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International Nur der Westen rüstet ab

Die gute Nachricht: Weltweit sanken 2013 die Militärausgaben um knapp zwei Prozent. Die schlechte: Der Rückgang ist laut dem Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri einzig auf Einsparungen im Westen zurückzuführen. Ansonsten hat die Rüstungsspirale nicht an Drehtempo eingebüsst.

Noch immer gibt kein Land auch nur annähernd so viel Geld für seine Armee aus wie die USA. Doch nun sinken dort die Rüstungsausgaben, und zwar um satte acht Prozent in einem einzigen Jahr.

Sam Perlo-Freeman vom Friedensforschungsinstitut Sipri erklärt: «Die US-Ausgaben sind gesunken, da die Armee sich aus dem Irak und Afghanistan zurückgezogen hat.» Der Abzug aus den zwei Ländern, aber auch Sparzwänge, werden auf einmal spürbar.

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Vergleich der Militärausgaben zwischen 2004 und 2013 in Prozent Die Zahlen der Vereinigten Arabischen Emirate (UAE) stammen aus dem Zeitraum 2004 – 2012. Stockholm International Peace Research Institute SIPRI

Schwellenländer rüsten auf

Auch die meisten andern westlichen Länder sparen und tun das nicht zuletzt beim Rüstungsetat. Doch die meisten Schwellen- und Entwicklungsländer tun das Gegenteil. Vor allem China, Russland und Saudi-Arabien, aber auch viele andere asiatische und ebenso afrikanische Staaten rüsten massiv auf. Weshalb weltweit 2013 jährlich gigantische 1,5 Billionen Franken für Rüstung ausgegeben wurden. Immer mehr davon in politisch labilen Regionen, wo neue Rüstungsspiralen in Gang kommen.

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Militärausgaben steigen im Osten
02:07 min, aus HeuteMorgen vom 14.04.2014.
abspielen. Laufzeit 02:07 Minuten.

Weil China so viel mehr in seine Verteidigung steckt, tun das auch die Nachbarländer. Weil der Iran sein Atomprogramm forciert, rüsten die arabischen Golfstaaten enorm auf. Und Moskaus jüngste Aufrüstung, verbunden mit der Ukraine-Krise, dürfte bald Russlands Nachbarn im Kaukasus, in Zentralasien und Osteuropa zum Nachziehen ermuntern.

Vormacht des Westens schwindet

Aufrüstung an sich sei oft destabilisierend, sagt Sipri Experte Pieter Wezeman. Es sei kein Zufall, dass China und Russland gegenüber ihren Nachbarn auch politisch forscher, gar aggressiver auftreten, seit ihre Militärapparate stärker sind.

Klar ist auch: Die militärische Vormacht des Westens schwindet. Zwar geben die USA immer noch dreimal so viel aus für ihre Streitkräfte wie China. Doch das täuscht über die wahren Kräfteverhältnisse hinweg. Denn in einem ärmeren und damit billigeren Land kauft ein Dollar erheblich mehr Kampfkraft als in einem reichen und teuren.

Legende:
Weltweite Militärausgaben 2013 in Milliarden Dollar Die Daten für die Vereinigten Arabischen Emirate stammen aus 2012. Die Zahlen für China und Russland sind Schätzungen des SIPRI Quelle: Stockholm International Peace Research Institute SIPRI
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13 Kommentare

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  • Kommentar von Marcel Keller , 8645 Jona
    "Nur der Westen rüstet ab" - was soll dieses Spiel mit Prozentzahlen? Wenn man die effektiven Ausgaben betrachtet, ergibt sich ein anderes, realistisches Bild: 2013 gaben die USA 640 Milliarden, China 188 Milliarden und Russland 88 Milliarden aus für Rüstung. Man kann das ja mal hochrechnen auf die letzten zehn Jahre und wird dann kaum mehr von Abrüstung im Westen sprechen können.
  • Kommentar von Hans Weiler , St. Gallen
    Man stelle sich mal vor, Russland hätte 640 Mia Rüstungsausgaben und die US 90 Mia. Man würde sich fragen, was die mit so einer Armee beabsichtigen. Bei den Amis ist unhinterfragt klar, dass die ja nur für den Weltfrieden sorgen. Na dann, Prost!
  • Kommentar von Peter Meier , Zürich
    Die Chinesen kommen!