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USA im Konflikt mit Mexiko «Marsch gegen Trump»

Legende: Audio Die wilde Entschlossenheit des neuen US-Präsidenten Donald Trump abspielen. Laufzeit 57:19 Minuten.
57:19 min, aus Forum vom 02.02.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • In 20 mexikanischen Städten sollen heute Märsche gegen den neuen US-Präsidenten stattfinden, bei denen gleichzeitig mehr Respekt für das eigene Land eingefordert wird.
  • Die Kosten für den Bau der Mauer an der mexikanischen Grenze sollen einem US-Bericht zufolge bei 21,6 Milliarden Dollar liegen und damit weit höher als von Donald Trump im Wahlkampf versprochen.
  • Auch die notwendige Zeit für Planung und Bau der Mauer ist derzeit offenbar unklar.

Mehrere Organisationen haben zu den geplanten Märschen in knapp 20 Städten aufgerufen. In Mexiko-Stadt sollen gleich zwei Demonstrationszüge zum Unabhängigkeitsdenkmal ziehen, wo die Nationalhymne gesungen werden soll. «Das ist ein Marsch gegen Trump und für Mexiko», sagte die Organisatorin Isabel Miranda de Wallace. «Wir haben einen gemeinsamen Gegner, der uns eint, und das ist Donald Trump.»

Der US-Präsident hatte die Mexikaner als Drogenhändler und Vergewaltiger diffamiert. Er will das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (Nafta) neu aushandeln oder aufkündigen. Zudem plant er den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko, um Drogenschmuggel und illegale Einwanderung zu stoppen. Im Streit um die Finanzierung des Projekts platzte zuletzt ein Treffen Trumps mit dem mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto.

Baukosten drohen zu explodieren?

Die Kosten für den geplanten Bau der Mauer an der Grenze zu Mexiko will US-Präsident Donald Trump drücken. Er habe gelesen, dass die Mauer mehr koste als von der Regierung ursprünglich gedacht, twitterte Trump am Samstag von seinem Resort in Florida, wo er derzeit den japanischen Regierungschef Shinzo Abe zu Gast hat.

Allerdings sei er bislang nicht persönlich mit der Planung oder den Verhandlungen befasst, ergänzte der US-Präsident. Sobald er sich selbst darum kümmern werde, «wird der Preis weit nach unten gehen!», versprach Trump.

Trump zu Kosten der Grenzmauer

US-Medien hatten am Donnerstag berichtet, der von Trump geplante Bau könnte deutlich teurer werden als von ihm angekündigt. Einem internen Bericht des US-Ministeriums für Innere Sicherheit zufolge ist mit Kosten von 21,6 Milliarden Dollar für den Bau der Mauer zu rechnen. Trump hatte im Wahlkampf von zwölf Milliarden Dollar gesprochen.

Warnhinweis an Grenzzaun zwischen USA und Mexiko.
Legende: Wo später die Grenzmauer stehen soll, werden heute bereits Vorboten der Trump-Pläne sichtbar. Reuters

Zwei oder drei Jahre bis Fertigstellung

Für den Bau werden dem Dokument zufolge zudem mehr als drei Jahre veranschlagt. Der Minister für Innere Sicherheit, John Kelly, hatte jüngst zwei Jahre als Zeitrahmen genannt.

Der neue US-Präsident hatte als eine seiner ersten Amtshandlungen im Januar per Dekret den Bau einer Mauer entlang der 3200 Kilometer langen Grenze zu Mexiko angeordnet. Er begab sich damit an die Umsetzung eines seiner zentralen Wahlkampfversprechen.

Mit dem Wall will er die illegale Einwanderung bekämpfen. Trump will die Kosten für die Mauer der mexikanischen Regierung aufbürden. Mexiko lehnt das ab. Die Beziehungen beider Länder haben sich seit Trumps Amtsantritt deutlich verschlechtert.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Zaugg (Hans Zaugg)
    Trump will sich also um niedrigere Kosten kümmern? Offenbar dämmert's ihm, dass am Ende doch die Amerikaner und nicht die Mexikaner die Mauer bezahlen werden.
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    1. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      Bislang ging bei Trump fast alles schief, nicht nur das mit der Bezahlung der MEX-Mauer. Quax der Bruchpilot? Missglückte Militäroperation im Jemen, Trump hat Bannon angeblich in Unkenntnis über das von ihm unterschriebene Dekret in den Sicherheitsrat aufgenommen (Such a cry baby!), Kehrtwende in China Politik, Juristische Niederlage beim Muslim-Einreiseverbot. Rechtspopulisten bejubeln Trump, obwohl er die USA auf Kosten anderer (ihrer)Länder groß machen will. Was sind denn das für Patrioten?
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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Gibt es keine anderen Lösungen als überall auf der Welt um die eingenen Staaten Mauern zubauen um illegale Einwanderung zu bekämpfen? Trump sprach davon, die Kosten von geschätzten acht bis zwölf Mrd. Dollar über Steuern auf die Auslandsüberweisungen derjenigen mexikanischen Migranten zu finanzieren, die ohne gültige Papiere in den USA leben. Zynischer gehts nicht mehr. In den USA lebenden Mexikaner haben letztes Jahr insgesamt rund 25 Mrd.Dollar an die Angehörigen daheim überwiesen.
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  • Kommentar von Rolf Künzi (Unbestimmt)
    Wo sind die 10 gefährlichsten Städte der Welt? https://www.welt.de/vermischtes/article151484938/Dies-sind-die-gefaehrlichsten-Staedte-der-Welt.html
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    1. Antwort von Ch. Helfenstein (Ch. Helfenstein)
      Nicht in Mexiko, aber was hat dies mit der Mauer zu tun? Die DDR baute auch eine Mauer, dennoch sind die Bürger in den Westen gekommen.
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