MH370: Hinweise verdichten sich vor Australien

Die Meldungen, wonach im Indischen Ozean auffällige Objekte treiben, häufen sich. Noch ist unklar, ob es sich dabei um Wrackteile der verschollenen Boeing 777 handelt. Sicher aber ist: Alle Objekte wurden via Satellitenbildern in etwa in dem gleichen Gebiet geortet – vor der Küste Westaustraliens.

Kartenausschnitt zeigt Australien Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Derzeit konzentriert sich die Suche auf ein Gebiet südwestlich der australischen Stadt Perth. (Bild vom 20. März) Keystone

Mit der Auswertung von Satellitenbildern verdichten sich die Anzeichen dafür, dass die verschollene Malaysia Airlines-Boeing im südlichen Indischen Ozean zerschellt ist. Am Sonntag wurden neue Aufnahmen eines französischen Satelliten bekannt, die mögliche Wrackteile zeigen.

Was genau auf den französischen Aufnahmen zu sehen ist, blieb zunächst ebenso unklar wie das Datum, an dem sie aufgenommen wurden. Die fotografierte Region liege entlang des südlichen Flugkorridors, den Experten als mögliche Flugroute ausgemacht hatten, hiess es.

Satellitenbild zeigt ein Objekt Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: 22 Meter lang und 13 Meter breit: Chinesische Satellitenbilder zeigen ein schwimmendes Objekt im Meer. Keystone

Viele Trümmer und keine Gewissheit

Am Tag zuvor hatte China ähnliche Aufnahmen veröffentlicht, ausserdem erspähte eine Flugzeugbesatzung Objekte im Wasser. Doch bis Sonntag wurden die Gegenstände nicht gefunden und auch nicht als Teil der Boeing identifiziert.

Die chinesischen Bilder stammen vom 18. März und zeigen ein Objekt von 22 Metern Länge und 13 Metern Breite. Frühere australische Aufnahmen vom 16. März zeigen ein Objekt von 24 Metern Länge. Der Tragflügel einer Boeing ist an der Basis 14 Meter breit und 27 Meter lang. Der Rumpf ist gut 60 Meter lang.

Gibt «Holzpalette» Aufschluss?

Derweil sucht die Crew eines australischen Aufklärungsflugzeugs mit Spezialkameras noch nach mehreren kleineren Objekten. Diese hatte die Besatzung einer anderen Maschine am Vortag auf der Wasseroberfläche ausgemacht hatte.

«Wir haben offenbar eine ganze Reihe sehr glaubwürdiger Hinweise bekommen und es gibt zunehmende Hoffnung», sagte der australische Ministerpräsident Tony Abbott in Sydney vor Journalisten. «Mehrere kleine Objekte» lägen relativ nahe beieinander und seien in der australischen Suchzone gesichtet worden.

So sprach Abbott etwa von einer «Holzpalette». Solche werden üblicherweise auf Schiffen verwendet, kommen aber auch in Flugzeugen zum Einsatz. Die australische Seesicherheitsbehörde (Amsa) indes meinte: «Sie haben bislang nur Seegras-Klumpen gesichtet.»

Setzte Brand Piloten ausser Gefecht?

Seit dem 8. März ist die Boeing der Malaysia Airlines wie vom Erdboden verschluckt. Suchmannschaften aus mehreren Ländern suchen nach der verschollenen Passagiermaschine. Die letzten Beobachtungen rücken die Region im Indischen Ozean, südwestlich von Australien, in den Fokus.

Für das mysteriöse Verschwinden von Flug MH370 haben Experten drei Theorien. Entführung, Sabotage durch die Piloten oder eine Katastrophe wie etwa ein Brand, der Crew und Passagiere ausser Gefecht setzte. In letzterem Fall könnte die Maschine noch stundenlang per Autopilot weitergeflogen sein, bis ihr der Treibstoff ausging.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Suche nach verschollenem Flugzeug

    Aus Tagesschau vom 22.3.2014

    Es suchen nun bereits 26 Länder nach Flug MH370 der Malaysia Airlines. Seit zwei Wochen ist das Flugzeug spurlos verschwunden und Experten sprechen von einer der bizarrsten Suche der Geschichte.