit Bewunderung und Respekt erhalten.