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Spannungen in Ostasien Nordkoreas «atomarer Donner»

Legende: Video Die Soldaten Nordkoreas im Stechschritt abspielen. Laufzeit 2:06 Minuten.
Aus Tagesschau vom 15.04.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Sorge vor einer Eskalation des Konflikts zwischen Washington und Pjöngjang wächst bei unabhängigen Beobachtern. Aber auch Russland und China warnen.
  • Ein US-Flottenverband wird am Wochenende in koreanischen Gewässern erwartet.
  • Analysten schliessen neue Atomtests Nordkoreas nicht aus – möglicherweise noch in den nächsten Stunden oder Tagen.

Im Konflikt um Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm wächst die Sorge vor einer Eskalation. Die USA erwägen laut eines US-Medienberichts sogar einen vorbeugenden Luftangriff – wenn Nordkorea einen Atomversuch startet. Washington hat den Bericht zwar zurückgewiesen. Doch die Spannungen in der Ostasien-Region bleiben.

Atomtest am Wochenende?

Beobachter befürchten, dass Pjöngjang schon bald einen sechsten Atomwaffentest, Link öffnet in einem neuen Fenster unternehmen könnte – möglicherweise anlässlich des 105. Geburtstags des Staatsgründers Kim Il Sung heute Samstag.

Parade in Pjöngjang

Die nordkoreanischen Streitkräfte führten in Pjöngjang eine grosse Militärparade anlässlich des 105. Geburtstags des verstorbenen Staatsgründers Kim Il Sung durch. Hunderte beflaggte Armeelastwagen, Soldaten, Panzer und andere militärische Geräte wurden vor jubelnder Masse zur Schau gestellt.

US-Präsident Donald Trump hatte mehrfach mit einem Alleingang gegen Nordkorea gedroht, um das Atomprogramm zu beenden. Als Demonstration der Stärke wird am Wochenende ein Flottenverband mit dem Flugzeugträger «USS Carl Vinson» in den Gewässern nahe der Koreanischen Halbinsel erwartet.

Am Sonntag kommt US-Vizepräsident Mike Pence nach Südkorea. Der US-Fernsehsender NBC berichtete, Link öffnet in einem neuen Fenster unter Berufung auf Mitarbeiter von US-Geheimdiensten, dass die USA darauf vorbereitet seien, einen Präventivschlag auszuführen. Zwei US-Zerstörer mit Marschflugkörpern sind in der Nähe der koreanischen Halbinsel stationiert. Der Bericht von NBC wurde offiziell nicht bestätigt, von Beobachtern aber als «Angstmacherei» beschrieben.

Für den Fall eines Militärschlags drohte Nordkorea den USA mit Vergeltung. Es werde «atomaren Donner und strafende Blitze» geben, um den Feinden «den Geschmack eines echten Krieges» zu geben.

«Missverständnisse» als Gefahr

Das US-Korea-Institut der Johns-Hopkins-Universität berichtete, Satellitenbilder zeigten anhaltende sowie neue Aktivitäten auf dem Testgelände des nordkoreanischen Atomprogramms.

«Die grösste Gefahr derzeit ist, dass es zu Missverständnissen in der Kommunikation zwischen Trump und Machthaber Kim Jong Un kommt», sagte die Nordkorea-Kennerin Jean Lee.

Nordkorea ist ein Problem – das Problem wird angegangen
Autor: Donald TrumpUS-Präsident

Trump sagte auf Fragen, ob der Einsatz einer Riesen-Bombe in Afghanistan auch ein Zeichen an Nordkorea gewesen sei: «Nordkorea ist ein Problem – das Problem wird angegangen.»

Eine grosse Rolle im Konflikt spielt China. Die USA wollen China dazu bewegen, die Schrauben gegenüber seinem Nachbarn enger anzuziehen. Auf Twitter schrieb der US-Präsident: «Ich bin sehr zuversichtlich, dass China angemessen mit Nordkorea umgehen wird. Wenn sie dazu nicht in der Lage sind, werden die Vereinigten Staaten es mit ihren Verbündeten sein.»

