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International Rom feiert zwei neue Heilige

Es ist ein Freudentag für die Katholiken: Papst Franziskus hat in Rom die verstorbenen Päpste Johannes Paul II. und Johannes XXIII. heiliggesprochen. Mehrere Hunderttausend Gläubige verfolgten den Anlass auf dem Petersplatz.

Legende: Video Zwei neue Heilige abspielen. Laufzeit 1:46 Minuten.
Aus Tagesschau vom 27.04.2014.

Franziskus verlas vor der Menschenmenge feierlich die lateinische Formel, mit der die beiden Päpste in das Verzeichnis der Heiligen der katholischen Kirche aufgenommen werden. Damit können beide weltweit als Heilige verehrt werden. Erstmals in der Kirchengeschichte wurden zwei Päpste gleichzeitig heiliggesprochen.

Sie waren Priester, Bischöfe und Päpste des 20. Jahrhunderts. Dessen Tragödien haben sie erfahren, sind davon aber nicht überwältigt worden.
Autor: FranziskusPapst

«Sie waren zwei mutige Männer, erfüllt vom Freimut des Heiligen Geistes, und haben der Kirche und der Welt Zeugnis gegeben von der Güte Gottes und von seiner Barmherzigkeit», würdigte Franziskus die beiden neuen Heiligen.

Legende: Video Der Moment der Heiligsprechung. abspielen. Laufzeit 1:18 Minuten.
Vom 27.04.2014.

Gott und Glaube seien stärker gewesen, sie hätten daran gearbeitet, die Kirche zu «aktualisieren». Der Pontifex würdigte Johannes XXIII., der das Zweite Vatikanische Konzil einberufen hatte, als «vom Heiligen Geist geführten Pastor». Johannes Paul II. sei der «Papst der Familie» gewesen. Franziskus bat die beiden neuen Heiligen um Unterstützung für die Weltkirche. Gläubige auf dem Petersplatz applaudierten und jubelten nach dem feierlichen Akt.

Auch Benedikt XVI. anwesend

Danach wurden Papst Franziskus die Reliquien der beiden verstorbenen Heiligen zur Verehrung gebracht. Eine Blutampulle von Johannes Paul II. wurde von einer Frau aus Costa Rica überbracht, die eine wundersame Heilung erfahren hatte. Sie wurde von einem eigentlich tödlichen Aneurysma, einer Arterienerweiterung, im Hirn geheilt.

Zuvor hatte Kardinal Amato in einer feierlichen Zeremonie Papst Franziskus drei Mal um Aufnahme der beiden Päpste ins Verzeichnis der Heiligen ersucht.

Freundschaftliche Umarmung zweier Päpste.
Legende: Papst begrüsst Papst: Franziskus unterhält sich mit seinem Vorgänger Benedikt XVI. SRF

Auch der emeritierte Papst Benedikt XVI. zelebrierte die Messe mit, jedoch nicht am Altar, sondern bei den Kardinälen. Als er erschien, brach langer Applaus auf dem Petersplatz aus. Franziskus begrüsste vor dem Beginn der Messe seinen 2013 zurückgetretenen Vorgänger.

Der Konservative und der Reformer

Der polnische Papst Johannes Paul II. (1920-2005) sprach in seiner 26-jährigen Amtszeit hunderte Gläubige selig- und heilig. Ein Rekord in der Geschichte der römisch-katholischen Kirche. Rekordverdächtig ist auch die kurze Zeit bis zu seiner eigenen Heiligsprechung. Schon kurz nach seinem Tod erklang der Ruf der Gläubigen «Santo subito!».

Papst Franziskus erhob auch den italienischen Papst Johannes XXIII. (1881-1963) zur Ehre der Altäre. Bei Johannes XXIII. drückte er allerdings ein Auge zu, denn das eigentlich für eine Heiligsprechung erforderliche Wunder fehlt. Während Johannes XXIII. als Reformpapst gilt, wurde am eher konservativen Papst Johannes Paul II. im Vorfeld der Kanonisation kritisiert, er habe die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche zu lange toleriert.

Unzählige Teilnehmer

Nicht nur rund 800'000 Gläubige, auch 150 Kardinäle und 1500 Bischöfe aus aller Welt sowie Delegationen aus 93 Ländern feierten die Heiligsprechung auf dem Petersplatz. Darunter waren Dutzende Staatspräsidenten, Regierungschefs sowie Vertreter von Königshäusern und von anderen Religionen. Die Schweiz wurde bei der Päpste-Heiligsprechung von Pierre-Yves Fux, dem Schweizer Botschafter am Heiligen Stuhl, vertreten.

Anschliessend bleibt der Petersdom bis Mitternacht für die Gläubigen geöffnet.

30 Kommentare

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  • Kommentar von Anna Marthaler, Zürich
    Religionen ziehen seit Jahrtausenden breite Blutspuren hinter sich her - allen voran die drei monotheistischen mit ihrem Absolutheitswahn. Umso übler ist der makabre Hype, den die Medien zelebrieren - als ob es keine Aufklärung gegeben hätte. Voltaire, Diderot, Rousseau & Co. drehen sich ununterbrochen im Grab um. Noch schlimmer ist nur die Tatsache, dass SRF notorisch Kommentare unterdrückt. Gelegentlich braucht's offenbar mal eine Beschwerde, samt medialer Begleitmusik.
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    1. Antwort von A.Käser, Zürich
      A.M./Vermutlich darauf zurückzuführen,dass nach wie vor in Politik und Wirtschaft recht viele,sehr einflussreiche"Exponenten"dieser"Konstrukte" das"Sagen"haben und deshalb mit entsprechender"Rücksicht"darauf,agiert wird.
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  • Kommentar von A.Käser, Zürich
    Ähnlicher"Allmachts-Demos"bedienten sich auch schon andere Kulturen.Die Azteken u.Mayas z.B.indem sie scheinbar wussten,welche"Menschenopfer"zu leisten waren,um die"Götter"gnädig zu stimmen.Die Römer wiederum demonstrierten mit ihrer politischen Macht und der Willkür der Spiele die Menschenleben forderten(Tiere/Mensch),auf diese Weise ihre Allmacht über Leben und(vermeintlichem)Tod.All diesen Kulturen war gemeinsam,dass sie Prunk und Prunkbauten huldigten um bei"Naiven"Eindruck zu"schinden".
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  • Kommentar von A.Käser, Zürich
    Allem zum Trotz.Solche Heiligsprechungen sollten als Signal welches sie aussenden,nicht unterschätzt werden.Da gibt es,ein sich selbst etabliertes,hirarchisches Konstrukt das sich anmasst eine(pseudo)Aurorität zu besitzen,die weit über die weltliche(Raum-Zeit)Dimension hinausreicht.Für ungebildete,naive und nicht hinterfragende Gemüter,eine nicht zu unterschätzende Signalwirkung.Allmacht?Manifestiert die Kirche damit ihren Wunsch selbst daran zu glauben,dass sie allmächtig sei?Weltherrschaft?
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