Nordkorea lässt die zwei letzten gefangenen US-Bürger frei

Nach Monaten und Jahren hinter Gittern sind zwei in Nordkorea festgehaltene US-Bürger wieder auf freiem Fuss. US-Präsident Obama hatte den Nationalen Geheimdienstdirektor nach Pjöngjang entsandt, um die Freilassung zu erreichen – ein ungewöhnlicher Schritt.

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Bildlegende: Einer der freigelassenen US-Bürger wurde seit zwei Jahren in Nordkorea festgehalten. Keystone

Nordkorea hat zwei weitere US-Bürger aus der Gefangenschaft entlassen. Laut dem US-Aussenministerium hatte sich der Nationale Geheimdienstdirektor der USA, James Clapper, persönlich in die Bemühungen um die Freilassung eingeschaltet.

Dem Sender CNN zufolge war er persönlich als Gesandter von Präsident Barack Obama nach Pjöngjang gereist – ein ungewöhnlicher Schritt. Clapper begleitete die beiden Männer auch auf dem Weg zurück nach Hause, wie sein Büro mitteilte.

Alle US-Bürger frei

Obama sagte, er sei dankbar für die Rückkehr der beiden Männer. Die Verhandlungen über ihre Freilassung seien eine schwierige Mission gewesen.

Einer der Freigelassenen war dem Sender NPR zufolge seit November 2012 in Nordkorea festgehalten und im April 2013 wegen «feindlicher Handlungen» zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Der Mann koreanischer Abstammung war Missionar und Fremdenführer. Er betreute nach Medienberichten eine Besuchergruppe in Nordkorea, als er festgenommen wurde.

Der andere Mann war als Tourist nach Nordkorea gereist, im April festgenommen und dann wegen Spionage zu sechs Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Ihm wurde vorgeworfen, sein Visum zerrissen und um Asyl gebeten zu haben – mit der Absicht, im Gefängnis zu landen und dort Informationen über angebliche Menschenrechtsverletzungen zu sammeln.

Erst vor wenigen Wochen hatte Nordkorea einen anderen US-Bürger nach fünf Monaten Gefangenschaft heimreisen lassen. Nach US-Informationen befinden sich damit keine Amerikaner mehr in nordkoreanischem Gewahrsam.