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International Offshore-Leaks: Schweizer Politiker wollen Namen sehen

Im Zusammenhang mit den Offshore-Leaks führen auch Spuren in die Schweiz. Hier sollen 300 Privatpersonen und 70 Gesellschaften betroffen sein. Politiker und Steuerämter fordern genauere Daten.

Paradeplatz
Legende: Die Schweizer Grossbanken sind auch von den neusten Offshore-Leaks-Enthüllungen betroffen. Keystone

Nach den jüngsten Enthüllungen über Steueroasen haben verschiedene deutsche Politiker, die beteiligten Medien aufgerufen, ihre Informationen an die Steuerfahndung weiterzugeben.

«Fakten auf den Tisch»

Schweizer Politiker stehen dieser Forderung in nichts nach. Auch sie würden eine Weitergabe an die Schweizer Steuerämter begrüssen. Christian Wanner (FDP/SO), Präsident der Kantonalen Finanzdirektoren-Konferenz, äussert sich dezidiert für eine genauere Auswertung dieser Daten auch auf Schweizer Seite. «Ich schlage mich immer auf die Seite des Gesetzes», sagt er zu SRF News Online. «Falls wirklich Schweizer Steuerrecht gebrochen wurde, muss man hart durchgreifen.»

Auch SP-Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer fordert via Kurznachrichtendienst Twitter: «Jetzt muss endlich Schluss sein mit Steuerhinterziehungsoase Schweiz». Für sie ist klar, dass nun die Fakten und Namen auf den Tisch müssen.

Ausmass unklar

Wieviel Geld in der Schweiz tatsächlich hinterzogen wird, darüber gibt es keine verlässlichen Zahlen. SP-Nationalrätin Margret Kiener Nellen sprach am 16.Januar in der «Rundschau» von mindestens 18 Milliarden. Ob diese Enthüllungen nun mehr Klarheit in dieser Angelegenheit bringen werden?

SVP-Nationalrat Thomas Matter äussert sich vorsichtig. Doch auch er ist der Meinung, dass die Daten der Offshore-Leaks genauer angeschaut werden sollen. «Solche Stiftungskonstrukte in Übersee sind nicht per se illegal. Falls es Fälle gibt, die nicht korrekt versteuert wurden, sollen die jedoch zur Rechenschaft gezogen werden.»

Fall «Gunter Sachs»

Zurückhaltend fallen die ersten Reaktionen auf die Datenflut auch von Seiten der offiziellen Schweiz aus. Mario Tuor vom Staatssekretariat für internationale Finanzfragen interpretiert die heute publizierten Daten als Beweis dafür, dass der Schweizer Finanzplatz sauberer sei als andere.

Legende: Video Mario Tuor zum Finanzplatz Schweiz abspielen. Laufzeit 00:23 Minuten.
Aus Tagesschau vom 04.04.2013.

Der prominenteste Schweizer Fall, der in verschiedenen Medien genannt wird, ist jener des 2011 in Gstaad verstorbenen Industriellen-Erben Gunter Sachs. Der Kanton Bern will nun sein Steuerdossier nochmals unter die Lupe nehmen.

Gegebenenfalls will die bernische Steuerverwaltung auch «mit den ihr zur Verfügung stehenden rechtlichen Möglichkeiten und Mitteln Massnahmen ergreifen». Das gelte im Übrigen auch für allfällige weitere Betroffene im Kanton Bern, schreibt die Steuerverwaltung in ihrer Mitteilung.

Legende: Video Enthüllungen über Geschäfte in Steueroasen abspielen. Laufzeit 01:18 Minuten.
Aus Tagesschau vom 04.04.2013.

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26 Kommentare

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  • Kommentar von j. term, zürich
    die Grundsatzfrage sollte einmal gestellt werden, wieso soll ich einem Staat Geld abliefern der die Steuergelder der Bürger in Milliardenhöhe verschleudert ? Aber zu diesem Thema will sich keiner der Politiker und Beamten äussern.
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  • Kommentar von j . term, zürich
    bernische Steuerverwaltung will Daten sehen, die Deutschen wollten auch gestohlene Daten sehen und bemächtigten sich dieser illegal , die Schweiz hat dagegen protestiert aber sie tut das selbe. Was für eine Verlogenheit ,unserer Führungsriege.
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  • Kommentar von David Rothen, Bern
    Wenn wir (die CH) betroffen sind, wollen wir genauso wissen wer Steuerhinterziehung gemacht hat. Wieso also werden wir wütend, wenn die USA oder Deutschland Daten von Steuernhinterziehern aus ihrem Land aus der CH haben wollen?
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