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Italiens neue Regierung Kritik an Napolitanos Expertengruppen

Parteiübergreifend reagieren Italiens Politiker skeptisch auf das Einsetzen des Gremiums zur Lösung der Regierungskrise. Zehn Experten sollen Vorschläge erarbeiten, wie das Land aus der Krise finden kann. Besonders deutliche Worte gegen die Gruppe fand Beppe Grillo.

Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano
Legende: Italien hat nach wie vor keine Regierung. Giorgio Napolitano hofft nun auf Expertenhilfe, um die Krise zu beenden. Keystone

Der Patt nach den Parlamentswahlen hat eine Regierungsbildung in Rom bisher unmöglich gemacht. Staatspräsident Giorgio Napolitano hat deshalb Expertengruppen einberufen, die das Land aus der Krise führen sollen.

Die politischen Parteien haben skeptisch auf die Massnahme des Staatsoberhauptes reagiert. «Solch eine Initiative löst das Problem nicht», sagte der frühere Berlusconi-Minister Renato Brunetta.

Das Mitte-Links-Bündnis um den Spitzenkandidaten Pier Luigi Bersani, der mit der Suche nach einer Regierungsmehrheit gescheitert war, sicherte Napolitano Unterstützung zu, äusserte aber auch Zweifel.
 
Die Expertengruppen könnten helfen, aber nicht das Parlament ersetzen, sagte Dario Franceschini, der ehemalige Vorsitzende der Partito Democratico (PD). Der Anführer der Protestbewegung «Fünf Sterne», Beppe Grillo, schrieb auf seinem Blog, das Land brauche ein funktionierendes Parlament und keine «unwirklichen Unterhändler» oder «Altenpfleger der Demokratie».

Legende: Video «SRF-Korrespondent Philipp Zahn über Napolitanos Expertengruppen» abspielen. Laufzeit 1:47 Minuten.
Aus Tagesschau vom 30.03.2013.

5 Kommentare

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  • Kommentar von elize naude, zürich
    regierungskrise in italien = what else? das ist normalfall für italien!!!
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  • Kommentar von peter beutler, beatenberg/ leissigen
    Bersani ist der beliebteste Politiker Italiens.Er handelt genau richtig. Es ist jedes Mittel recht, einen Kinderschänder daran zu hindern, sich wieder als Ministerpräsident zu bewerben. Dass er es würde, ist eigentlich gar nicht zu befürchten. Von Berlusconi manipulierte Meinungsumfragen können wohl kaum als Wahlergebnis gewertet werden.
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    1. Antwort von peter beutler, beatenberg/ leissigen
      ups ... natürlich war Napolitano, nicht Bersani gemeint. Napolitano, der alte, brillante linke Präsident
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  • Kommentar von franz schleiniger, montecatini/italien
    Napolitano hat schon mit der Einsetzung der Regierung Monti die Demokratie ausser Kraft gesetzt. Der Rat der "Experten" setzt nun das Parlament nochmals ins 2. Glied. Der Partito Demokratica hat in den Umfragen stark verloren, so auch die 5 Sterne von Grillo. Dagegen hat das Mitte- Rechts Bündnis mehrere 5-Punkte zugelegt und ist wieder stärkste Fraktion! Das gefällt Napolitano gar nicht und Bersani (der grosse Verlierer) noch weniger.
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    1. Antwort von A. Planta, montecatini/italien
      Hoffentlich wird der Berlusconi nie wieder mit der Regierung betraut. Der hat ja beileibe bewiesen, dass er unfähig ist.
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