Kommunalwahlen in Italien Schlappe für Fünf-Sterne-Bewegung

  • Bei den Kommunalwahlen in Italien hat die populistische Fünf-Sterne-Bewegung gemäss einer Nachwahlbefragung entgegen den Erwartungen schlecht abgeschnitten.
  • Wie der staatliche Fernsehsender RAI berichtet, verpassen die Kandidaten der Partei von Beppe Grillo in sieben grossen Städten den Einzug in die Stichwahl - darunter in Parma, Palermo und Genua.
  • Beobachter hatten der Protestbewegung zuvor gute Chancen ausgerechnet, etwa bei der Bürgermeisterwahl in Genua. Noch im vergangenen Jahr gewann die Fünf-Sterne-Bewegung die Bürgermeisterwahlen in Rom und Turin.
  • Bei den Wahlen in Italien wurden in hunderten Städten und Dörfern die Bürgermeister, Gemeindepräsidenten und Gemeinderäte neu bestellt. Die Resultate werden im Verlauf des Tages erwartet.

Einschätzung von SRF-Italien-Korrespondent Franco Battel

In Palermo liegt die Linke vorn, in Genua und in Verona die Rechte und in Parma hat ausgerechnet jener Kandidat am meisten Stimmen geholt, der aus Beppe Grillos Protestbewegung ausgetreten ist. Hart ist die Niederlage Grillos aber vor allem in Genua, der Heimatstadt des Komikers. Vor einem Jahr noch war das anders. Damals siegte die Fünf-Sterne-Bewegung in vielen Städten, vor allem aber in Rom. In der Hauptstadt hatten Grillos Leute im Wahlkampf viel versprochen, seither aber nur sehr wenig umgesetzt. Die bescheidene Bilanz in Rom hat der Fünf-Sterne-Bewegung geschadet, aber auch der interne Streit: In Genua und in Parma hatte sich Grillos Bewegung gespalten und prompt liegen dort nun andere vorn. Viele Bürgermeister werden zwar erst in zwei Wochen, in der Stichwahl, bestimmt, doch der erste Wahlgang bestätigt den Trend, den man in Italien schon seit längerem beobachtet: Keines der drei Lager, weder die Fünf-Sterne-Bewegung, noch die Rechte oder die Mitte-Links Parteien, können derzeit eine Mehrheit hinter sich bringen. Jedes dieser drei Lager vereinigt etwa 30 Prozent auf sich.Bis im nächsten Frühjahr muss Italien ein neues Parlament wählen und bei diesen Kräfteverhältnissen zeichnet sich eine schwierige Regierungsbildung ab.