Patriotische Neujahrsgrüsse aus Moskau

Kremlchef Wladimir Putin hat in seiner Neujahrsansprache das Vaterland hoch leben lassen. Er lobte die Rückkehr der Krim in die Heimat, stimmte seine Landsleute aber auf ein hartes neues Jahr ein.

Putin vor dem erleuchteten Kreml. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Patriotische Klänge aus dem Kreml: Putin schwört Russland auf vaterländische Gefühle ein. C1R

Zum Abschluss eines konfliktreichen Jahres hat Kremlchef Wladimir Putin die zentrale Bedeutung der Krim für Russland bekräftigt. Das Riesenreich hatte sich die Schwarzmeerhalbinsel im März ungeachtet internationalen Protests einverleibt.

Zusatzinhalt überspringen

Warme Worte

Putin hat auch seine Amtskollegen nicht vergessen. Er hoffe auf eine Fortsetzung der konstruktiven Zusammenarbeit, schrieb er Merkel. Obama gemahnte Putin an das Ende des 2. Weltkrieges, das sich 2015 zum 70. Mal jährt. «Das Datum erinnert an die Verantwortung Russlands und der USA für eine Wahrung des Friedens und der internationalen Stabilität.»

«Liebe fürs Vaterland»

«Dieses Ereignis wird immer einer der wichtigsten Meilensteine in der vaterländischen Geschichte sein», sagte Putin in seiner Neujahrsansprache. In der Entscheidung der Krim-Bewohner für eine Rückkehr in ihre Heimat habe sich ihre Liebe fürs Vaterland gezeigt, meinte er.

Wegen der Krim-Annexion und seiner Unterstützung für moskautreue Separatisten in der Ostukraine liegt Russland im Streit mit dem Westen. Die EU und die USA verhängten Sanktionen, die eine heftige Wirtschaftskrise in Russland verstärkten.

So stimmte Putin seine Landsleute auf ein hartes 2015 ein: «Das Jahr wird so, wie wir es selbst machen, wie effektiv, kreativ und wirkungsvoll sich jeder von uns einsetzen wird.»

Versöhnliche Geste gen Kiew

Die gut dreiminütige Neujahrsansprache wurde wegen der vielen Zeitzonen Russlands zuerst im Fernen Osten des Landes gezeigt. In Moskau sendet sie das Fernsehen kurz vor Mitternacht (22.00 Uhr MEZ).

Parallel zu der Ansprache schickte Putin Neujahrsgrüsse an den ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko, wie die Nachrichtenagentur RIA Nowosti meldete. Es handelte sich offenbar um eine versöhnlich gemeinte Geste.