Rotstift-Strategie: US-Armee attackiert leere Kassen

Den US-Streitkräften stehen zehn magere Jahre bevor. Verteidigungsminister Chuck Hagel kündigte Kürzungen der laufenden Kosten um insgesamt 40 Milliarden Dollar und weitere Minderausgaben in Höhe von 50 Milliarden Dollar an. Doch dabei soll es nicht bleiben.

Chuck Hagel vor einem Bild des Pentagons Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Verteidigungsminister Hagel stimmt sein Haus auf die Strategie der knappen Kassen ein. Reuters/Archiv

Deshalb werde die Truppe möglicherweise um 70'000 Soldaten und die Reserve um bis zu 65'000 Kräfte verringert, erklärte er.

Insgesamt soll das US-Militär in den kommenden zehn Jahren 500 Milliarden Dollar weniger zur Verfügung haben. Schon jetzt gibt es ein Sparprogramm von 487 Milliarden Dollar.

Drei US-Kampfjets über einem Feuerwerk in einem Stadion Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Show-Überflüge wie beim Football-Finale 2010 über Philadelphia dürften für US-Kampfjets zur Seltenheit werden. Keystone/Archiv

Das Ziel von 500 Milliarden Dollar könne aber nicht allein durch den Abbau unwirtschaftlicher Strukturen erreicht werden. Daher stehe man vor der Grundsatzentscheidung, Personal abzubauen oder Beschaffungsprogramme abzuspecken.

Sollten die Entscheidungen gegen Rüstungsprogramme fallen, drohe ein Jahrzehnt ohne Modernisierungen. Bestimmte Vorhaben könnten aber gerettet werden, wenn die Streitkräfte im Gegenzug Personal abbauten. Präsident Barack Obama werde in den kommenden Monaten entscheiden.

Eine Haushaltssperre im Umfang von 37 Milliarden Dollar, die das Ministerium im März traf, führte bereits zu Kürzungen bei der Ausbildung, die Luftwaffe musste ihren Flugbetrieb einschränken und die Marine konnte mit ihren Schiffen seltener in See stechen.