Neuer Anschlag in Irak, Festnahmen in Saudi-Arabien

Ein neuer, verheerender Anschlag erschüttert den Irak. Dutzende Menschen sollen ums Leben gekommen sein. Derweil melden Sicherheitskreise aus Saudi-Arabien, dass nach den Terrorakten vom Montag erste Verdächtige festgenommen wurden.

Menschen inmitten von Autowracks und Trümmern. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Fast 300 Menschen starben bei Anschlägen in Bagdad am Wochenende. Keystone

Bei einem Anschlag auf ein Mausoleum der Schiiten im Irak sind Sicherheitskreisen zufolge am Donnerstagabend mindestens 35 Menschen getötet und 60 weitere verletzt worden.

Die Tat habe sich im rund 90 Kilometer nördlich von Bagdad gelegenen Ort Balad ereignet, hiess es. Die sunnitische Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich zum Anschlag.

Unter Raketenbeschuss

Ein Selbstmordattentäter habe sich am Eingangstor des Mausoleums von Sajid Mohammed bin Ali al-Hadi in die Luft gesprengt, verlautete aus Sicherheitskreisen weiter. Danach hätten mehrere Bewaffnete das Feuer eröffnet.

Mindestens einer von ihnen habe sich dann ebenfalls in die Luft gesprengt, ein weiterer sei von einem Wachposten des Mausoleums niedergeschossen worden, bevor dieser seinen Sprengstoffgürtel zu Explosion hätte bringen können. Zeitgleich sei die Gegend unter Raketenbeschuss geraten.

Fast 300 Tote am Wochenende

Am Wochenende waren bei einem Selbstmordattentat auf eine Einkaufsstrasse in einem überwiegend von Schiiten bewohnten Teil Bagdads mindestens 292 Menschen getötet worden. Auch zu dieser Tat bekannte sich die IS-Miliz, die im Norden und Westen des Landes gegen Regierungstruppen kämpft.

Die Taten verstärken Sorgen, dass es zu einem weiteren Aufflammen des Konflikts zwischen Schiiten und Sunniten im Irak kommen könnte.

Riad meldet Festnahmen

Derweil will Saudi-Arabien nach den Terrorakten von Montag 19 Verdächtige festgenommen haben. Zu ihnen zählten zwölf Pakistaner, teilte das Innenministerium in Riad mit.

Ausserdem seien die drei Selbstmordattentäter identifiziert worden, die sich in Medina, Katif und Dschiddah in die Luft gesprengt hatten. Der Anschlag am Montagabend in Medina wurde demnach von einem 26-jährigen Saudiaraber verübt, der eine «Vorgeschichte des Drogenkonsums» gehabt habe, hiess es. Er hatte vor der Propheten-Moschee in der heiligen Stadt Medina vier Polizisten mit in den Tod gerissen.

Fast zeitgleich gab es in Katif einen ähnlichen Anschlag mit drei Toten. Bereits in der Nacht zuvor hatte sich ein Attentäter in Dschiddah in die Luft gesprengt. Dabei wurden zwei Polizisten verletzt.

Ungewöhnliche Attentate

Saudi-Arabien ist in den vergangenen Jahren immer wieder zum Schauplatz von Anschlägen radikalislamischer Gruppierungen geworden. Eine Serie von Selbstmordattentaten in so kurzer Abfolge ist aber ungewöhnlich. Sie ereigneten sich zum Abschluss des islamischen Fastenmonats Ramadan.

Zu den Attentaten bekannte sich zunächst niemand. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hatte allerdings ihre Anhänger zu Anschlägen im Fastenmonat aufgefordert und sich zuletzt zu einer Reihe von Attentaten in mehreren Ländern bekannt.