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International Polens starker Mann lässt Sarg des Bruders öffnen

Der heutige Chef der polnischen Regierungspartei «Partei Recht und Gerechtigkeit» (PiS) Jaroslaw Kaczynski glaubt nicht an die offizielle Version zum Tod seines Bruders Lech. Sechs Jahre nach dem Absturz der Regierungsmaschine im russischen Smolensk sollen die Opfer exhumiert werden.

Jaroslaw Kaczynskis vor einem grünen Vorhang.
Legende: Jaroslaw Kaczynski ist überzeugt, dass eine Bombe das Flugzeug seines Bruder Lech zerfetzt hat. Reuters

Im Zuge neuer Ermittlungen der Ursache des Absturzes einer polnischen Regierungsmaschine 2010 im russischen Smolensk sollen die Särge der 96 Opfer wieder geöffnet werden. Das teilte die polnische Staatsanwaltschaft mit.

Brennendes und rauchendes Flugzeug-Wrack im russischen Smolensk.
Legende: 96 Menschen starben beim Landeanflug auf Smolensk. Ihre Überreste sollen nun untersucht werden. Reuters

Der Zwillingsbruder des damaligen Präsidenten Lech Kaczynski, Jaroslaw, will aus den exhumierten Körpern neue Erkenntnisse zum Absturz gewinnen.

Jaroslaw Kaczynski ist heute als Chef der Regierungspartei Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) der starke Mann in Polen. Er hat die damalige Einschätzung, dass es sich bei dem Absturz um einen Pilotenfehler gehandelt habe, nie akzeptiert.

Neue Spannungen mit den Russen?

Er vermutet eine Explosion an Bord des Flugzeugs. Ausserdem machte Kaczynski den damaligen Ministerpräsidenten und heutigen Präsidenten des Europäischen Rates, Donald Tusk, indirekt für den Absturz mitverantwortlich.

Die neuen Untersuchungen könnten auch die Beziehungen zwischen Polen und Russland weiter belasten. Die PiS hat Russland zwar nie direkt vorgeworfen, für den Absturz und den Tod des damaligen polnischen Präsidenten verantwortlich zu sein. Russland habe aber davon profitiert, lautet die Position der Partei. Ausserdem warfen PiS-Funktionäre Russland vor, die Ermittlungen zu verzögern und den Polen Beweisstücke vorzuenthalten.

Getötet auf dem Weg zum Gedenken

Bei dem Absturz im Jahr 2010 kamen neben mehreren Regierungsmitgliedern, Militärs und dem Notenbankchef auch der damalige Präsident Lech Kaczynski und seine Frau ums Leben.

Die polnische Delegation flog damals nach Smolensk, um der von sowjetischen Sicherheitskräften ermordeten polnischen Offiziere und Intellektuellen zu gedenken. Rund 22‘000 Polen wurden 1940 getötet. Jahrzehntelang hatte die Sowjetunion Nazi-Deutschland für das Massaker an den Polen verantwortlich gemacht.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Dieses Vorhaben (Forderung des Polnischen Parteipräsidenten) ist einfach widerlich, unnütz und für die Leute, die all die Särge ausgraben und öffnen müssten, ein Horror! Es zeigt aber, wie verbissen Politiker sein können und jegliche Ethik und Menschlichkeit vernachlässigen! Es geht in vielen europäischen Ostländer (wie in korrupten Diktaturen der übrigen Welt) oftmals nur um die persönliche Macht mit dem eigenen "Egos"!
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  • Kommentar von Christa Wüstner (Saleve2)
    Was will er nach 6 Jahren noch feststellen. Die Leichen sind längst verwest. Und das fällt ihm erst jetzt ein.? An Überresten der Maschinenteile könnte man es vielleicht noch festellen. Eine offene und unnötige Provokation. Der starke Mann soll seine Energie zum Gunsten seines Landes einsetzen, die haben es bitter nötig.
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    für mich ist auch klar, dass der Absturz damals ein Attentat war. Ich wünschte, dass die Obduktion diesen Beweis liefern könnte. Es muss ein fürchterliches Gefühl sein für Kaczynsky zu wissen, dass es ein Attentat war, und zu sehen, wie die ganze Welt lieber den "Attentätern" glaubt, und ihn selber wegen seiner Überzeugung diffamiert.
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