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International Notstand in Ferguson ausgerufen

Zum Gedenken an den getöteten Schwarzen Michael Brown sind Hunderte Menschen auf die Strasse gegangen. Nach der Kundgebung kam es zu einer Schiesserei mit mehreren Verletzten. Die Behörden haben den Notstand ausgerufen. 2015 wurden 24 unbewaffnete Afroamerikaner von Polizisten niedergestreckt.

Legende: Video Gewalt und Schüsse an Gedenktag abspielen. Laufzeit 1:26 Minuten.
Aus Tagesschau vom 10.08.2015.

In der US-Stadt Ferguson versammelten sich am Sonntag Hunderte, um dem Tod des schwarzen Teenagers Michael Brown zu gedenken. Der unbewaffnete 18-Jährige war von einem Jahr von einem weissen Polizisten erschossen worden.

Nach der friedlichen Kundgebung kam es am Abend jedoch zu Krawallen. Dutzende Demonstranten blockierten Strassen und warfen Schaufensterscheiben ein. Die Polizei fuhr mit gepanzerten Fahrzeugen auf. Dabei kam es zu Zusammenstössen zwischen Demonstranten und Polizisten, bei der auch Schüsse fielen.

Schütze schwer verletzt

Wie die Polizei von Ferguson mitteilte, feuerte ein 18-Jähriger auf vier Beamte in Zivil. Die Polizisten hätten das Feuer erwidert und den Schützen schwer verletzt. Er liegt nach einer Operation in kritischem Zustand in einem Spital. Daneben sei eine weitere Person angeschossen worden. Über deren Identität ist jedoch noch nichts bekannt.

Nach den Schusswechseln haben die Behörden in der US-Stadt Ferguson den Notstand verhängt. Man werde in der Region keine weitere Gewaltakte dulden, teilten die Behörden mit.

24 neue Fälle

Kurz vor dem Jahrestag in Ferguson hatte ein weisser US-Polizist erneut einen unbewaffneten Afroamerikaner erschossen. Beim jüngsten Opfer von Polizeigewalt handelt es sich um einen Student, der nach Polizeiangaben am frühen Freitagmorgen in der texanischen Stadt Arlington mit seinem Wagen durch die Scheibe eines Autohauses gefahren war.

Der «Washington Post» zufolge gab es seit Browns Tod 24 Fälle von unbegründeter Polizeigewalt mit Todesfolge gegen Afroamerikanern. Insgesamt kamen dieses Jahres bis und mit Juni 704 Personen in den Vereinigten Staaten durch die Polizei ums Leben, wie aus einer Statistik, Link öffnet in einem neuen Fenster der britischen «Guardian» hervorgeht.

Stärkere Mediatisierung der Rassendiskriminierug

Der Fall von Ferguson brachte mehr als alle anderen vorangegangen Fälle das Thema der Polizeigewalt in die Schlagzeilen. Gemäss der Medien-Professorin an der Northern Texas University Meredith Clark machten die sozialen Medien den Unterschied: «Facebook und Twitter erlaubten allen die Ereignisse laufend und detailliert zu verfolgen.»

Für Clark steht fest, dass Ferguson das Problem der Polizeigewalt und der unfairen Behandlung von Minderheiten sichtbar gemacht hat – auch für Menschen, die nicht betroffen sind. Umfragen des Instituts «Pure Research» und verschiedener Zeitungen unterstützen diese Aussage. Erstmals seit Jahren sieht die Mehrheit der Weissen die Rassendiskriminierung als Problem und will, dass etwas dagegen unternommen wird.

Reformen im Gange

Auch auf Seiten der Polizei bleib Ferguson nicht ohne Konsequenzen. Polizeikorps erhalten neu eine andere Ausbildung. Die Polizisten werden mit kleinen Kameras ausgerüstet und die Aufsicht soll verbessert worden sein.

Polizeigewalt nach Ferguson

Eine Liste von Polizeiübergriffen seit dem Ferguson-Vorfall vor einem Jahr hat die Washington Post zusammengestellt.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Frei, Eschenbach
    Michael Brown war ein Brutaler Schläger und Gängster übelster Sorte, es gibt sogar ein Video. https://www.youtube.com/watch?v=8nguoNxwycc . Da verprügelt er einen älteren Mann und raubt ihn aus!
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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Wie aus sämtlichen Statistiken hervorgeht ist der Grossteil der von der Polizei in den USA erschossenen Personen bewaffnet. Und unbewaffnet kann man auch nicht mit ungefährlich gleichsetzen. In Deutschland zum Beispiel starb Tugce nach einer Ohrfeige, was nützt es ihr jetzt, dass der Täter unbewaffnet war? Würden in der Schweiz oder Deutschland Polizisten regelmässig auf mit Schuswaffen bewaffnete Kriminelle treffen, gäbe es auch in der Schweiz und Deutschland mehr Tote durch Polizeikugeln.
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  • Kommentar von Peter Maurer, ZH
    Alles Folgen von Mulitkultiquatsch ohne richtige Integration! Alle gegen alle. Politik unglaubwürdig, Menschen nicht mehr Obrigkeitsgläubig, Polizei überfordert, viele Looser dieses Systems unterwegs und immer in Geldnot, Polizei fürchtet dauernd das Schlimmste und reagiert manchmal über! Kommt auch bei uns... leider, sieht man heute schon an vielen Stellen... Schweiz aufräumen... gesund schrumpfen... radikal ausmisten... jedem Dorf wieder einen Polizisten, im Dienste der Schweizer!
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    1. Antwort von W.Ineichen, Luzern
      Was ist ein "Looser"? Wenn Sie "Verlierer" meinten, dann ist's ein Loser. Wenn schon englisch, dann bitte korrekt. Sonst schreiben Sie eben auf deutsch, diese Sprache wird in der Schweiz verstanden. Can you English?
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    2. Antwort von Fabian Kraus, Oberkirch
      Wieso duldet das SRF einen Kommentar, welcher eine ethnische Säuberung vorschlägt? ... Schweiz aufräumen... radikal ausmisten... klingt ja herzig, ist aber eigentlich ein Aufruf zur ethnischen Säuberung.
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