Zum Inhalt springen
Inhalt

International Putin: «Die Sanktionen sind ein Bumerang»

Russland reagiert verärgert auf die neusten Strafmassnahmen durch die USA und die EU. Die Börsen in Russland, Europa und Amerika erlitten Verluste.

Legende: Video Putin empört sich über Sanktionen abspielen. Laufzeit 01:44 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 17.07.2014.

Der Westen verschärft den Druck auf Russland in der Ukraine-Krise. Die USA haben unter anderem den staatlich kontrollierten russischen Erdöl-Riesen Rosneft mit Sanktionen belegt. Die Europäer machten beim EU-Gipfel in Brüssel gleichzeitig den Weg für Sanktionen gegen Unternehmen und Oligarchen frei, nannten aber noch keine Namen.

Moskau reagierte verärgert. Präsident Wladimir Putin warnte, Sanktionen gegen Russland würden zum «Bumerang» werden. Das Aussenministerium nannte die neuen US-Sanktionen am Donnerstag «primitiv». Es handele sich um einen «Versuch der Rache» dafür, dass sich die Ereignisse in der Ukraine nicht nach dem Willen Washingtons entwickelten.

Legende: Video Einschätzung von SRF-Korrespondent Peter Gysling abspielen. Laufzeit 02:41 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 17.07.2014.

Schärfere Sanktionen als bisher

Laut einer Einschätzung des SRF-Korrespondenten Peter Gysling wird Moskau die neuen Sanktionen sehr wohl spüren: «Die bisherigen, sehr schwachen Sanktionen haben einzelne Personen getroffen. Aber jetzt geht es darum, dass wichtige Unternehmen wie die Gazprom-Bank den amerikanischen Finanzplatz nicht mehr benutzen können.» Dass dies Putin empfindlich treffe, habe auch seine Reaktion gezeigt.

Tatsächlich drückten die neuen Sanktionen den russischen Aktienmarkt am Donnerstag deutlich ins Minus. Zudem verlor der Rubel gegenüber Euro und Dollar an Wert. Gleichzeitig eröffneten auch die Börsen in Europa und den USA tiefer als am Vortag.

Kritik an Russland auch von Merkel

Der Westen hält der Moskauer Regierung vor, zu wenig zur Beruhigung des Konflikts in der Ostukraine beizutragen. Russland habe die geforderten Schritte zur Entschärfung der Krise nicht unternommen, darunter die Verhinderung von Waffenlieferungen in die Ukraine, sagte US-Präsident Barack Obama in Washington.

«Wir müssen heute feststellen, dass die Erwartungen eigentlich in allen Punkten nicht erfüllt worden sind», kritisierte auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel die Moskauer Politik.

Prorussischer Separatist auf einem Panzer
Legende: Die Kämpfe in der Ostukraine gehen weiter: In Donetsk posiert ein pro-russischer Separatist für ein Foto. Reuters

Ungewollte Folgen möglich

SRF-Korrespondent Peter Gysling hält fest, dass in der Ostukraine keine russischen Truppen präsent seien. «Aber es gilt als erwiesen, dass Waffen, Munition oder Panzer aus Russland in die Ostukraine eingeführt wurden.» Zudem beteiligten sich an den Kämpfen auch Russen, die mehrheitlich aus Tschetschenien rekrutiert würden.

Gysling befürchtet, dass die neuen Sanktionen auch den gegenteiligen Effekt haben könnten: «Ich hatte immer den Eindruck, dass die Androhung von Sanktionen Putin davon abgehalten hat, in der Ostukraine einzugreifen. Jetzt wo die Sanktionen greifen sollten, könnte Putin unter Umständen diese Sanktionen als grünes Licht interpretieren, um mit seinen eigenen Kräften einzugreifen.»

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

11 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von A. Stahel, 8000 Zürich
    Das einzige Virus im Fussball ist wohl die FIFA ;)
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von a. ott, arbon
    Völlig unlogisch Ihr Kommentar, was bringt ein Boykottieren??? Kein Fussballer dieser Welt wird sich die WM entgehen lassen. In Brasilien versuchte das Volk auch wegen der Lebensumstände zu protestieren, aber keine Chance gegen den Fussballvirus.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von c.jaschko, Bern
    Wahnsin , wie weit sich die Menscheit von wesentlichen Sachen entfernt hat. Was bringt uns all die Spaltung und die Kriege und die Machthaberischen-Handlungen :-) Wir sollten mehr nach ausen schauen und verstehen das wir in einer Galaxy leben MIT viel mehr zu bieten wie all das hier :-) ich kann nur empfehlen nachzuschauen nach baschar after the disclosure falls einer mal Auszeit von dem Wahnsin hier braucht :-)
    Ablehnen den Kommentar ablehnen