Obama spielt Cheerleader für Clinton

US-Präsident Barack Obama hat die Wähler in einer leidenschaftlichen Rede aufgerufen, Hillary Clinton zur Präsidentin zu machen. «Ich glaube an sie», sagte er beim ersten gemeinsamen Wahlkampfauftritt.

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Obama stärkt Clinton den Rücken

1:42 min, aus Tagesschau Nacht vom 5.7.2016

«Es hat niemals einen Mann oder eine Frau gegeben, die qualifizierter für den Job gewesen wäre als Hillary Clinton. Niemals», sagte Präsident Barack Obama in Charlotte im Bundesstaat North Carolina. Sein flammendes Plädoyer kam nur wenige Stunden nach einer neuen Entwicklung in der E-Mail-Affäre, die Clinton seit Beginn ihres Wahlkampfes verfolgt.

Demnach muss die Demokratin zwar keine strafrechtlichen Folgen fürchten, weil sie als Ex-Aussenministerin ihren privaten Mailserver auch für dienstliche Kommunikation benutzt hat. Der Direktor des Bundeskriminalamts FBI, James Comey, bescheinigte ihr aber ein äusserst fahrlässiges Verhalten.

«Grossartige Aussenministerin»

Vor diesem Hintergrund hob Obama in seiner Rede wiederholt Clintons Verdienste als Aussenministerin hervor, lobte ihr Urteilsvermögen und ihre Zuverlässigkeit. «Sie war eine grossartige Aussenministerin», sagte er. «Mein Vertrauen in sie ist immer belohnt worden.»

Der wahrscheinliche Kandidat der Republikaner, Donald Trump, hingegen sei keine Alternative, so Obama. Und: «Dies hier ist keine Reality Show, dies hier ist Realität.» Obama will unbedingt verhindern, dass Trump sein Nachfolger wird. Denn dieser würde Obamas politische Errungenschaften rückgängig machen.

Ein gefundenes Fressen für Trump

Die Ergebnisse der FBI-Ermittlung in der E-Mail-Affäre um Clintons Zeit als US-Aussenministerin sind eine Steilvorlage für ihren republikanischen Gegenspieler Trump. So kritisierte er die Ex-Aussenministerin denn auch umgehend scharf: «Jetzt ist bewiesen, dass sie gelogen hat», sagte er in North Carolina vor Anhängern. Dass Clinton entgegen ihren früheren Aussagen auch vertrauliche E-Mails über ihren privaten Server verschickt habe, bedeute, dass «sie nicht für unsere Sicherheit einstehen» könne. «Sie hat gewohnheitsmässig vertrauliches Material gesendet und empfangen. Sie hat das ganze Land in Gefahr gebracht», sagte Trump weiter.