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International Polizeieinsatz in Mazedonien: Zahl der Toten auf 22 angestiegen

Nach Angaben des Innenministeriums sind bei den Feuergefechten in der mazedonischen Stadt Kumanovo acht Polizisten und mindestens 14 Bewaffnete ums Leben gekommen. 37 Polizisten hätten sich beim Einsatz verletzt, der in Kürze beendet werden soll.

Legende: Video Kriegsähnliche Zustände in Mazedonien (ohne Kommentar) abspielen. Laufzeit 0:30 Minuten.
Vom 10.05.2015.

Nach einer monatelangen innenpolitischen Krise zwischen Regierung und Opposition kam es in der mazedonischen Stadt Kumanovo gestern zu einem Polizeieinsatz gegen eine bewaffnete Gruppe. Kumanovo liegt im Norden Mazedoniens, an der Grenze zu Serbien und dem Kosovo.

Legende: Video Gefechte in der Stadt Kumanovo abspielen. Laufzeit 0:21 Minuten.
Aus Tagesschau am Vorabend vom 09.05.2015.

Bei der Polizeiaktion seien seit Samstagmorgen acht Polizisten getötet und 37 weitere verletzt worden. Die Aktion richtete sich gegen eine Gruppe Bewaffneter. Von ihnen sollen 14 Personen getötet worden sein. Dies teilte der mazedonische Innenministeriumssprecher Ivo Kotevski am Sonntagnachmittag mit. Medienberichte sprachen allerdings von «40 toten Uniformierten», die nach dem Ende der Polizeiaktion noch identifiziert werden müssten.

Starke Polizeikräfte seien am frühen Samstagmorgen gegen «gut bewaffnete Terroristen» vorgerückt, die «aus einem Nachbarland» nach Mazedonien eingedrungen seien, berichtete Kotevski bereits am Samstag in Skopje.

Die bis zu 70 Mann starke Gruppe habe sich mit Unterstützung örtlicher Albaner in der Region versteckt und Angriffe auf öffentliche Einrichtungen und eine Militärkaserne geplant, sagte Kotevski weiter.

Amtlichen Angaben zufolge sind bislang 30 Personen verhaftet worden.

Polizeieinsatz soll in Kürze enden

Auch am Sonntagmorgen waren immer noch Schüsse zu hören, berichtete die lokale Zeitung «Kumanova Sot». Hubschrauber kreisten wieder über der Stadt 40 Kilometer nordöstlich von Skopje. Der Einsatz im fast nur von Albanern bewohnten Stadtteil werde in Kürze beendet, erklärte der Sprecher des Innenministeriums am Sonntagnachmittag weiter.

Europäische Union besorgt

Hunderte Einwohner der drittgrössten Stadt im Land flüchteten über die Grenze nach Südserbien, wo ebenfalls Albaner wohnen. Belgrad hatte zusätzliche Sonderpolizeikräfte in Richtung Grenze in Marsch gesetzt und hat für Sonntag eine Sitzung des Sicherheitsrats einberufen. Auch die albanische Minderheit in Südserbien ist traditionell auf Konfrontation zu Belgrad eingestellt.

Nach dem Kosovo und Albanien rief am Sonntag auch die Europäische Union zur Zurückhaltung auf. Der EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn äusserte sich «zutiefst besorgt» über die Gewalt und forderte, jede weitere Eskalation zu vermeiden.

Serbische Medien warnen vor der Errichtung eines «Gross-Albaniens»

«Gross-Albanien klopft an die Tür», prangte am Sonntag auf dem Titel der grössten Zeitung «Blic» in Belgrad: «Es droht ein Gross-Albanien.» Dieses werde neben der Republik Albanien, dem fast nur noch von Albanern bewohnten Kosovo sowie West-Mazedonien und dem Osten von Montenegro auch Teile des nordwestlichen Griechenland umfassen. «Serbien droht Krieg», titelte am Sonntag die Zeitung «Kurir».

Zwischen der slawischen Bevölkerungsmehrheit und den Albanern, die schätzungsweise bis zu 30 Prozent der Einwohner Mazedoniens stellen, war es in der Vergangenheit immer wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen gekommen. Zuletzt waren im Jahr 2001 bürgerkriegsähnliche Kämpfe nur durch Vermittlung der EU beendet worden.

12 Kommentare

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  • Kommentar von Petar Milanovic, Zürich
    Was die westlichen Medien nicht zeigen: Die Albaner haben Anschläge bei Fussballspielen geplant um einen Krieg zu entfesseln, die Polizei kam ihnen zuvor, doch was die Polizei wiederum nicht wusste, die Albaner waren hochbewaffnet und die Polizisten wurden von Snipern die sich in den albanischen Häusern versteckten umgebracht, woraufhin die Polizei diese Häuser mit Snipern zerbombt hat. Und die albanischen Medien behaupten, die Mazedonier hätten sich selbst getötet... *kopfschüttel*
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  • Kommentar von Kliment Lihnidoski*, 8008
    Es war der grösste Politische Fehler der Nachkriegsgeschichte, Kosovo gewaltsam von Kernland Serbien abzutrennen und es als ein Staat anzuerkennen. Dieser Präzedenzfall hat Tür und Tor geöffnet für weitere gewaltsame Konflikte, nicht nur auf dem Balkan, sonder auch anderswo. Dieser Fehler wird sich den Europäern früher oder später rächen. Der ständige drang der westlichen Welt einerseits und der Islamischen Welt anderseits, die christlichen Slawen zu verdrängen, ist eine schlimme Krankheit.
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  • Kommentar von c.jaschko, Bern
    Ich bitte die Serben, Albaner und Mazedonier sich nur eines zu überlegen : Egal wie schlimm das Leben jetzt miteinander ist im Krieg es wird alles nur viel schlimmer... Nichts wird durch den Krieg besser werden es wird nur mehr Leid erzeugt... Ihr musst nicht den selben Fehler wiederholen wie Kosovo... Gott beschütze euch "Alle" dort, ich glaube an euch alle dass ihr es schafft im Frieden zu leben... Ich persönlich kenne nur gute Menschen "Serben,Mazedonier,Albaner" die aus Mazedonien kommen ...
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