Obama an Klimakonferenz: «Wir werden das schaffen»

Die Zeit drängt und die Verhandlungen sind nicht einfach: An der Klimakonferenz in Paris wird um ein Abkommen zur Begrenzung des CO2-Ausstosses gerungen. US-Präsident Barack Obama ist guter Dinge – und plädiert für eine Verbindung von Klimaschutz und Wirtschaftswachstum.

Barack Obama spricht an einem Rednerpult Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die USA zeigen guten Willen, gegen die Erderwärmung anzukämpfen. So bekommen etwa bedrohte Inselstaaten Unterstützung. Reuters

Nach der Eröffnung der 21. Weltklimakonferenz vom Montag haben die Teilnehmer in Paris nun die Detailverhandlungen aufgenommen. Das grosse Ringen um Einigkeit ist im Gange. Einer, der von einer Lösung überzeugt ist, ist US-Präsident Barack Obama.

Klimaschutz und Wirtschaftswachstum verbinden

Auf einer Pressekonferenz meinte Obama: «Ich bin optimistisch, dass wir Erfolg haben werden.» Er betonte aber auch: «Der Klimawandel ist ein massives Problem. Es ist ein Generationenproblem.» Es sei das Härteste, was Politik zu lösen habe, weil seine Folgen zunächst diffus seien und nur schrittweise wirksam würden.

Zusatzinhalt überspringen

Infografik Treibhauseffekt

Der 21. Weltklimagipfel der UNO will Massnahmen gegen die globale Erwärmung beschliessen. Dabei geht es wieder einmal um den Treibhauseffekt. Doch wie entsteht dieser? Die Infografik klärt auf.

Der Kampf gegen die Erderwärmung sei zwingend notwendig sowohl für die Sicherheit, als auch für die Wirtschaft. Es brauche ein dauerhaftes Klimaabkommen, das gleichzeitig die Wirtschaft ankurble und die Umwelt schütze, so Obama.

Nach Ansicht des US-Präsidenten muss ein erfolgreiches Abkommen eine rechtliche Bindung enthalten – um sicherzustellen, dass Staaten sich an ihre Verpflichtungen zur Reduzierung des Ausstosses von Kohlendioxid halten. Der Kampf gegen Erderwärmung und steigende Meeresspiegel sei ein Gebot, es müsse jetzt angegangen werden.

«  Wenn sich das Muster des Wetters ändert, werden wir womöglich mit Dutzenden Millionen Klimaflüchtlingen umgehen müssen. »

Barack Obama
US-Präsident

Die USA kündigten an, sie würden sich mit 30 Millionen US-Dollar an einer Versicherung gegen Folgen des Klimawandels beteiligen. Es geht dabei um Inseln und Inselgruppen wie Papua Neuguinea, Barbados, die Marshallinseln, Saint Lucia oder Kiribati.

Klimawandel bereitet Existenzsorgen

1:38 min, aus Tagesschau am Mittag vom 1.12.2015

«Kleine Inseln sind von den Auswirkungen des Klimawandels mit am meisten betroffen», sagte Obama, der unter anderem auf Hawaii und in Indonesien aufgewachsen ist. «Ich bin ein Inseljunge. Ich verstehe sowohl ihre Schönheit als auch ihre Verletzlichkeit.»

Einige dieser Nationen könnten komplett verschwinden. «Wenn sich das Muster des Wetters ändert, werden wir womöglich mit Dutzenden Millionen Klimaflüchtlingen umgehen müssen», warnte Obama.

Abkommen ist freiwillig

Das erklärte Ziel der UNO und vieler Teilnehmer der Klimakonferenz ist ein internationales Abkommen, bei dem sich Staaten weltweit verpflichten, ihre Emissionen einzudämmen. Es soll das Kyoto-Protokoll von 1997 ablösen, das nur wenige Länder dazu bewegt hat, die Emissionen zu senken.

Der weltweite Temperaturanstieg soll bis zum Ende des Jahrhunderts auf zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit begrenzt werden.

Kein Land kann aber gezwungen werden, mehr für den Klimaschutz zu tun. Das Klimaschutz-Abkommen ist freiwillig und muss von allen Staaten beschlossen werden. Mit China und den USA bekannten sich in Paris aber auch die beiden mit Abstand grössten CO2-Produzenten zu verstärkten Anstrengungen im Klimaschutz.