Muslim regiert London: Glückwünsche aus aller Welt

Rund um die Welt gratulieren Politiker dem ersten muslimischen Bürgermeister Londons zu seinem Sieg. Der Labour-Politiker Sadiq Khan hatte 56,8 Prozent der Stimmen erhalten und seine Kontrahenten damit weit hinter sich gelassen.

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Bildlegende: Der pakistanisch-britische Khan wird zum ersten muslimischen Bürgermeister der englischen Metropole. Keystone

Der muslimische Labour-Politiker Sadiq Khan hat die Bürgermeisterwahl von London mit grossen Abstand gewonnen. Gemäss BBC, die das offizielle Ergebnis in der Nacht bekanntgab, konnte er 56,8 Prozent der Stimmen für sich verbuchen und liess seinen konservativen Rivalen Zac Goldsmith klar hinter sich.

Damit übernimmt die Arbeiterpartei nach acht Jahren wieder das Ruder in der britischen Hauptstadt. Der populäre konservative Bürgermeister Boris Johnson war nach acht Jahren nicht mehr angetreten.

Frankreichs Premier: «Herausragender Sieg»

Glückwünsch-Adressen aus aller Welt gingen bereits kurz nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses beim Gewinner ein. So schrieb die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, per Kurznachrichtendienst Twitter: «Gratulation an Sadiq Khan. Ich bin überzeugt, dass die Londoner von seinem Humanismus und seiner Fortschrittlichkeit profitieren werden».

Auch der französische Premierminister Manuel Valls beglückwünschte Khan zu seinem «herausragenden Sieg».

New Yorks Bürgermeister: «Freue mich auf Zusammenarbeit»

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio schrieb: «Glückwünsche an Londons neuen Bürgermeister und Mitkämpfer für bezahlbaren Wohnraum. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit.»

Zuvor hatte bereits Labour-Chef Jeremy Corbyn seine Glückwünsche zum Ausdruck gebracht. «Kann es gar nicht erwarten, mit dir ein gerechteres London für alle zu schaffen», schrieb er auf Twitter.

Auch vom politischen Gegner kamen Glückwünsche. Der konservative britische Wirtschaftsminister Sajid Javid, der wie Khan auch pakistanischer Abstammung ist, twitterte: «Von einem Sohn eines pakistanischen Busfahrers zum anderen: Glückwunsch.»

Auch Schwester des Kontrahenten gratuliert

Selbst die Schwester des unterlegenen Tory-Kandidaten Zac Goldsmith, Jemima Goldsmith gratulierte Khan. Er sei «ein grossartiges Vorbild für junge Muslime», schrieb die Ex-Frau des pakistanischen Cricket-Stars Imran Khan auf Twitter. Gleichzeitig äusserte sie Kritik an dem Wahlkampf ihres Bruders. «Traurig, dass Zacs Wahlkampf ihn nicht so widerspiegelte, wie ich ihn kenne: umweltfreundlich, unabhängig im Denken und ein Politiker mit Integrität.»

Goldsmith hatte Khan mehrfach vorgeworfen, sich nicht genügend von radikalen Muslimen abzugrenzen. Das wurde von vielen als unfair und teilweise sogar rassistisch betrachtet. Er musste dafür heftige Kritik einstecken.

Khan gegen Brexit

Khan hatte in Umfragen deutlich vor dem Kandidat der bislang regierenden Konservativen gelegen, Zac Goldsmith. Dieser wirbt wie der populäre scheidende Londoner Bürgermeister Boris Johnson für den Austritt Grossbritanniens aus der Europäischen Union.

Khan ist dagegen für den Verbleib seines Landes in der Staatengemeinschaft. Am 23. Juni sollen die Briten darüber in einem Referendum entscheiden.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Keine eindeutige Stimmungslage in Grossbritannien

    Aus Tagesschau vom 6.5.2016

    Sechs Wochen vor der sogenannten Brexit-Abstimmung fanden in Grossbritannien Regionalwahlen statt. Die Anti-EU-Partei UKIP schafft dabei erstmals den Sprung ins walisische Parlament. Und in Schottland siegen die Nationalisten. Einschätzungen dazu und zur voraussichtlichen Wahl von Sadiq Khan zum Bürgermeister von London liefert SRF-Grossbritannien-Korrespondent Urs Gredig.