Peking «fast unbewohnbar für menschliche Wesen»

Chinas Hauptstadt ist für schlechte Luft bekannt – doch was die Bewohner der Megacity seit drei Tagen einatmen, sprengt alle gesundheitlich noch vertretbaren Werte.

Zwei Männer mit Gesichtsschutz. Hinter ihnen vernebelt der Smog die freie Sicht auf ein Haus. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Laut WHO starben 2011 weltweit 1,3 Millionen Personen an den Folgen von Smog. Reuters

Der besonders gefährliche Feinstaub mit weniger als 2,5 Mikrometer Durchmesser (PM 2,5) überschritt seit Freitag mit Spitzenwerten von mehr als 500 Mikrogramm pro Kubikmeter das Zwanzigfache der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Grenzwerte.

Die extreme Schadstoffbelastung mache die chinesische Hauptstadt «fast unbewohnbar für menschliche Wesen», wurde in einer Studie der Akademie der Sozialwissenschaften in Shanghai jüngst festgestellt.

Chinesen lassen ihrem Ärger im Internet freien Lauf

Trotz ständig neuem Rekord-Smog hielten die 20 Millionen Bewohner von Peking bislang still. Doch nun löste die Verärgerung über die Untätigkeit der Behörden zumindest in sozialen Medien eine Welle von verärgerten Kommentaren aus.

Selbst das Staatsfernsehen kritisierte: «Die Regierung sollte sich nicht ihrer Verantwortung entziehen und die Augen vor dem Smog verschliessen.»

Denn obwohl im Oktober in Peking ein Aktionsplan mit Fahrverboten sowie der Schliessung von Industriebetrieben oder Schulen für schlimme Smog-Tage eingeführt worden war, ist seither nicht ein einziges Mal der Notfall ausgerufen worden.

«Die Öffentlichkeit ist überzeugt, dass der Smog mehrere Male schlimm genug war, um eine behördliche Reaktion auszulösen», monierte auch die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Andauernder Smog in Peking

    Aus Tagesschau vom 31.1.2013

    Die Bewohner von Chinas Hauptstadt können noch immer nicht aufatmen. Der Smog in Peking hält an. Kinder, Alte und Kranke sollten am besten zu Hause bleiben, empfehlen die Behörden. Der Unmut der Menschen und der Medien wächst.