Zum Inhalt springen

International Palästinensischer Premier wirft nach wochenlangem Streit hin

Der palästinensische Regierungschef Salam Fajad ist von seinem Amt zurückgetreten. Hintergrund dürften seit langem bestehende Differenzen innerhalb der Palästinenserführung sein. Diese hatten sich in den vergangenen Wochen verschärft.

Der palästinensische Regierungschef Salam Fajad.
Legende: Tritt zurück: Der palästinensische Regierungschef Salam Fajad. Reuters

Der palästinensische Regierungschef Salam Fajad ist zurückgetreten. Seine Sprecherin bestätigte, Fajad habe Palästinenserpräsident Mahmud Abbas um die Entlassung gebeten. Abbas habe zugestimmt und nicht wie bei früheren Rücktrittsgesuchen versucht, ihn umzustimmen. Fajad soll geschäftsführend im Amt bleiben, bis ein Nachfolger gefunden ist. 

Fajad wird im Westen geschätzt, ist vielen Palästinensern aber zu USA- und israelfreundlich. Sein Rücktritt könnte nun auch Pläne der USA durchkreuzen, die Nahost-Friedensgespräche wiederzubeleben. Der Zeitung «Haaretz» zufolge versuchten die USA und andere westliche Länder bis zuletzt, Fajads Rücktritt zu verhindern.

Langer Streit

Abbas und Fajad streiten seit langem über die Finanz- und Wirtschaftspolitik. Die Differenzen wurden grösser, nachdem Fajad im März das Rücktrittsgesuch von Finanzminister Nabil Kassis angenommen hatte – gegen den Willen Abbas'.

Ob der Rücktritt Fajads auch die Aussöhnungsbemühungen zwischen der gemässigteren Fatah und der radikal-islamischen Hamas im Gazastreifen erleichtert, ist fraglich. Zwar fordert die Hamas seit langem Fajads Rücktritt, im Streit zwischen den beiden Gruppen geht es aber um grundsätzlichere Fragen.

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Westlich orientierte Politiker scheinen in der palästinensischen Führung nach wie vor ohne jede Chance. Das Dumme daran ist allerdings nur, dass sich die Palästinenser damit selber ein Bein stellen und sich somit auch weiterhin nichts zum Positiven an ihrer Situation ändern wird.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
    Die Lage der Palästinenser wird durch diesen Rücktritt nicht besser, sondern die Verhandlungsposition gegenüber Israel geschwächt. Wenn man nun bedenkt, dass innerhalb der Fatah schon so gestritten wird, wie soll dann ein Auftritt mit der Hamas bewerkstelligt werden? Der arab. Frühling wird der Suche nach einer Lösung mit Tel Aviv ebenfalls nicht weiter helfen, da Gaza wohl eher nach dem Iran u. Hisbollah schaut und die Westbank in Saudi-Arabien und Qatar ihre Fürsprecher findet.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Kurt E. Müller, Zürich
    Was wirft er denn hin, der Herr Minister? Komischer Texttitel ;-)
    Ablehnen den Kommentar ablehnen