Zum Inhalt springen
Inhalt

International Neustart bei den Liberalen in Deutschland

Zweieinhalb Monaten nach ihrer Wahlpleite arbeitet die FDP Deutschland an einem neuen Kurs. Für frischen Wind soll Christian Lindner sorgen. Der Sonderparteitag in Berlin stand aber nicht nur im Zeichen des Aufbruchs.

Legende: Video Neustart bei der FDP abspielen. Laufzeit 01:45 Minuten.
Aus Tagesschau vom 07.12.2013.

4,8 Prozent, das war das bittere Resultat für die FDP an der Bundestagswahl von Ende September. Deutschlands Wähler hatten die Liberalen erstmals aus dem Bundestag gefegt.

Schonungslos und emotional suchten die Liberalen auf ihrem Sonderparteitag nach Gründen für ihr Versagen. Das gescheiterte Spitzenduo Philipp Rösler und Rainer Brüderle räumte eigene Fehler ein, kritisierte aber auch mangelnde Loyalität im Führungsteam.

Lindner soll es richten

Mit einer neuen Führung wagt die Wirtschaftspartei nun den Neuanfang. In seiner Bewerbungsrede hatte Christian Lindner seine Partei aufgerufen, das Scheitern bei der Bundestagswahl abzuhaken und zu kämpfen.

«Die Zeit der Trauerarbeit ist zu Ende», sagte Lindner. Der weite Weg zurück in den Bundestag werde von Widerständen, Rückschlägen und Enttäuschungen gesäumt sein: «Deshalb kann keiner diesen Weg allein gehen.»

Der Umgang der Basis mit der Niederlage zeige aber, dass die FDP noch Stärke und Selbstachtung besitze. Unter seiner Führung werde es keine Spaltung und keinen Rechtsruck geben. Die Partei dürfe nicht der «nationalökonomischen Bauernfängertruppe» von der AfD nacheifern.

Aufarbeitung der Niederlage

Philipp Rösler räumte in seiner Abschiedsrede auch Fehler ein, beklagte aber auch mangelnde Unterstützung im Wahlkampf. «Ich hätte mich über ein bisschen mehr Unterstützung in einem starken Team gefreut», sagte der scheidende Parteivorsitzende.

Hass und Häme hätten der FDP im Bundestagswahlkampf nach Ansicht ihres Ex-Spitzenkandidaten Rainer Brüderle das Leben schwer gemacht. «Es gab in Teilen der Öffentlichkeit eine Vernichtungssehnsucht gegen uns und auch gegen mich persönlich», sagte Brüderle.

Wahljahr 2017 im Fokus

Ziel sei es, die FDP 2017 in den Bundestag zurückzuführen und die anderen Wahlen bis dahin als wichtige Meilensteine anzusehen, erklärte Lindner in Berlin. Für diesen
langen Weg werde jeder Einzelne in der Partei gebraucht.

Lindner rief die FDP zudem zu mehr Zusammenhalt auf. Nicht immer seien die Liberalen in den vergangenen Jahren im Umgang miteinander ihren eigenen gesellschaftspolitischen Ansprüchen gerecht geworden. Künftig müsse gelten: «Greift der politische Gegner einen von uns an, dann bekommt er es mit der gesamten FDP zu tun.»

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Lindner ist unbelehrbar und hat es bereits wieder in den Sand gesetzt. Der Typ versteht nicht, dass er mit seiner Hetze gegen die AfD und dem Blockparteien-Kurs in Sachen Euro und EU keinen Blumentopf gewinnt. Diese FDP braucht kein Mensch mehr, auch wenn in D'land eine liberale Kraft, die diesen ausgearteten sozialistischen Nanny-Staat-Wahnsinn in Check hält, dringend von Nöten ist. Diese Rolle wird nun die AfD übernehmen müssen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Albert Planta, Chur
    Es fragt sich,für welche Wählerschichten dieFDP in Zukunft politisieren will. Ich komme vom Gefühl nicht los, dass diese Partei sich selber zugrunde gerichtet hat. Eine neoliberale und gleich zeitig EU freundliche Partei hat ein sehr beschränktes Potential.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen