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International Polizei räumt Flüchtlingslager in Paris

In Paris ist die Räumung eines Flüchtlingslagers ruhig angelaufen. Bis kurz nach 8:00 Uhr seien bereits mehr als 1200 Migranten weggebracht worden.

Legende: Video Migranten werden in Notunterkünfte gebracht abspielen. Laufzeit 01:07 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 04.11.2016.

Zwei Wochen nach der Aufhebung des Flüchtlingscamps in Calais haben die Behörden am Freitagmorgen begonnen, auch ein Zeltlager in Paris zu räumen. Rund um die Metro-Station Stalingrad lebten zwischen zwei- und dreitausend Migranten in prekären Verhältnissen auf der Strasse.

82 Busse werden eingesetzt. Bis kurz nach 8 Uhr seien bereits 1265 Migranten weggebracht worden, sagte eine Sprecherin der Polizeipräfektur. In der Nähe begannen Arbeiter, Zelte und Matratzen in Müllcontainer zu werfen.

Täglich 50 Migranten in Paris

Dies ist die dritte Räumungsaktion innerhalb von sechs Monaten im Zentrum der Stadt rund um den Bahnhof Gare du Nord.

Rund 50 Menschen kommen jeden Tag in der französischen Hauptstadt an – auf ihrer Route von Italien nach Grossbritannien oder weiter nach Nordeuropa.

Nach der Schliessung des sogenannten Dschungels in Calais vor zwei Wochen konnten diese Migranten nicht mehr weiterreisen. Das hat die Lage im Zentrum von Paris in den letzten Tagen immer weiter verschärft.

Nun verteilen die Behörden die Migranten auf provisorische Unterkünfte im ganzen Land.

Viele Flüchtlinge sind laut Behörden offenbar bereit, sich in Frankreich registrieren zu lassen und im Land ein Asylgesuch zu stellen.

Asylempfangszentrum in Paris

Die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, hatte die sofortige Räumung des Zeltlagers und die Verteilung der Flüchtlinge im Land schon seit Tagen gefordert. Nur so könne die Hauptstadt das Erst-Anlauf-Zentrum für Flüchtlinge in der kommenden Woche eröffnen.

Zusammen mit Hilfsorganisationen hat die Stadt Paris feste Container-Unterkünfte für 400 Personen eingerichtet. Nach ihrer Ankunft in Paris sollen die meist jungen Männer aus Afrika dort eine Woche unterkommen und medizinisch versorgt werden.

Anschliessend sollen sie fortlaufend in die bestehenden Unterkünfte in Frankreich gebracht werden, wo sie für einige Monate bleiben können, bis die Asylbehörde entschieden hat, wer dauerhaft in Frankreich bleiben darf.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Ich wiederhole es gerne. Afrika muss es endlich schaffen, sich zu befreien. Denn alle Fremden denken nicht daran, es in seine Souveränität zu entlassen. weder die ehemaligen Kolonialreiche, noch die neuen Imperialreiche. Afrika ist reich an Rohstoffen, natürlichen Ressourcen und Menschen, die Träume haben. Aber momentan leben viel zu Viele in einem Albtraum ohne Visionen. Weder die Staaten/Behörden bieten gangbare Wege, noch lassen sie private Innovationen in genügendem Umfang zu.
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  • Kommentar von Pascal Padrutt (papa)
    Seit Jahresbeginn wurden über 150'000 Migranten aus Afrika im Mittelmeer gerettet und nach Italien übersetzt. Vieles spricht dafür, dass das Rekordjahr 2014 übertroffen wird. Wir müssen uns daher nicht wundern, wenn überall wilde Flüchtlingscamps entstehen (Calais, Paris, Como, etc.) Es gibt nur einen Weg, und der gefällt vielen nicht. Die geretteten Flüchtlinge müssen wieder zurück nach Afrika gebracht werden.Die Sogwirkung dieses "Fährbetriebs" ist fatal. Er wird uns in Europa überfordern.
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    "bereits mehr als 1200 Migranten weggebracht worden" Es ist davon auszugehen, dass die angeblichen "Flüchtlinge" nicht an dem Ort bleiben, an den sie jetzt gebracht werden, sondern, wie schon aus Interviews mit Migranten zu hören war, den direkten Weg zurück nach Calais antreten. Oder über andere Wege versuchen, nach England zu kommen. Das ist genau so illegal wie nachvollziehbar. Letztendlich wird diese Aktion wenig bringen.
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