Norwegen will den Wechsel

Für das konservative Oppositionsbündnis um Erna Solberg zeichnet sich eine Mehrheit ab. Die regierenden Sozialdemokraten bleiben zwar stärkste Partei im Parlament, können aber keine Mehrheit mehr bilden. Premier Jens Stoltenberg hat seinen Rücktritt angekündigt.

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Bildlegende: Neu an der Macht in Norwegen: Erna Solberg und ihr rechtskonservatives Bündnis. Reuters

Bei der Parlamentswahl in Norwegen zeichnet sich eine Mehrheit für eine bürgerliche Regierung ab. Die Konservativen würden damit in einer Koalition den bisherigen Regierungschef Jens Stoltenberg mit den Sozialisten in die Opposition schicken.

Der Ex-Premier hat bereits seine Niederlage eingestanden und den Rücktritt angekündigt. Nach Auszählung von mehr als der Hälfte der Stimmen kommt Stoltenberg mit seinem rot-rot-grünen Bündnis auf nur 69 Mandate.
Seine Herausforderin Erna Solberg erringt 99 Sitze – eine klare Mehrheit. Solberg dürfte somit neue Ministerpräsidentin werden.

Stark dürfte auch die rechtspopulistische Fortschrittspartei im Parlament vertreten sein. In deren Jugendorganisation war der verurteilte Massenmörder Anders Behring Breivik früher Mitglied. Die Rechtspopulisten liegen als drittstärkste Kraft hinter Solbergs Partei Høyre.

Das amtlich bestätigte Endresultat wird für Dienstagabend erwartet.

Kritiker werfen den Linken Tatenlosigkeit vor

Kritiker hatten im Vorfeld der Wahlen Ministerpräsident Stoltenberg vorgeworfen, eine beispiellose Hochphase der Wirtschaft nicht zu nutzen. Die Öl-Produktion hat Norwegen unter anderem einen Haushaltsüberschuss von zwölf Prozent in diesem Jahr beschert.

«Wir brauchen weitere Standbeine, nicht nur Öl», hatte dagegen Solberg erklärt. Sie kündigte schrittweise Veränderungen an: «Wir sind eine liberal-konservative Partei. Revolutionen sind nicht unser Ding.»

Norwegens Wirtschaft ist gesund. Dank seiner gigantischen Öl-Einnahmen gilt das Land als eines der reichsten der Welt. Dazu liegt die Arbeitslosenquote bei nur 3,3 Prozent.

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