Raketenabwehrsystem: Dicke Luft auf koreanischer Halbinsel

Die USA und Südkorea haben vereinbart, in Südkorea ein Raketenabwehrsystem zu stationieren. Dieses soll dem Schutz der südkoreanischen Bevölkerung dienen. China reagierte umgehend und bestellte die beiden Botschafter ein.

Südkoreanische Demonstranten halten Transparente auf. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das geplante Raketenabwehrsystem ist auch in der Bevölkerung sehr umstritten. Keystone

Angesichts der wachsenden Bedrohung durch Nordkorea haben Washington und Seoul die Stationierung eines modernen Raketenabwehrsystems in Südkorea vereinbart.

Das Raketenschild THAAD solle zum Schutz Südkoreas und seiner Bürger installiert werden, teilten die Verteidigungsministerien beider Länder in einer gemeinsamen Erklärung mit. Das System diene ausschliesslich dazu, den Drohungen Nordkoreas gegen den Süden etwas entgegenzusetzen. Es sei gegen kein anderes Land gerichtet.

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THAAD

THAAD steht für Terminal High Altitude Area Defence. Es ist ein modernes Raketenabwehrsystem, das Geschosse abfeuert, um feindliche Raketen abzuschiessen.

Medienkonferenz angekündigt

Die Verhandlungen hatten im Februar begonnen. Vor allem China hat THAAD in der Vergangenheit regelmässig scharf verurteilt und als Eingriff in seine nationale Souveränität verurteilt.

Die beiden Botschafter wurden ins chinesische Aussenministerium vorgeladen. Der Ministeriumssprecher kündigte eine Medienkonferenz an.

Verstoss gegen UNO-Resolution Pjöngjangs

Nordkorea hatte im Januar erneut eine Atombombe zu Testzwecken gezündet, es war der vierte Atomwaffentest des kommunistischen Landes. Dem schlossen sich eine Reihe von Raketentests an.

Nordkorea verstiess damit gegen UNO-Resolutionen. Der UNO-Sicherheitsrat beschloss deshalb Anfang März die bislang schärfsten Sanktionen gegen das isolierte Land.

Dennoch feuerte Nordkorea vor zwei Wochen zu Testzwecken zwei Mittelstreckenraketen des neuen Typs Musudan ab. Diese Rakete soll eine Reichweite von bis zu 4000 Kilometern haben, womit sie auch den US-Stützpunkt auf der Pazifikinsel Guam treffen könnte.