Palmyra: IS sprengt monumentale Grabtürme

Die Terrorgruppe ist in ihrer Zerstörungswut nicht aufzuhalten. Nach der Sprengung von Mausoleen und Skulpturen von grossem historischem Wert hat die Terrorgruppe in der Oasenstadt nun auch noch sieben der berühmten Grabtürme dem Erdboden gleichgemacht.

Nach der Zerstörung mehrerer Tempel hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in der antiken syrischen Oasenstadt Palmyra offenbar auch mehrere der berühmten Grabtürme gesprengt. Das teilte ein Behördenvertreter mit.

Die berühmten Grabtürme sind hier noch erhalten. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Sieben der «best erhaltenen Türme» sind nun dem Erdboden gleichgemacht. Keystone

Satellitenbilder belegen die Zerstörung

Es habe sich um «die am besten erhaltenen, die schönsten» Türme gehandelt, sagte der Leiter der syrischen Antikenverwaltung, Maamun Abdelkarim, am Freitag. Satellitenbilder der American Schools of Oriental Research aus Boston belegen laut der Nachrichtenagentur dpa die Zerstörung von insgesamt sieben Grabtürmen.

Nach Angaben des Chefs der Altertumsbehörde ist auch der vierstöckige Turm von Elahbel aus dem Jahr 103 nach Christus unter den betroffenen Bauten. Zeugen hätten die Zerstörung der Bauwerke bestätigt, hiess es.

Chef-Archäologen der Stadt öffentlich enthauptet

Nach der Zerstörung der Baalschamin-Tempels machte die Terrormiliz IS am vergangenen Sonntag den rund 2000 Jahre alten Baal-Tempel dem Erdboden gleich. Er galt als das wichtigste Denkmal der römischen Ausgrabungsstätte. Satellitenbilder bestätigten nach Angaben der UNO die Zerstörung dieses weltberühmten Tempels.

Der IS eroberte die Stadt Ende Mai. Zunächst plünderten die Dschihadisten mehrere Mausoleen, zerstörten Skulpturen und verminten die grösseren Ruinen. Im August sollen Anhänger des IS Khaled Asaad, den früheren Chef-Archäologen der Stadt, öffentlich enthauptet haben.