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International Sarkozy geht in die Offensive

Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy sieht sich im Einklang mit Recht und Gesetz. Das sagte der frühere Staatschef in einem vom französischen Fernsehen aufgezeichneten Interview.

Legende: Video Sarkozy erklärt sich am Fernsehen abspielen. Laufzeit 02:20 Minuten.
Aus 10vor10 vom 02.07.2014.

Die französische Justiz ermittelt gegen den Nicolas Sarkozy wegen Korruption. Der Ex-Staatschef weist in einem TV-Interview jegliche Schuld von sich. Sarkozy verlangte jedoch keinerlei Privilegien. «Wenn ich Fehler gemacht habe, werde ich dafür alle Konsequenzen übernehmen.»

Gleichzeitig fühlt sich der 59-Jährige von Gegnern verfolgt. Sarkozy sprach auf TF1 und Europe 1 von einer «politischen Instrumentalisierung der Justiz». Der Ex-Präsident zeigte sich zutiefst erschüttert und wehrte sich gegen die Vorwürfe. «Ich habe niemals einen Akt gegen den Rechtsstaat verübt.»

«Sarkozy verrannte sich in wilde Verschwörungstheorien»

Der Fernsehauftritt von Sarkozy kam nicht überall gut an. «Angriff ist die beste Verteidigung, scheint sich Nicolas Sarkozy gesagt zu haben», analysiert SRF-Korrespondent Michael Gerber.

Sarkozy holte zum Rundumschlag aus gegen Politik. Medien und Justiz. «Er verrannte sich in wilde Verschwörungstheorien. Er wirkte für mich weniger glaubwürdig und weniger souverän als sonst.»

15 Stunden in Polizeigewahrsam

Die Staatsanwaltschaft hatte am Mittwoch ein Verfahren wegen des Verdachts der Korruption, der unerlaubten Einflussnahme und Verletzung des Berufsgeheimnisses gegen Sarkozy eingeleitet. Am Vortag war der konservative Politiker 15 Stunden lang in Polizeigewahrsam genommen und den ganzen Tag befragt worden.

Wenn ich Fehler gemacht habe, werde ich dafür alle Konsequenzen übernehmen.
Autor: Nicolas SarkozyEx-Präsident Frankreich

Sarkozy, der von 2007 bis 2012 Staatspräsident war, soll einem führenden Staatsanwalt des Landes Unterstützung bei der Bewerbung um einen Beraterposten im Fürstentum Monaco angeboten haben. Im Gegenzug könnte der Jurist Sarkozy über ein anderes Verfahren gegen ihn informiert haben.

Hoffnungsträger im Kampf gegen Hollande

Die Ermittlungen treffen Sarkozy in der Phase seiner möglichen politischen Rückkehr. Er gilt noch immer vielen Konservativen in der zerstrittenen UMP als Hoffnungsträger gegen den amtierenden Präsidenten François Hollande.

Gerber: «Eine Rückkehr von Sarkozy ist immer noch denkbar, solange er nicht rechtskräftig verurteilt ist.» Sarkozy war dem Sozialisten Hollande im Jahr 2012 unterlegen.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Paul Beaumont, Pfäffikon
    Eine der beiden Richterinnen die Sarjozy zugeteilt wurden ist eine militante Sozialistin aus der Richtergewerkschaft. (Frankreich hat eine Richtergewerkschaft!!!) In den Gwerkschaftsräumen gibt es ein "mur des cons" worauf die politischen Gegner überdimensional eerscheinen. Auch Sarkozy ist darauf abgebildet. Wads "con" auf deutsch bedeutet kann in einem guten Wörterbuch nachgeschlagen werden. Noch weitere Fragen?
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  • Kommentar von Marcel Chauvet, Weißenstadt
    "Gegen ihn werde wegen des Vorwurfs der Einflussnahme auf staatliche Stellen im Zusammenhang mit seiner Wahlkampagne 2007 ermittelt, erklärte die Staatsanwaltschaft in Paris." Die Sache hat wohl jemand 7 Jahre in der Schublade warm gehalten bis kurz vor Strafverjährung und just zum Zeitpunkt wo Sarkozy wieder aktiv in die Politik zurückkehren will, um 2017 Präsident zu werden und ausgerechnet jetzt waltet die französische Staatsjustiz mit gewetzten Messern ihres Amtes.
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  • Kommentar von Pankraz Mai, SG
    Die Justiz werde von seinen Gegnern politisch instrumentalisiert, sagte Nicolas Sarkozy. Ähnliches habe ich von Silvio Berlusconi in Italien auch gehört.
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    1. Antwort von Paul Beaumont, Pfäffikon
      Was hier vorgeht hat nichts mit Berlusconi zu tun. Ob man Sarkosy mag oder nicht hat auch keine Bewandtnis.Die grössten Anwälte in Frankreich sind schockiert über das Vorgehen der Justiz. Zudem hat die französische Justizministerin vor laufender Kamera gelogen, Beweis schriftlich vorliegend, dass Sie von Abhörungen nichts wusste. Ob Sarkosy schuldig ist oder nicht wird sich zeigen. In grösster Illegalität ist jedoch das Verfahren der Justiz.
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