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Tweet über Nordafrikaner Rassismus-Debatte um Kölner Polizei

Gezielte Kontrollen von Nordafrikanern und deren pauschale Bezeichnung als «Nafris» schlagen in Deutschland hohe Wellen.

Legende: Video Polizeikontrollen in der Silvesternacht abspielen. Laufzeit 00:18 Minuten.
Aus Tagesschau vom 01.01.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Am Silvesterabend teilte die Kölner Polizei per Twitter mit, am Hauptbahnhof würden «mehrere Hundert Nafris» überprüft.
  • Sowohl die Überprüfung hunderter Menschen aufgrund ihres Aussehens als auch deren pauschale Zusammenfassung als «Nafris» brachte der Polizei Rassismus-Vorwürfe ein.
  • Polizeipräsident Jürgen Mathies bedauerte heute die Verwendung des Begriffs «Nafris», auch das Innenministerium distanzierte sich davon.
  • Gleichzeitig hielt der Polizeipräsident fest, die Nordafrikaner seien nicht einfach so kontrolliert worden. Vielmehr habe die Bundespolizei die Anreise «hochaggressiver» Gruppen gemeldet.

Handelt die Kölner Polizei rassistisch, wenn sie nach den Erfahrungen der Silvesternacht 2015/16 gezielt Nordafrikaner überprüft? Und wenn sie diese pauschal als «Nafris» bezeichndet? Die Debatte über diese Fragen schlägt in Deutschland hohe Wellen.

Bedauern von Polizeipräsident und Innenministerium

Der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies bedauerte am Montag in einem Interview mit dem WDR die Verwendung der Bezeichnung «Nafris». «Den Begriff finde ich sehr unglücklich verwendet hier in der Situation. (...) Das bedauere ich ausserordentlich.» Die Bezeichnung werde als «Arbeitsbegriff» innerhalb der Polizei verwendet. Auch das deutsche Innenministerium distanzierte sich von dem Begriff.

Der Begriff «Nafri» werde keineswegs benutzt, um Menschen aus Nordafrika pauschal abzuwerten, sagte Ernst Walter, der Vorsitzende der Deutschen Bundespolizeigewerkschaft. «Das ist lediglich eine Abkürzung für nordafrikanische Intensivtäter und ist keinesfalls rassistisch oder als Schimpfwort gemeint.»

Die deutsche Grünen-Chefin Simone Peter hatte den Begriff «Nafris» zuvor als völlig inakzeptabel kritisiert. «Das ist eben der Unterschied zwischen einem sprachwissenschaftlichen Grünen-Seminar und einem Polizeieinsatz», hatte darauf der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt in der nationalkonservativen Wochenzeitung «Junge Freiheit» geantwortet.

Polizei verteidigt Kontrolle hunderter Nordafrikaner

Aber auch jenseits der Verwendung des umstrittenen Begriffes kritisierte die Grünen-Politikerin den Kölner Polizeieinsatz. Es stelle sich die Frage nach der Verhältnis- und Rechtmässigkeit, «wenn insgesamt knapp 1000 Personen alleine aufgrund ihres Aussehens überprüft und teilweise festgesetzt» worden seien, sagte sie der «Rheinischen Post«.

Dem widersprach Polizeipräsident Mathies am Montag. Sein Bedauern über die Verwendung des Begriffs ändere nichts an Erforderlichkeit und Verhältnismässigkeit der Massnahme. Man habe die Nordafrikaner nicht einfach so kontrolliert, vielmehr habe die deutsche Bundespolizei zuvor schon aus den Zügen gemeldet, dass «hochaggressive» Gruppen nach Köln unterwegs seien.

Selbst innerhalb der Grünen stossen die Aussagen von Präsidentin Peter nicht auf ungeteilte Zustimmung. Sowohl Bundestags-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckhardt als auch der grüne Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer distanzierten sich von ihrer Kritik an den Polizei-Kontrollen. Göring-Eckhardt sagte den «Ruhr Nachrichten», die Kölner Polizei habe «umsichtig» gehandelt.

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87 Kommentare

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  • Kommentar von Benito Perez (Adelante)
    Genau die grenzenlose Toleranz gegenüber allen fördert am Schluss Intoleranz.
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  • Kommentar von Yannick Martin (Kampfsalami)
    @paul waber Respekt. Auch wenn wir wahrscheinlich was Einwanderung und sonstiges betrifft, nicht auf der gleichen Welenlänge sind , kann ich ihre Aussage so Akzeptieren. Ich denke auch, dass sie eine Person sind welche sich Gedanken macht und sie auch hinterfragt. Wenn ich aber die Komentare z.B. hier lese dann bin ich oftmals schockiert wie respektlos und menschenverachtend sie sind. Solches Gedankengut MUSS unterbunden werden. Hetzte und Angstmacherei gewisser Parteien fördert aber genau dies.
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    1. Antwort von paul waber (sandokan)
      Menschen egal welcher Rasse, die an Leib und Leben bedroht sind, soll geholfen werden können. Nicht akzeptieren kann ich die Tatsache, dass Menschen zu uns gelangen, welche bloss eine Verbesserung ihres Lebensstandards verfolgen und nicht gewillt sind, sich hier anzupassen. Nirgendwo herrscht das Paradies auf Erden. Auch unser Lebensstil wird uns nicht geschenkt...Wenn Fehler begangen werden, dann von uns, die wir trügerische Hoffnungen schüren und falsche Rahmenbedingungen setzen.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Dies ist nun mein 8. (!) Versuch, eine persönliche Ansicht zu diesem Bericht zu äussern: Polizisten machen nur dort Personen-Kontrollen wo man gewisse (erfahrene) Vermutungen oder sichtbares aggressives Verhalten sieht oder feststellt! Offenbar befanden sich vor oder im Bahnhof Köln halt vorallem afrikanische Migranten, die mit ihrem Auftreten eine Kontrolle provozierten! Warum habe ich nun X-Mal kein Anrecht, dass meine sachliche Meinung aufgeschaltet wird?
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