US-Kehrtwende gegenüber China

Trump hatte vor dem Hintergrund des Nordkorea-Konflikts eine Kehrtwende in seiner China-Politik vollzogen. Er wirft China keine Währungsmanipulation mehr vor. Damit wolle er Gespräche mit Peking zur Beilegung des Konflikts um Nordkorea nicht gefährden.

China wiederum berichtete, eine wichtige Einnahmequelle des abgeschotteten kommunistischen Staates unterbunden zu haben. Seit Mitte Februar seien keine Kohlelieferungen mehr aus dem Nachbarland angenommen worden. Chinas Aussenminister rief zu einer Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Auch Moskau sprach sich für Zurückhaltung aus.

Am Ende wird die koreanische Halbinsel ein rauchendes Trümmerfeld mit Millionen von Leichen sein, von den geopolitischen Konsequenzen ganz zu schweigen»
Autor: Rüdiger FrankLeiter des Ostasieninstituts, Universität Wien

Für den Fall eines Krieges befürchtet der Nordkorea-Experte Rüdiger Frank, Link öffnet in einem neuen Fenster verheerende Konsequenzen. «Am Ende wird die koreanische Halbinsel ein rauchendes Trümmerfeld mit Millionen von Leichen sein, von den geopolitischen Konsequenzen ganz zu schweigen», sagte Frank.

Die Gefahr eines bewaffneten Konflikts sei gestiegen. Dabei wäre Nordkorea nach seiner Überzeugung bereit, über sein umstrittenes Atomprogramm zu verhandeln. Dazu müsse der Westen aber verstehen, dass Pjöngjang bestimmte Garantien brauche, sagte der Leiter des Ostasieninstituts der Universität Wien.

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56 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Also hier in Asien nimmt man die Gefahr, die von Kim ausgeht, wirklich sehr ernst. Die Raketen die Kim alsbald zur Verfuegung hat, oder schon hat, sind in der Lage selbst mich hier wo ich bin zu erreichen. Meiner Meinung nach sollte gerade China Ihren "Schuetzling" austauschen bez. das ganze Regime ersetzen. - Es nicht zu tun, heisst es zu stützen bez. sogar aktiv oder passiv zu unterstützen.
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    1. Antwort von Markus Guggisberg (gugmar)
      @Hans Haller: Wenn Sie die Greueltaten der USA in Nordkorea (& Japan) berücksichtigen, dann verstehen Sie, dass Nordkorea den Hegemonismus der USA in Ostasien nicht mehr hinnehmen kann, nur zum Selbstschutz handelt. Die USA hat sich überall viel zu sehr eingemischt und das wird korrigiert werden !
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  • Kommentar von Marcel Chauvet (xyzz)
    So "nebenbei" bemerkt, werden von Trump veranlasst, vermutlich neuartige Atombomben, die von den USA kürzlich getestet wurden, die B-61-12 auch auf den Luftwaffenstützpunkt in Büchel/Deutschland gebracht, um die alten B-61 zu ersetzen (80 Mal Hiroshima in der Eifel). Ja man braucht den Bündnispartner Deutschland dringend, um notfalls dort Stellvertreterkriege durchführen zu können und für diese Sauerei will Trump von den Deutschen auch noch höheres Schutzgeld erpressen. Nein Danke!
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    1. Antwort von Markus Guggisberg (gugmar)
      @Marcel Chauvet: D bekommt Souveränität zurück und CH die Steuerung der Zuwanderung. Einverstanden ?
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    2. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Chauvet: Wie war denn das auch schon wieder mit der sog. "nuklearen Teilhabe" genauer? Koennen Sie sich daran erinnern? Man sollte das doch nicht vergessen.
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  • Kommentar von roland goetschi (pandabiss)
    Irgendwie kann ich Trump verstehen, nicht das ich besonders viel von Ihm halte. Nordkorea wird in absehbarer Zeit über Trägerraketen verfügen die bis in die USA reichen. Druck auf die chinesische Regierung ausüben? Warten und hoffen das sich das Problem von alleine löst? Präventiv Schlag? Viele Optionen bleiben da leider nicht übrig.
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    1. Antwort von Jacqueline Zwahlen (Jacqueline Zwahlen)
      Wie wäre es denn mit Friedensverhandlungen? Oder kosten die zu wenig?
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