Mursi muss vor Gericht

Die Anklage wirft dem ägyptischen Ex-Präsident Mohammed Mursi Anstiftung zur Gewalt und zum Mord vor. Die Staatsanwaltschaft hat ihn und weitere 14 Muslimbrüder deshalb an ein Kairoer Gericht überstellt. Derweil benennt Übergangspräsident Adli Mansur die Mitglieder der Verfassungsversammlung.

Ein Anhänger von Mohammed Mursi trägt ein Plakat des Ex-Präsidenten. (reuters) Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der ehemalige Muslimbruder und Ex-Präsident Mohammed Mursi soll ins Gefängnis – das will die Anklage. Reuters

Der ägyptische Ex-Präsident Mohammed Mursi muss sich vor Gericht verantworten. Die Anklage wirft ihm Anstiftung zur Gewalt und zum Mord vor.

Mursi und weitere 14 Muslimbrüder sind von der Staatsanwaltschaft an ein Kairoer Strafgericht überstellt worden. Dies berichtet die staatliche Nachrichtenagentur.

Der Ex-Präsident war am 3. Juli vom Militär nach Massenprotesten abgesetzt worden und wird seither an einem geheimen Ort festgehalten. Mursis Anhänger fordern, dass er wieder in sein Amt eingesetzt wird.

Mitglieder der Verfassungsversammlung stehen

In der Zwischenzeit gab Übergangspräsident Adli Mansur die Zusammensetzung der Versammlung bekannt, die eine neue Verfassung ausarbeiten soll. Diesem Ausschuss gehören vor allem Vertreter liberaler und linker Kräfte an.

Dabei kommen Mitglieder unter anderem aus den Bereichen Religion, Armee, Polizei, Gewerkschaften, Studenten, Zivilgesellschaft und Tourismus. Islamistische Parteien hatten sich geweigert, im Gremium mitzuarbeiten. Eine Ausnahme ist die salafistische Al-Nur-Partei.

Die neue Verfassung soll jenes Grundgesetz ersetzen, das im Dezember 2012 von Mursis Regierung verabschiedet wurde. Die Armee sieht die Reform als wesentlichen Schritt auf dem Weg zur politischen Normalisierung. Im kommenden Jahr sollen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen stattfinden.