Polizei überlistet Piraten mit «Filmvertrag»

Zur Unterzeichnung eines Filmvertrages wurden zwei Seeräuber nach Brüssel eingeladen. Dort erwartete sie aber nicht die Filmcrew – sondern die Polizei.

Das belgische Schiff «Pompei» Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die beiden Piraten waren die Drahtzieher der Entführung des belgischen Schiffes «Pompei» im April 2009. Keystone

Diese Aktion hätte kein Hollywood-Regisseur besser aufgegleist: Mit einem erfundenen Filmprojekt haben belgische Polizisten zwei führende somalische Piraten nach Brüssel gelockt. Bei der Ankunft auf dem Flughafen klickten die Handschellen. Dies teilte ein Staatsanwalt in Belgien mit.

Sehr naiver «Pirat 001»

Die beiden Männer sollen die Entführung des belgischen Schiffes «Pompei» im April 2009 geleitet haben. Das Schiff war zwei Monate später gegen Zahlung eines hohen Lösegeldes wieder freigekommen.

Der Somalier Mohammed Abdi Hassan, auch als Afweyne bekannt, galt als einer der wichtigsten Piratenführer. Er trug den Spitznamen «Pirat 001».

Nach Angaben des Staatsanwaltes machten die belgischen Polizisten dem Piratenchef in einer Undercover-Operation weis, dass sie einen Film über den berühmten Piraten Afweyne und dessen aufregendes Leben drehen wollten. Zur Unterzeichnung des Vertrages müsse er aber nach Brüssel kommen.

Von Polizei-Grossaufgebot empfangen

Der Pirat sah darin kein Problem, flog von der kenianischen Hauptstadt Nairobi nach Brüssel – und wurde dort von einem Grossaufgebot der Polizei erwartet. «Diese Leute bleiben ja meist aussen vor, obwohl sie eine wichtige Rolle bei Kaperungen», sagte der Staatsanwalt.

EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton begrüsste die Festnahme als einen «bedeutsamen Schritt im Kampf gegen die Piraterie». Abdi Hassan und seinem Komplizen drohen nun 15 Jahre Haft für das Aufbringen des Schiffes und 30 Jahre wegen Geiselnahme.