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International Regierungsgegner besetzen Ministerien in Bangkok

Sie tragen nicht mehr gelbe Hemden, doch ihre Wut ist geblieben: In Bangkok haben Regierungsgegner mehrere Ministerien gestürmt. Sie fordern den Rücktritt von Premierministerin Shinawatra.

Legende: Video Die Demonstranten skandieren «Raus mit euch!» abspielen. Laufzeit 00:23 Minuten.
Aus News-Clip vom 25.11.2013.

In Thailands Hauptstadt Bangkok haben erneut Tausende Demonstranten gegen die Regierung protestiert. Obwohl die Polizei mit einem grossen Aufgebot präsent war, gelang es den Demonstranten zu mehreren Regierungsgebäuden vorzudringen.

Sutheb Thaugsuban, bis vor kurzem Abgeordneter der Opposition und jetzt Anführer der Proteste, konnte mit mehreren hundert Anhängern bis ins Gebäude des Finanzministeriums vordringen. «Brüder und Schwestern, kommt und übernachtet im Ministerium, um unsere Steuergelder zu bewachen», postete Suthep auf Facebook.

Auch Aussenministerium gestürmt

Später stürmten hunderte Demonstranten auch auf das Gelände des Aussenministeriums in Bangkok. Es gelang ihnen aber nicht, ins Gebäude vorzudringen. Nach Angaben der Polizei wurden weitere Regierungsgebäude sowie Fernsehsender, Kasernen und Polizeiwachen belagert.

Die Demonstranten werfen der Regierung Korruption vor und verlangen ihren Rücktritt. Regierungschefin Yingluck Shinawatra sagte nach einer Kabinettssitzung, ihre Regierung bleibe im Amt.

Für oder gegen Thaksin

Regierungs- und Oppositionslager in Thailand spalten sich am 2006 gestürzten Regierungschef Thaksin Shinawatra. Seine Anhänger tragen rote T-Shirts («Rothemden»). Dazu gehören weite Teile der ländlichen Bevölkerung, die Thaksin mit populistischen Massnahmen für sich gewann.

Legende: Video Massendemonstrationen gegen Regierung in Thailand abspielen. Laufzeit 01:12 Minuten.
Aus Tagesschau vom 25.11.2013.

Zur Zeit regiert seine Schwester Yingluck, die Rothemden sind also heute Regierungsanhänger. Bei den blutigen Demonstrationen 2010 waren sie Regierungsgegner, weil damals die Opposition nach Machtspielen in Parlament vorübergehend regierte.

Die Thaksin-Gegner waren früher Gelbhemden. Die Bewegung hat sich aufgelöst. Die heutigen Regierungsgegner schmücken sich mit Halsbändern in den Farben der thailändischen Flagge: blau, weiss und rot. Sie sind Anhänger der alten Ordnung. Ein vor allem in Bangkok mächtiger Elitekreis bestimmte vor Thaksin Jahrzehnte die Geschicke des Landes.

Die Opposition befürchtet, dass ein umstrittener Amnestieplan der Regierung auch Thaksin zu Gute kommen könnte. Dieser lebt in Dubai im Exil. Zwar wurde das Gesetz vom Senat kürzlich abgewiesen, doch dauern die Proteste an.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Schneeberger, Nong Kung Sri
    Demokratie auf thailändisch: Der Thaksinclan (eine der reichsten Familien in Thailand) hat im grossen Stil Geld in den ländlichen Regionen verteil, und somit damals die Wahlen "gewonnen". Wiederum mit viel Geld kam dann die Schwester von Thaksin an die Macht, welche nun versucht durch neue Gesetze ihren Bruder zu rehabilitieren. Dass das bei grossen Teilen der Bevölkerung Unmut auslöst ist verständlich, denn die Leute leiden unter dem korrupten Sysem, dass ganz Thailand lähmt.
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  • Kommentar von Sa Lü, Losone
    Was hier passiert ist aktive Teilnahme am politischen Leben in Thailand auf friedliche aber eindrückliche Art. Thaksin Shinawatra hat sich über alle Regeln der noch jungen Demokratie hinweggesetzt, sein Pendant in Europa ist Silvio Berlusconi. Die heutige Präsidentin, Schwester von Thaksin und ihre Regierung streben eine Amnestie an, die dem rechtskräftig verurteilten Thaksin Shinawatra eine Rückkehr aus dem Exil an die Macht erlauben würde. Italien's Berlusconi lässt grüssen!
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    1. Antwort von markus lenggenhager, surathani
      kann wohl kaum als friedlich bezeichnet werden, wenn gewaltsam ministerien gestürmt werden. es wurden auch bereits journalisten verletzt und polizisten angegriffen. genau wie vor fünf jahren bei der flughafenbesetzung ist die fanatische, nationalistische gelbe minderheit wohl auch diesmal wieder in der lage eine demokratisch legitimierte regierung zu stürzen. deja vu...
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  • Kommentar von Albert Planta, Chur
    Direkte Demokratie à la Thailandaise: Die haben genug von ihrem Oligarchen und dessen Entourage.
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