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International Putin weist Korruptionsvorwürfe Kaspers zurück

Russlands Präsident Wladimir Putin reagiert sauer auf die Worte von IOK-Mitglied Gian Franco Kasper: «Ich sehe keine systematische Korruption im Zusammenhang mit dem Olympiaprojekt.» Kasper hält auf Anfrage an seiner Aussagen fest.

Legende: Video Putin nimmt zu Vorwürfen Kaspers Stellung abspielen. Laufzeit 02:12 Minuten.
Aus Rundschau vom 22.01.2014.

Die Vorwürfe von Gian-Franco Kasper hatten in Russland hohe Wellen geworfen. Kasper ist Präsident des internationalen Ski-Verbands (FIS) und Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees.

Russlands Präsident Wladimir Putin
Legende: Lässt die schweren Korruptionsvorwürfe nicht auf sich sitzen: Russlands Präsident Wladimir Putin. SRF

«Rund ein Drittel der Gesamtkosten des Olympiaprojekts wird von Korruption aufgefressen», sagte Kaspar in der «Rundschau» vom 8. Januar. Vor allem Bauunternehmer aus dem Umfeld des Kremls hätten sich am Prestigeprojekt von Wladimir Putin bereichert, so Kasper weiter.

Mit Kosten von gegen 50 Milliarden Franken ist Sotschi 2014 teurer als alle bisherigen Winterspiele zusammen.

Klage gegen Kasper?

Der russische Präsident blies zum Gegenangriff. Wer Beweise für Korruption habe, solle diese vorbringen, sagte Putin an die Adresse Kaspers.

Der Präsident der russischen Eisenbahnen, Wladimir Jakunin, erwägt gar rechtliche Schritte gegen den Schweizer Sportfunktionär. Auf Anfrage der «Rundschau» bestätigte ein Sprecher der russischen Bahn die Klageabsicht. «Was die Situation von Herrn Kasper betrifft, kann ich ihnen sagen, dass die Anwälte von Herrn Jakunin sich den Fall anschauen und sich weiterhin überlegen, Klage einzureichen.»

Bahnchef Jakunin steht selber im Verdacht, die Zugstrecke und die Autobahn, welche die Stadt Sotschi und die Austragungsorte der Skiwettbewerbe verbinden, zu massiv überhöhten Preisen gebaut zu haben. Doch Jakunin bestreitet dies.

Kasper beharrt auf seine Kritik

FIS-Präsident Kasper erklärte auf Anfrage der «Rundschau», er halte an seinen Aussagen fest. Er habe offen gesagt, was eigentlich schon lange bekannt sei. Neben harter Kritik aus Russland habe er ausschliesslich positive Reaktionen auf sein Interview erhalten.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Marcel Chauvet, Weißenstadt
    Sei es wie es will. Putin hat jedenfalls das Ausland nicht geschädigt. Also geht das einen Herrn Kaspar nichts an, er sollte doch seinen Blick doch besser in sein eigenes Land, die Schweiz richten. Wie sagte bereits Goethe über Leute, die selbst Dreck am Stecken haben so treffend: „Ein jeder kehre vor seiner Tür, ~ Und rein ist jedes Stadtquartier. ~ Und jeder übe sein Lektion, ~ So wird es gut im Rate stohn.“
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Herr Kasper mag ja Recht haben, aber was er "enthüllt", hat nichts mit Mut zu tun. Was kann jemand in einer so hohen Position schon verlieren? Die IOK-Mitgliedschaft ist ja "ewig". Noch etwas: Gerade wenn der FIS-Präsident mit solchen Vorwürfen kommt - ob zutreffend oder nicht -, ist das daneben. In wenigen Tagen jährt sich Ulrike Maiers tödlicher Unfall zum 20. Mal. Lest einmal, welche beschämende Rolle die FIS damals gespielt hat! Da ist Putin direkt noch "heilig".
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  • Kommentar von r.urban, wabern
    Danke für die Zivilcourage Herr Kaspar. Ich finde es unglaublich wie einfach alles was in Sotschi der Natur und den Menschen angetan wurde aus reinem Oportunismus unter den Tisch gewischt wird.
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