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Neuster Bericht der FAO Es hungern wieder mehr Menschen auf der Welt

Legende: Audio Wetterextreme und Konflikte als Ursachen für Hunger abspielen. Laufzeit 01:37 Minuten.
01:37 min, aus HeuteMorgen vom 12.09.2018.
  • Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) schlägt Alarm: Nachdem der Hunger auf der Welt während einigen Jahren abgenommen hat, steigt die Zahl der Hungernden wieder.
  • Einerseits seien Konflikte dafür verantwortlich, andererseits extreme Wetterereignisse.
  • Das von der UNO definierte Ziel, den Hunger auf der Welt bis 2030 zu besiegen, sei wieder in die Ferne gerückt, so die FAO.

Die Zahl der Hungernden ist in den vergangenen drei Jahren wieder gestiegen – vor allem in Südamerika und in vielen Teilen Afrikas. Das scheibt die FAO in Rom in ihrem neusten Bericht. Einer von neun Erdbewohnern leide Hunger.

Einerseits nennt die UNO-Organisation Konflikte als Ursache. Andererseits hätten vor allem extreme Wetterereignisse wie Dürren zu zusätzlichem Hunger geführt, sagt Kostas Stamoulis, Vizedirektor der FAO. «Dürren sind für über 80 Prozent der Ernteausfälle verantwortlich», erklärt er.

Auf Dürren folgten oft heftige Regenfälle, die neue Schäden anrichteten – zum Beispiel fruchtbare Erde wegspülten oder Getreidespeicher von Bauern beschädigten.

Wer als Kind zu wenig ass, leidet als Erwachsener oft unter Fettleibigkeit.
Autor: Kostas StamoulisFAO-Vizedirektor

Wetterextreme führten zu immensen Verlusten von Nahrungsmitteln. Und das trage paradoxerweise auch dazu bei, dass immer mehr Leute an Übergewicht leiden. «Wer als Kind zu wenig ass, leidet als Erwachsener oft unter Fettleibigkeit», sagt Stamoulis.

Hunger und Fehlerernährung gingen oft Hand in Hand. Gesunde Lebensmittel wie Gemüse und Früchte seien nach Dürren oder Überschwemmungen oft teuer. Die arme Bevölkerung ernähre sich als Ersatz von billigeren, stark zuckerhaltigen Lebensmitteln. Weltweit sei heute eine von acht Personen übergewichtig, so die FAO. Tendenz steigend.

Legende:
So viele Menschen leiden weltweit an Hunger Die Zahl der Unterernährten steigt seit 2014 wieder an, obwohl die UNO den Hunger in der Welt bis zum Jahr 2030 eigentlich ganz abschaffen will. (*Vorläufige Zahl für 2017, in Millionen.) FAO
Legende:
Wo 2017 am meisten Hunger herrschte Am grössten ist der Anteil der Unterernährten am Anteil der Bevölkerung in Afrika, dort ist jeder 5. vom Hunger betroffen. In Europa ist es nur gut jeder 50. (In Prozent) FAO

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Gurzeler (B.Gurzeler, alias Rollstuhlrocker)
    Ist jemand überrascht ich nicht !
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  • Kommentar von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
    Und wieder ist das Klima schuld, die exponentielle Zunahme von derzeit 7.5Mia kurzsichtigen, hoffnungslos naturinkompatiblen Menschen kein Thema. Die speziell effizienten Regenwälder mit ihrer wichtigen Verdunstungsfunktion wurden bis auf ca 15-20% gerodet, die ganze Welt, inkl.CH, nimmt am Kampf um fruchtbare Böden in Entwicklungsländern teil, weil sie ihre Überpopulationen füttern muss, mit möglichst viel Fleisch. Das wirkt sich alles unweigerlich auf Klima und Wasserhaushalt/Grundwasser aus.
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  • Kommentar von Daniel Bucher (DE)
    "Wer als Kind zu wenig ass, leidet als Erwachsener oft unter Fettleibigkeit." Welch abstruse Behauptung. Wenn man sieht wer und welche Gesellschaften unter Fettleibigkeit leiden, merkt man sofort dass die Behauptung nicht stimmt. Sonst hätten wohl die meisten Amerikaner als Kind zu wenig zu essen gehabt. Fettleibigkeit kommt nur von zu viel Kalorien das ist aber in Hungergebieten ehrer selten der Fall.
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