Monsun bringt Indien Tod und Zerstörung

Eingestürzte Häuser und reissende Flüsse: Der Monsun hat in Nordindien über 200 Opfer seit Juni gefordert. In den letzten Tagen hat sich die Situation zugespitzt.

Im Juni beginnt in Indien jeweils die Hauptmonsunzeit. Damit kommt der lang ersehnte Regen übers Land. Er füllt die Wasserspeicher und bewässert die Felder.

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Tote auf Dächern einäschern

Die überflutete Pilgerstadt Varanasi liegt am heiligen Fluss Ganges. Seit 1978 stand das Wasser in der Stadt nicht mehr so hoch.Varanasi ist berühmt für die Einäscherung von Toten. Die konnten nicht mehr wie gewohnt am Flussufer stattfinden. Der Fernsehsender NDTV zeigte, wie Angehörige stattdessen auf Dächern Begräbnisfeuer entzündeten.

Doch der Monsun bringt dem Land oft auch Tod und Zerstörung. Seit Juni starben im Norden des Landes über 250 Menschen. Allein in den letzten fünf Tagen waren es über 30 Tote.

Drei Millionen Menschen leiden unter Wassermassen

Grosse Teile der Hindu-Pilgerstadt Varanasi waren am Donnerstag überflutet. Am schlimmsten betroffen sind die Bundesstaaten Bihar, Madhya Pradesh und Uttar Pradesh. Nach offiziellen Angaben mussten seit Juni etwa 35‘000 Menschen gerettet werden. Insgesamt seien mehr als drei Millionen Menschen betroffen, melden die Behörden.

«Die Situation ist sehr ernst», sagte ein Sprecher der Katastrophenschutzbehörde NDRF der Deutschen Presse-Agentur. «Die Wasserpegel sinken einfach nicht. Die meisten Todesmeldungen stammen aus dieser und der vergangenen Woche.» Mehr als 60 Rettungsteams seien im Einsatz.