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Kommunalwahlen in Italien Schlappe für Fünf-Sterne-Bewegung

Legende: Audio Niederlage für Fünf-Sterne-Bewegung abspielen.
1:19 min, aus HeuteMorgen vom 12.06.2017.
  • Bei den Kommunalwahlen in Italien hat die populistische Fünf-Sterne-Bewegung gemäss einer Nachwahlbefragung entgegen den Erwartungen schlecht abgeschnitten.
  • Wie der staatliche Fernsehsender RAI berichtet, verpassen die Kandidaten der Partei von Beppe Grillo in sieben grossen Städten den Einzug in die Stichwahl - darunter in Parma, Palermo und Genua.
  • Beobachter hatten der Protestbewegung zuvor gute Chancen ausgerechnet, etwa bei der Bürgermeisterwahl in Genua. Noch im vergangenen Jahr gewann die Fünf-Sterne-Bewegung die Bürgermeisterwahlen in Rom und Turin.
  • Bei den Wahlen in Italien wurden in hunderten Städten und Dörfern die Bürgermeister, Gemeindepräsidenten und Gemeinderäte neu bestellt. Die Resultate werden im Verlauf des Tages erwartet.

Einschätzung von SRF-Italien-Korrespondent Franco Battel

In Palermo liegt die Linke vorn, in Genua und in Verona die Rechte und in Parma hat ausgerechnet jener Kandidat am meisten Stimmen geholt, der aus Beppe Grillos Protestbewegung ausgetreten ist. Hart ist die Niederlage Grillos aber vor allem in Genua, der Heimatstadt des Komikers. Vor einem Jahr noch war das anders. Damals siegte die Fünf-Sterne-Bewegung in vielen Städten, vor allem aber in Rom. In der Hauptstadt hatten Grillos Leute im Wahlkampf viel versprochen, seither aber nur sehr wenig umgesetzt. Die bescheidene Bilanz in Rom hat der Fünf-Sterne-Bewegung geschadet, aber auch der interne Streit: In Genua und in Parma hatte sich Grillos Bewegung gespalten und prompt liegen dort nun andere vorn. Viele Bürgermeister werden zwar erst in zwei Wochen, in der Stichwahl, bestimmt, doch der erste Wahlgang bestätigt den Trend, den man in Italien schon seit längerem beobachtet: Keines der drei Lager, weder die Fünf-Sterne-Bewegung, noch die Rechte oder die Mitte-Links Parteien, können derzeit eine Mehrheit hinter sich bringen. Jedes dieser drei Lager vereinigt etwa 30 Prozent auf sich.Bis im nächsten Frühjahr muss Italien ein neues Parlament wählen und bei diesen Kräfteverhältnissen zeichnet sich eine schwierige Regierungsbildung ab.

8 Kommentare

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  • Kommentar von James Klausner (Harder11)
    Pepegrillo ist weder Komiker noch Politiker, sondern Zyniker. Das Parteiprogramm besteht eigentlich nur aus Tiraden darüber, was nicht sein soll und was er ablehnt. Seine Parteigänger glänzen vor allem mit schierer Überforderung, wenn sie in Ämter gewählt werden. Letzten Endes ist der ganze Zirkus den er um sich schart destruktiv und nihilistisch. Jetzt herrscht Ernüchterung und Enttäuschung, bald kommt das Vergessen...
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  • Kommentar von Peter Beutler (Peter Beutler)
    Ein Fehler ist unserem Italienkorrespondenten passiert. In Genua liege die Rechte vorne. Stimmt nicht. Der Kandidat des sozialdemokratischen PD, Gianni Crivello, erhielt mit 38 Prozent am meisten Stimmen. Marco Bucci von der Lega Nord kam auf 33 %. Die Stichwahl findet in zwei Wochen zwischen beiden Kandidaten statt. Es sieht ganz danach aus, dass Genua neu an Mitte-Links geht. Wie in Palermo, wo der PD-Mann Leoluca Orlando die Wiederwahl im 1. Anlauf geschafft hat.
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    1. Antwort von
      Hallo Herr Beutler. Gemäss unserer Informationen liegt in Genua Mitte-Rechts-Kandidat Marco Bucci (38,8 Prozent) vor dem Mitte-Links-Kandidaten Giovanni «Gianni» Crivello (rund 33,4 Prozent). Freundliche Grüsse.
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  • Kommentar von Peter Beutler (Peter Beutler)
    Einiges an Pepe Grillo mag ja sympathisch sein. Aber an der Spitze eines 60-Millionen-Landes zu wirken, das geht einfach nicht mit ihm, auch nicht mit seinen Leuten. Rom und Turin sind Beispiele für die total chaotischen Verwaltungspraktiken der Grillini. Die besten Chancen, die Parlamentswahlen zu gewinnen, hat immer noch die sozialdemokratische PD mit Paolo Gentilioni, dem derzeitigen Ministerpräsidenten. Hoffentlich ist Renzi klug genug, den beliebten Gentilioni weiterregieren zu lassen.
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