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International Muslimische Weltliga – Organisation mit zwei Gesichtern?

Die Muslimische Weltliga (MWL) kümmert sich nach eigener Darstellung um den interreligiösen Dialog. Zwischen verschiedenen islamischen Glaubensrichtungen, aber auch zwischen dem Islam und anderen Religionen. Im Westen hält man die MWL aber eher für ein wahhabistisches Missionierungsinstrument.

Flagge der Muslimischen Weltliga.
Legende: Die Weltliga der Muslime hat sich selbst den interreligiösen Dialog auf die Fahne geschrieben. mwl

Die Muslimische Weltliga (MWL) wurde 1962 von Rechtsgelehrten in Mekka gegründet. Die Organisation, Link öffnet in einem neuen Fenster selbst bezeichnet sich als NGO, also als Nichtregierungsorganisation. Längst wird sie aber als «GONGO» bezeichnet – als eine «regierungsbetriebene Nichtregierungs-Organisation», denn faktisch ist die MWL eine Organisation des saudischen Staates.

Dies zeigt sich allein schon an dessen MWL-Vorsitz; diesen muss zwingend immer ein Saudi innehaben. Aber es erweist sich auch in den Geldflüssen. Die MWL wird nämlich ausschliesslich von Saudi Arabien finanziert.

Koodinationsrat in der Schweiz gegründet

Nebst dem religiösen Dialog dürfte ihre Aufgabe demnach vor allem auch die Verbreitung des Wahhabismus sein – also der saudischen Staatsreligion.

Die Weltliga betreibt Büros in der ganzen Welt und hat sich diverse Unterorganisationen angegliedert. Ihr Vernetzungsgrad ist beachtlich. Bis in den Westen. Weltweit existieren zudem islamische Kulturzentren, die zwar nicht direkte Vertretungen, jedoch mit der Weltliga verbunden sind. Zwei davon befinden sich in der Schweiz. Darüber hinaus wurde im Sommer 2015 in Genf ein Europäischer Koordinationsrat der Weltliga gegründet.

Wo die Weltliga überall ist

Internationale Büros in:
Nigeria,
Mozambique, Mauritius, Malaysia, Kenya, Kanada, Frankreich, Russland, Dschibuti
und Somalia, Südafrika, Mauretanien, Komoren, Togo, Tansania, Burundi,
Bangladesh, Pakistan, Österreich, Malediven, Kongo, Sudan, Senegal, Dänemark,
Gabon, Bosnien, Jordanien, Italien, Uganda, Indonesien, Australien und Grossbritannien
Verbundene Kulturzentren:
In
den Niederlanden, in Nigeria, in Nordkorea, in Venezuela, in Paris, in Guinea
Bissau, zwei in der Schweiz (Basel und Genf), in Benin, Belgien, Niger,
Österreich, Gibraltar, Grossbritannien (Edinburgh), Schweden, Dänemark,
Bosnien-Herzegowina, Brasilien, Argentinien, Italien und Spanien

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8 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Frage an SRF -Wo bleibt der von ihnen veröffentlichte Bericht - Die Schweiz ist eine Drehscheibe für die Saudis ? Besten Danke und freundliche Grüsse M.Kaiser
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  • Kommentar von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
    Die Saudis hüten sich im Moment noch davor, sich offensiv von ihren Waffenlieferanten und Rohstoffabnehmern zu entfernen. Organisationen im Hintergrund und Geldströme zu Gleichgesinnten sind da die bessere Option. Salafismus und Wahabismus sind extreme Ausprägungen einer Religion, die jeglicher Ethik entbehren (Verbindung Gottheit-Mensch). Religion ist hier das Mäntelchen der Macht. Ohne Wirtschaftsinteressen und -abhängigkeiten müsste sich der Westen komplett von SA lösen. Aber Geld ist stärker
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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Dialog ????? Ist das wirklich ernst gemeint ?
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