Moskau: «Wir müssen unsere Landsleute auf der Krim schützen»

Russland verteidigt sein Vorgehen auf der Krim: Es gehe um das Überleben der russischstämmigen Bürger auf der Halbinsel, erklärte der russische UNO-Botschafter vor dem UNO-Sicherheitsrat. Er berief sich auf einen Hilferuf von Viktor Janukowitsch.

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Russlands Armee auf der Halbinsel Krim

3:05 min, aus Tagesschau Nacht vom 3.3.2014

UNO-Botschafter Witali Tschurkin sagte am Montag vor dem Weltsicherheitsrat in New York, der abgesetzte ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch habe Kremlchef Wladimir Putin und die russischen Streitkräfte nach dem Umsturz gebeten, «Recht und Ordnung wiederherzustellen».

Tschurkin sagte, Janukowitsch sehe sein Land am Rande des Bürgerkriegs und habe von offener Gewalt durch den Einfluss des Westens berichtet. Russland unterstützt nach wie vor Janukowitsch, obwohl er vom Parlament abgesetzt wurde.

Tschurkin betonte mit Blick auf das Vorgehen Russlands auf der Krim, die überwiegend von Russen bewohnt ist: «Alles was geschieht, geschieht in voller Übereinstimmung mit russischem Recht.» Es gehe nur um den Schutz von Minderheiten und den Kampf gegen «terroristische Kräfte». Nur, weil auf den Russen «herumgetrampelt» werde, hätten sich «Volksbrigaden für Selbstverteidigung gebildet».

USA kritisiert Äusserungen

US-Botschafterin Samantha Power widersprach: «Wenn man Ihnen so zuhört, könnte man die russische Armee für den verlängerten Arm des UNO-Kommissars für Menschenrechte halten», sagte sie zu Tschurkins. «Aber Sie haben das Völkerrecht und die Souveränität eines unabhängigen Landes verletzt. Und das ohne jeden Grund. Denn es gibt keinerlei Berichte, dass die russische Minderheit irgendwie bedroht oder drangsaliert wurde.»

Es sei Russlands gutes Recht, mit der neuen demokratischen Regierung in Kiew nicht einverstanden zu sein. Es sei aber nicht Moskaus Recht, deshalb Soldaten zu schicken, betonte Power. «Die Lösung der Krise ist einfach: Dialog der Streitparteien, Rückzug der russischen Armee, Entsendung von internationalen Beobachtern - und nicht neue Drohungen und noch mehr Soldaten.»