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Internationale Hilfe für den Libanon
Aus Tagesschau vom 06.08.2020.
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Nach Explosion in Beirut Schweizer Expertenteam nach Libanon unterwegs

  • Rettungshelfer suchen zwei Tage nach der Explosion im Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut weiter nach Überlebenden.
  • Noch immer werden nach Angaben des libanesischen Roten Kreuzes rund 100 Menschen vermisst.
  • Ein Expertenteam aus der Schweiz fliegt heute nach Beirut.

Soldaten der Armee, Mitarbeiter des Roten Kreuzes und Freiwillige waren am Ort der Katastrophe im Einsatz. Mitarbeiter des Zivilschutzes kontrollierten zudem Gebäude, die einsturzgefährdet sein könnten.

Angehörige von Überlebenden hofften auf Lebenszeichen von Vermissten. «Ich warte hier, ich bewege mich nicht weg», rief eine Frau in der Nähe des abgesperrten Hafens. «Mein Bruder arbeitete im Hafen und ich habe von ihm nichts gehört, seitdem es die Explosion gab.»

Ursache noch unklar

Bei der gewaltigen Detonation waren am Dienstag mehr als 130 Menschen ums Leben gekommen, rund 5000 wurden verletzt. Rettungshelfer erwarten, dass die Zahl der Opfer weiter steigen wird. Die Explosion zerstörte grosse Teile des Hafens und der umliegenden Gebiete.

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Legende:Der Hafen von Beirut vor der Explosion (links) am 31. Mai 2020 und einen Tag nach der Explosion (rechts) am 5. August 2020.Reuters

Die Suche nach der Ursache der Detonation dauert an. Eine Untersuchungskommission der Regierung soll dem Kabinett innerhalb von fünf Tagen einen ersten Bericht vorlegen.

16 Hafenmitarbeiter festgenommen

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Im Zuge der Ermittlungen zur verheerenden Explosion in Beirut sind 16 Mitarbeiter des Hafens festgenommen worden. Das teilte der amtierende Militärrichter Fadi Akiki laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur NNA am Donnerstagabend mit.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat in Beirut von einer «historischen Verantwortung» für die politische Führung im Libanon gesprochen. «Es handelt sich um eine politische, moralische, wirtschaftliche und finanzielle Krise, deren erstes Opfer das libanesische Volk ist, und sie erfordert extrem schnelle Reaktionen», sagte Macron.

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Einschätzungen von Pascal Weber
Aus Tagesschau vom 06.08.2020.
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Er forderte mit deutlichen Worten Reformen im Libanon. Nötig seien «starke politische Initiativen», um gegen die Korruption und die Undurchsichtigkeit des Bankensystems zu kämpfen.

Vor Journalisten sagte er, die Unterstützung und Solidarität Frankreichs seien selbstverständlich. Er sei gekommen, um den Libanesen Frankreichs Freundschaft und Brüderlichkeit zu bringen. Der Libanon war früher Teil des französischen Mandatsgebiets im Nahen Osten, die beiden Länder sind immer noch eng verbunden.

Hilfe von der EU

Die EU hat dem Libanon nach der schweren Explosion in Beirut Nothilfe in Höhe von mehr als 33 Millionen Euro zugesagt. Mit dem Geld soll zum Beispiel medizinische Ausrüstung finanziert werden, wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach einem Gespräch mit dem libanesischen Ministerpräsidenten Hassan Diab mitteilte.

Weitere Hilfen könnten je nach Einschätzung der humanitären Lage vor Ort folgen, hiess es. Von der Leyen bot dem Libanon zudem die Unterstützung der EU beim Wiederaufbau des zerstörten Teils der Stadt an.

Glückskette sammelt für den Libanon

Glückskette sammelt für den Libanon
Legende:Keystone

Eine Katastrophe zu viel für das erschöpfte Land: Unter diesem Titel ruft die Glückskette zur Solidarität mit den Menschen im Libanon auf. Spenden können unter www.glueckskette.ch, Link öffnet in einem neuen Fenster und auf das Postkonto 10-15000-6 mit dem Vermerk «Nothilfe Libanon» überwiesen werden.

Schweizer Hilfsteam unterwegs

Mehrere Länder schickten Rettungsmannschaften und Experten nach Libanon, um bei der Bergung von Verschütteten und der Suche nach Vermissten zu helfen.

Aus der Schweiz flog heute ein Expertenteam nach Beirut. Es soll nach Angaben des Eidgenössischen Departements für äussere Angelegenheiten (EDA) unter anderem die Stabilität von Gebäuden prüfen.

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Ammoniumnitrat – eine explosive Chemikalie
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Durch die Explosion sind auch die Schweizer Botschaft und die Residenz von Botschafterin Monika Schmutz Kirgöz schwer beschädigt worden. Zudem wird das Team den libanesischen Behörden bei der Stabilitätsprüfung von öffentlichen Gebäuden wie Schulen und Spitälern helfen.

SRF 4 News, 06.08.2020, 09:00 Uhr;

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Das ist wirklich himmeltraurig, dass nun 16 Hafenarbeiter festgenommen worden sind, wahrscheinlich unschuldige Arbeiter, die für ihre wohl korrupten Vorgesetzten die „Dreckarbeit“ verrichten mussten. Die eigentlich „Dreckigen“ sind die Regierungsleute, korrupt, wie im Mittelalter Leibeigene behandelt wurden, werden die genannten Arbeiter wohl unschuldig herhalten müssen. Eine Schande!
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  • Kommentar von Sami Daher  (Sami Daher)
    Macron hat nicht zu suchen in Libanon. Zuerst muss Frankreich sich für die koloniale Vergangenheit in Libanon entschuldigen. Ohne diese Entschuldigung bleibt jede humane Zeichen der Solidarität nicht mehr als eine Farse. Dieser korrupte konfessionelle System ist der allein schuldige, an die Misere Libanon der seit seiner Entstehung bis jetzt daran leidet. Dieses System ist der Produkt der kolonialen Politik Frankreichs. Macron bleib zuhause!
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    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Nein, Syrien und der Iran mit der Hisbollah sind an dem desolaten Staat schuldig.
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    2. Antwort von Christa Wüstner  (Saleve2)
      Macron/ Frankreich hat sehr schnell und zügig gehandelt. Bereits wird ein Zeltlazarett mit med. Personal aufgestellt. Hier sind die Menschen im Vordergrund und nicht Streitereien wer darf und wer nicht.
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