Kritik an Napolitanos Expertengruppen

Parteiübergreifend reagieren Italiens Politiker skeptisch auf das Einsetzen des Gremiums zur Lösung der Regierungskrise. Zehn Experten sollen Vorschläge erarbeiten, wie das Land aus der Krise finden kann. Besonders deutliche Worte gegen die Gruppe fand Beppe Grillo.

Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Italien hat nach wie vor keine Regierung. Giorgio Napolitano hofft nun auf Expertenhilfe, um die Krise zu beenden. Keystone

Der Patt nach den Parlamentswahlen hat eine Regierungsbildung in Rom bisher unmöglich gemacht. Staatspräsident Giorgio Napolitano hat deshalb Expertengruppen einberufen, die das Land aus der Krise führen sollen.

Die politischen Parteien haben skeptisch auf die Massnahme des Staatsoberhauptes reagiert. «Solch eine Initiative löst das Problem nicht», sagte der frühere Berlusconi-Minister Renato Brunetta.

Das Mitte-Links-Bündnis um den Spitzenkandidaten Pier Luigi Bersani, der mit der Suche nach einer Regierungsmehrheit gescheitert war, sicherte Napolitano Unterstützung zu, äusserte aber auch Zweifel.
 
Die Expertengruppen könnten helfen, aber nicht das Parlament ersetzen, sagte Dario Franceschini, der ehemalige Vorsitzende der Partito Democratico (PD). Der Anführer der Protestbewegung «Fünf Sterne», Beppe Grillo, schrieb auf seinem Blog, das Land brauche ein funktionierendes Parlament und keine «unwirklichen Unterhändler» oder «Altenpfleger der Demokratie».

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SRF-Korrespondent Philipp Zahn über Napolitanos Expertengruppen

1:47 min, aus Tagesschau vom 30.3.2013