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International Protest gegen Chiles Pensionssystem eskaliert

Die Proteste gegen das System privater Pensionskassen in Chile nehmen an Schärfe zu. Eine anfangs friedliche Demonstration in der Hauptstadt Santiago eskaliert und führt zu teils chaotischen Zuständen.

Ein Mann rennt hinter einem Polizeiwagen
Legende: Die anfangs friedlichen Proteste von geschätzt 15'000 Menschen eskalieren. Polizisten wurden verletzt. Keystone

Bei Protesten gegen das System privater Pensionskassen und zu niedrige Altersbezüge in Chile ist es in der Hauptstadt Santiago zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen.

Legende: Video Proteste in Santiago de Chile eskaliert (unkomm.) abspielen. Laufzeit 00:36 Minuten.
Aus News-Clip vom 05.11.2016.

Polizisten verletzt, Busse in Flammen

Sieben Polizisten wurden am Freitag bei den Zusammenstössen verletzt, mindestens 87 Menschen wurden festgenommen. Nach Angaben der Protest-Organisatoren beteiligten sich allein in Santiago de Chile rund 15'000 Menschen an den Demonstrationen. Zwei Busse gingen in Flammen auf.

Landesweit nahmen nach Angaben des Innenministeriums knapp 90'000 Menschen an Kundgebungen teil, die zum vierten Mal in diesem Jahr stattfanden. Die Protestbewegung fordert eine Umwandlung der Pensionskassen.

Im Schnitt 30 Prozent des Durchschnittsgehalts

Die Regierung von Präsidentin Michelle Bachelet hat eine zehnprozentige Erhöhung der Mindestpension angekündigt. Eine umfassende Reform des Systems erfordere jedoch Zeit und Dialogbereitschaft, heisst aus Regierungskreisen.

Das privat verwaltete Pensionssystem wurde 1981 von der Militärdiktatur Augusto Pinochets eingeführt. Nach Angaben der staatlichen Aufsichtsbehörde der Pensionskassen beziehen die chilenischen Pensionäre durchschnittlich mit umgerechnet 287 Euro knapp 30 Prozent des Durchschnittsgehalts.

Die Regierung Pinochets hatte bei der Einführung des Systems versichert, die Arbeitnehmer würden als Pensionäre ein Mindesteinkommen von 70 Prozent ihres jeweiligen Gehalts bekommen.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von beat zehnder (beat zehnder)
    Eigentlich ist ja eine staatliche altersversicherung (ahv) den privaten pasionskassen vorzuziehen.da dabei aber keine versicherungen und banken daran verdienen,bekämpfen die rechten politiker dieses system seit jahren.ob in chile oder in der bern
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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    In Deutschland waeren mit dem Kapitalabschmelz- statt Umlagesystem schon 2 Generationen verhungert. Das Umlagesystem hingegen funktioniert nach kurzem Stottern immer wieder gar mit Real- statt nur real abschmelzenden Nominalrenten. In der Schweiz wurden mit dem PK-Schwindel schon ueber 800 000 000 000 Franken der Umlage an die Senioren abgestohlen. Und die Jungen muessen ruinoese doppelte Praemien abloehnen oder sich - wie in Chile - mit halben Renten begnuegen....
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  • Kommentar von Philipp Etter (Philipp Etter)
    Irrtum vorbehalten lobte alt BR Blocher das chilenische Pensionskassensyystem als vorbildlich. Früher schon beanspruchten die dortigen Pensionskassen einen grossen Teil des einbezahlten Geldes für sich selbst. Die Abzüge für die "Verwaltung" der wegen der niedrigen Löhne relativ kleinen PK-Beiträge waren viel zu hoch. Sicher aber sind mehrere Pensionskassenbetreiber Milliardäre geworden. Den Sturz Allendes und die Einsetzung Pinochets verdanken die Chilenen dem CIA, also den Amerikanern.
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