Religionskritischer Blogger gelyncht

Zum vierten Mal seit Jahresbeginn ist in Bangladesch ein religionskritischer Blogger ermordet worden. Fanatische Islamisten fordern immer wieder die Hinrichtung von religionskritischen Bloggern, denen sie Gotteslästerung vorwerfen.

Polizisten mit einem Leichensack Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Zum vierten Mal in diesem Jahr wurde ein Blogger in Bangladesch auf grausame Weise ermordet. Keystone

Er starb auf furchtbare Art und Weise: Eine mit Macheten bewaffnete Gang drang in die Wohnung von Niloy Chakrabarti in der Hauptstadt Dhaka ein. Dann haben sie ihn zu Tode gehackt, erklärte der Chef des Netzwerks der Blogger und Aktivisten in Bangladesch, Imran H. Sarker.

Al-Kaida-Ableger bekennt sich

Niloy arbeitete regelmässig für den Blog Mukto-Mona, dessen Macher sich als «Freidenker, Rationalisten, Skeptiker, Atheisten und Humanisten» beschreiben.

Zur Tat bekannte sich der regionale Al-Kaida-Ableger Ansar al-Islam. Die Extremisten hatten bereits ähnliche Bluttaten an Bloggern verübt. Die Polizei bestätigte, Chakrabarti sei von etwa sechs Bewaffneten ermordet worden. Seine Frau sei in der Wohnung gewesen, aber in einen anderen Raum gebracht worden.

Islamistengruppe verboten

Chakrabarti ist der vierte säkulare Blogger, der seit Anfang des Jahres im mehrheitlich muslimischen Bangladesch ermordet wurde. Ende Februar war der Gründer des islamkritischen Blogs Mukto-Mona, Avijit Roy, getötet worden. Im März wurde der Internetaktivist Washiqur Rahman zu Tode gehackt, Mitte Mai der Blogger Ananta Bijoy Das.

Nach dessen Ermordung liessen die Behörden die Islamistengruppe Ansarullah Bangla Team (ABT) verbieten. Ihr war vorgeworfen worden, der Gewalt keinen Einhalt geboten zu haben.

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